Futur Perfekt. Zeitgenössische Kunst aus Deutschland
Jutta Koether: Berliner Schlüssel #9 und Berliner Schlüssel #12, 2010; Acryl auf Leinwand; © Jutta Koether, Courtesy: Galerie Buchholz, Berlin/Köln

Die beiden großformatigen Gemälde von Jutta Koether (1958 in Köln geboren) haben den Titel "Berliner Schlüssel", das ist ein spezieller Schlüssel, mit dem sich Altbautüren nur öffnen lassen, wenn man sie hinter sich auch wieder verschließt. Der Titel zitiert einen unveröffentlichten Aufsatz des französischen Soziologen und Philosophen Bruno Latour über die "die strengen Zwänge und Forderungen von Objekten". Koethers Bilder aus der Serie der "Berliner Schlüssel" beziehen sich jedoch nicht nur auf das Objekt und seine disziplinierenden Forderungen, sondern zitieren auch Vorlagen der Kunstgeschichte aus Berliner Museen: ein Selbstbildnis Poussins, eine ägyptische Skulptur. Es sind fordernde Bilder, die Schönheit und Fremdheit suggerieren, die ästhetisch anziehend und abweisend zugleich sind, dechiffriert werden wollen und sich verweigern. Es ist eine Malerei zur Malerei, die das malende Subjekt und die Malerei als Gegenstand ebenso skeptisch wie verlangend thematisiert. Jutta Koethers Arbeit umfasst neben der Malerei auch Performances, Film und Musik sowie publizistische Tätigkeit.

Fotos
(l) Berliner Schlüssel #9, 2010, Acryl auf Leinwand
(r) Berliner Schlüssel #12, 2010, Acryl auf Leinwand
© Jutta Koether, Courtesy: Galerie Buchholz, Berlin/Köln