Marcel Odenbach | Stille Bewegungen. Tranquil Motions
Marcel Odenbach: As If Memories Could Deceive Me (Als könnten mich Erinnerungen täuschen), 1986, Stills 1; LCD-Monitor, Kopfhörer, 17.28 Min., Leihgabe Marcel Odenbach; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst, Bonn, 2010
Marcel Odenbach: As If Memories Could Deceive Me (Als könnten mich Erinnerungen täuschen), 1986, Stills 2; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst, Bonn, 2010

As If Memories Could Deceive Me (Als könnten mich Erinnerungen täuschen), 1986
LCD-Monitor, Kopfhörer; 17.28 Min.
© (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010

Eine Orchesterprobe, zunächst im Splitscreen-Verfahren auf mehrere parallele Szenen verteilt und später dann als Totale zu sehen, bildet den Auftakt von As If Memories Could Deceive Me. Ein Kind spielt Klavier, dann werden historische Aufnahmen von Volkstänzen über die Klaviatur geblendet, gefolgt von Ansichten deutscher Barockarchitektur. Das Kind schläft ein, und Marcel Odenbach selbst nimmt seine Stelle am Klavier ein. Dokumentarischen Aufnahmen aus der Zeit des Nationalsozialismus, von Hitlers Machtergreifung, von Bücherverbrennungen folgen nun Ausschnitte aus den Nürnberger Prozessen, die in der unteren Bildhälfte zu sehen sind, während in der oberen sich stumm die Tasten des Klaviers bewegen. Farbige Aufnahmen von opulenten Auslagen mit Herrenhemden bilden den Abschluss der Bildersequenz zu deutscher Kultur und Geschichte. Das Video präsentiert sich als unauflösliches Konglomerat aus Traumwelten und Erinnerungen, die von historischen Bildern geprägt sind.