Marcel Odenbach | Stille Bewegungen. Tranquil Motions

Videobänder

Marcel Odenbach: Estar de Pie es no Caerse (Stehen ist nicht Umfallen), 1989; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010
Marcel Odenbach: As If Memories Could Deceive Me (Als könnten mich Erinnerungen täuschen), 1986; 17.28 Min.; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010
Marcel Odenbach: Die Distanz zwischen mir und meinen Verlusten, 1983; 10.15 Min.; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010
Marcel Odenbach: Gespräch zwischen Ost und West, 1978; 3.40 Min.; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010

Videoinstallationen

Marcel Odenbach: Im Kreise drehen/Turning in Circles, 2009; 15.50 Min.; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010; Foto: Thomas Müller, Copyright: Anton Kern Gallery, New York
Marcel Odenbach: Verstörte Orte/Disturbed Places, 2007; 34.00 Min.; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010
Marcel Odenbach: In stillen Teichen lauern Krokodile/In Still Waters Crocodiles Lurk, 2004/2003; 31.20 Min.; © Marcel Odenbach: VG Bild-Kunst, Bonn
Marcel Odenbach: Männergeschichten 1/Erkek Öyküleri, 2003; 10.00 Min.; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010
Marcel Odenbach: Zu schön um wahr zu sein, 2000; 9.40 Min.; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010
Marcel Odenbach: Mir hat es den Kopf verdreht (Cornerhouse Manchester, Großbritannien, 2005), 1995/1996; 5.08 Min.; © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010; © Foto: David Williams

Papierarbeiten

Marcel Odenbach: Ein Tag am Meer, 2012; Collage, Aquarelle, Bleistift und Fotokopie auf Papier; Foto: Vesko Gösel, © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010
Marcel Odenbach: Traumatische Tropen, 2004/2012; Collage, Messerschnitt, Serie 2-teilig; Foto: Vesko Gösel, © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010
Marcel Odenbach: So lange der Ball rollt, Studie, 2010/2011; Verschiedene Medien auf Papier, Serie 4-teilig; Foto: Marcus Schneider, © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010, Galerie Crone, Berlin
Marcel Odenbach: Schneewittchen, 2010; Collage auf Papier; Foto: Der Fotograf möchte ungenannt bleiben, © (Marcel Odenbach) VG Bild-Kunst Bonn, 2010; Courtesy Anton Kern Gallery, New York

Die ifa-Ausstellung Marcel Odenbach. Stille Bewegungen. Tranquil Motions präsentiert einen der bedeutendsten deutschen Videokünstler mit einer monografischen Ausstellung und stellt sein Werk anhand zentraler Video- und Papierarbeiten aus den letzten drei Jahrzehnten vor. Die Kombination der Exponate öffnet ein Panorama des Odenbach‘schen Gesamtwerks, in dem er unterschiedlichen Kulturen nachspürt und ein gleichermaßen analytisches wie emotionales Bild des Menschen in der globalisierten Gesellschaft zeichnet.

Seine Videoarbeiten und -installationen bezeugen, wie entscheidend er diese Gattung international beeinflusst und vorangebracht hat. Von den frühen, noch für die Präsentation auf einem Monitor konzipierten Videos bis zu seinen komplexen Installationen mit großen Projektionen zeigt diese Ausstellung, mit welcher Subtilität und formalen Vielfalt Odenbach das bewegte Bild und seine akustische Begleitung in Szene setzt. Gleichberechtigt stehen daneben die Papierarbeiten.

Neben der retrospektiven Ausrichtung erfolgte die Auswahl der Arbeiten auch entlang der thematischen Schwerpunkte des Künstlers. Insbesondere die intensive Auseinandersetzung mit der Problematik der Vergangenheitsbewältigung zeigt, wie exemplarisch seine Werke die deutsche Nachkriegszeit und den Zustand ihrer Gesellschaft spiegeln. Diesen inhaltlichen Schwerpunkt hat Marcel Odenbach jedoch bereits sehr früh in einen weiten Themenhorizont gestellt, der die spezifisch deutsche Fragestellung zu einer allgemeingültigeren Perspektive hin öffnete. So hat er unterschiedliche Kulturen und politische Konstellationen beobachtet und in sein Werk einfließen lassen, Verbindungslinien gezogen vom deutschem Trauma der Naziherrschaft zum Genozid in Ruanda, vom Männerbilder in der Türkei zur Frauenrolle in Venezuela, vom Vertrauten zum Fremden, von der eigenen Biografie zur Geschichte der anderen.

Odenbachs Videoarbeiten und Zeichnungen sind komplexe Erzählungen, die er anhand einer ganz eigenen Technik der Collage aus Film- und Fernsehmitschnitten, Archivmaterial und selbst produzierten Bildern entwickelt. In seiner Montage aus öffentlichen und privaten Bildern entsteht eine Narration, die das Übergeordnete der Historie mit dem Empfinden des einzelnen Menschen und der Biografie des Künstlers subtil verbindet.

Um das Panorama der Kulturen an den Orten der Tournee zu fokussieren, hat das ifa den Künstler gebeten, jeweils eine der präsentierten Arbeiten als Schwerpunkt für eine Station auszuwählen.  Dieses Werk wird speziell thematisiert, um so den lokalen Diskurs und die spezifische Diskussion zu intensivieren.

Text und Werktexte: Matthias Mühling, Kurator

  • 1953
    geboren in Köln, lebt in Köln
  • 1974–1979
    Studium der Architektur, Kunstgeschichte und Semiotik in Aachen
  • 1990–1993
    Professor an der Rijksakademie van beeldende kunsten, Amsterdam
  • 1992–1997
    Professor an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe
  • 2001–2010
    Professor an der Kunsthochschule für Medien Köln
  • seit 2010
    Professor an der Kunstakademie Düsseldorf
Marcel Odenbach. Stille Bewegungen. Tranquil Motions / Institut für Auslandsbeziehungen (Hg.). – Ostfildern: Hatje Cantz, 2013. – 223 S.

Marcel Odenbach. Stille Bewegungen. Tranquil Motions / ifa (Hg.). – Ostfildern: Hatje Cantz, 2013. – 223 S.

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"Die Frage der Identität, besonders als Deutscher, hat bei mir schon seit den 70er-Jahren eine Rolle gespielt, natürlich auch durch die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Ich persönlich habe die Rolle des Exilanten nie wirklich negativ, sondern immer eher als Bereicherung empfunden."

Marcel Odenbach, Interview im Katalog

Extra

Marcel Odenbach in Porto Alegre

Marcel Odenbach. Stille Bewegungen. Tranquil Motions", Porto Alegre, April 2016 Foto: Carol de Góes; © ifa
Slideshow | Fotos: Carol de Góas © ifa

Odenbach-Eröffnung in Caracas

Marcel Odenbach. Stille Bewegungen. Tranquil Motions, Caracas; Foto: Ricardo Jiménez; © ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)
Slideshow | Fotos: Ricardo Jiménez; © ifa
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