Christiane Löhr: Ohne Titel 2008, Ölpastell auf Büttenpapier; © (Christiane Löhr) VG Bild-Kunst Bonn, 2010; Foto: Wolfgang Burat
Christiane Löhr: Ohne Titel 2006, Ölpastell auf Büttenpapier; © (Christiane Löhr) VG Bild-Kunst, Bonn, 2010; Foto: Wolfgang Burat

Christiane Löhr: Ohne Titel 2008/2006, Ölpastell auf Büttenpapier
© (Christiane Löhr) VG Bild-Kunst Bonn, 2010
Fotos: Wolfgang Burat

Linie Line Linea. Zeichnung der Gegenwart

Die Ausstellung Linie Line Linea zeigt mit Werken und Werkgruppen von 20 Künstlerinnen und Künstlern, die in Deutschland leben und arbeiten und die die Zeichnung als Zentrum ihrer Arbeit verstehen, ein breites Spektrum von Positionen. Sie behauptet nicht die Existenz nationaler Eigenschaften der Zeichnung, sondern wurde vielmehr im Blick auf die insgesamt ungebrochene und lebendige Aktualität der Zeichnung in der Kunst der Gegenwart konzipiert.

Für die Kunst der Gegenwart haben Einteilungen und Hierarchien von Gattungen und Medien weitgehend an Bedeutung verloren. Auch die Zeichnung hat ihre Erscheinungsformen erweitert. Sie muss sich aber nicht mit Malerei, Foto, Film, Installation vermischen, um ihre Eigenständigkeit gegenüber diesen vermeintlich spektakuläreren Bildformen zu behaupten. Die Zeichnung ist ein Medium der Freiheit, sie kann die komplexesten Dinge sagen, auch wenn und gerade weil sie sich auf ihre eigenen ökonomischen Mittel – Stift, Linie, Papier – konzentriert.

Die Zeichnung reicht von der einzelnen Bewegung zum universalen System, von subjektiver Erfahrung zur Alltagskultur, vom Konzept zur Reportage, von der Selbstbefragung zur Erfindung der Welt. Nicht als fragile Gattung in den graphischen Sammlungen der Museen, sondern als eine zugleich demokratische und engagierte, private und öffentliche Ausdrucksform ist die Zeichnung eines der spannendsten Phänomene der Gegenwartskunst. Selbstbewusst und vielfältig formulieren die Künstler der Ausstellung, wie die Zeichnung unsere Wahrnehmung von uns und der Wirklichkeit verändert.

Die Zeichnung als ursprünglichste Form künstlerischen Ausdrucks und als globale Bildsprache ermöglicht Kommunikation über die Grenzen unterschiedlicher Kulturen hinweg. In jeder Kultur wird gezeichnet, jede Kultur hat ihr Vokabular der Zeichen. Die Ausstellung führt diesen Dialog an jedem Ort neu und motiviert die Besucher der Ausstellung, die Differenzen und Übereinstimmungen mit den Zeichnungen und Zeichen der eigenen Kultur zu überprüfen.

Ausstellungskatalog

Linie Line Linea. Zeichnung der Gegenwart. – Stuttgart: Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), 2010. – 144 S.

Linie Line Linea

Zeichnung der Gegenwart. – Stuttgart: ifa, 2010. – 144 S. – bestellen

Extra

Weit mehr als ein Aushängeschild deutscher Kultur

Foto: Riffat Alfi
Foto: Riffat Alfi

ifa-Ausstellungen bieten weltweit einen Einblick in die deutsche Kunstszene. Von Dietrich Heißenbüttel

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N.N., Indien