Marcel Odenbach | Stille Bewegungen. Tranquil Motions
Marcel Odenbach: Estar de Pie es no Caerse (Stehen ist nicht Umfallen), 1989, Stills 1; LCD-Monitor, Kopfhörer; 4.25 Min., Leihgabe Marcel Odenbach; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst, Bonn, 2010
Marcel Odenbach: Estar de Pie es no Caerse (Stehen ist nicht Umfallen), 1989, Stills 2; LCD-Monitor, Kopfhörer; 4.25 Min., Leihgabe Marcel Odenbach; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst, Bonn, 2010

Estar de Pie es no Caerse (Stehen ist nicht Umfallen), 1989
LCD-Monitor, Kopfhörer; 4.25 Min.
© (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010

Afrikanische Gesänge und Hände, die im Takt klatschen, stehen gleich zu Beginn von Estar de Pie es no Caerse den Bildern einer Hinrichtung auf offener Straße gegenüber. Odenbach vereint schwarz-weiße Ausschnitte aus Fernsehreportagen und Zeitungsfotos mit individuellen Inszenierungen. Fast genau nach der Hälfte der filmischen Erzählung sehen wir den Künstler in Richtung Kamera umfallen. Wie im Titel benannt, geht es um das Begriffspaar Stehen und Umfallen; ersteres soll hier als Allegorie der physischen und politischen Standfestigkeit gelesen werden. Das gefundene Material überlagert dabei oftmals das eigentliche Bild, was zunehmend zu einer nicht mehr zu entziffernden Fülle von Bildinformationen führt, die allenfalls eine assoziative Klammer bilden. Der Betrachter wird mit einem kontinuierlichen Bilderfluss konfrontiert, der einzelne Informationscluster bildet, manchmal auch historische Zusammenhänge im Zeitraffer zu illustrieren scheint und angesichts des Verlusts von Kausalität letztlich Verstörung in ihm erzeugt.