Marcel Odenbach | Stille Bewegungen. Tranquil Motions
Marcel Odenbach: Ein Tag am Meer, 2012; Collage, Aquarelle, Bleistift und Fotokopie auf Papier, 120 x 420 cm; Foto: Vesko Gösel; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst, Bonn, 2010

Ein Tag am Meer, 2012
Collage, Aquarelle, Bleistift und Fotokopie auf Papier, 120 x 420 cm
© (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010
Foto: Vesko Gösel

Ein Tag am Meer zeigt eine blaue, leicht bewegte und reflektierende Wasseroberfläche. Einen weiten, panoramatischen Ausschnitt des blauen Meeres, wie wir es uns als Idealbild vorstellen. In der Nahsicht zeigt sich jedoch, dass die Wellen aus kleineren Bildern zu einem Mosaik zusammengesetzt sind. Diese Bilder dokumentieren alles, was mit dem Ozean und seinem konstituierenden Element assoziiert werden kann. Schiffe, Fische und Fischer, Wettkampfschwimmer, schwimmende Kamele. Unter den einzelnen Teilen der collagierten Arbeit befinden sich aber auch Textelemente, wie Bibelstellen, die sich dem Meer widmen, oder Zitate aus Hans Blumenbergs Buch Die Sorge geht über den Fluß. Nicht zuletzt sehen wir auch die Boote von Flüchtlingen und deren traurige Insassen. So entfaltet die Arbeit eine große Typologie dessen, wofür das Meer stehen kann, was in ihm lebt, sich auf ihm bewegt. Mit Ein Tag am Meer verhandelt Marcel Odenbach den Ozean als Sehnsuchtssymbol und als religiöse Metapher, als Ort einer gefahrvollen Flucht oder eines hoffnungsvollen Neubeginns: als Spiegel der Welt.