Marcel Odenbach | Stille Bewegungen. Tranquil Motions
Marcel Odenbach: Die Distanz zwischen mir und meinen Verlusten, 1983, Stills 1; LCD-Monitor, Kopfhörer, 10.15 Min.; Leihgabe Marcel Odenbach; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst, Bonn, 2010
Marcel Odenbach: Die Distanz zwischen mir und meinen Verlusten, 1983, Stills 2; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst, Bonn, 2010

Die Distanz zwischen mir und meinen Verlusten, 1983
LCD-Monitor, Kopfhörer; 10.15 Min.
© (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010

Die Arbeit zeigt eine assoziative Abfolge von Bildern, die durch großflächige Schwarzblenden jedoch nur fragmentarisch zu sehen sind. Angelegt als ein Künstlerselbstportrait, berührt der Film das Thema der deutschen Identität. Lose an der Geschichte eines Serienmörders (Peter Kürten aus Düsseldorf) orientiert, spricht die Arbeit den Umstand an, dass es immer Täter und Opfer gibt. Die eigentliche Dramatik erzeugt das Video dabei vor allem über seine Tonspur, auf der unter anderem Schuberts Lied Der Erlkönig zu hören ist. Auf visueller Ebene wird eine scheinbar kindliche Idylle mit Spielzeug und einem lachenden Baby kontrastiert mit der Darstellung von Gewalt, die sich in Gemälden Breughels und Ausschnitten aus Kriegsfilmen manifestiert. Ohne dass ein direkter Zusammenhang zwischen den einzelnen Bildern suggeriert wird, stellt Die Distanz zwischen mir und meinen Verlusten eine Kausalität her, um sie durch die fragmentierte Sicht auf das Dargestellte zugleich als konstruiert zu entlarven.