Futur Perfekt. Zeitgenössische Kunst aus Deutschland
Clemens von Wedemeyer: Die Probe (The Test), 2008; © (Clemens von Wedemeyer) VG Bild-Kunst Bonn, 2013; Courtesy: Clemens von Wedemeyer; KOW, Berlin; Galerie Jocelyn Wolff, Paris I
Clemens von Wedemeyer: Die Probe (The Test), 2008; © (Clemens von Wedemeyer) VG Bild-Kunst Bonn, 2013; Courtesy: Clemens von Wedemeyer; KOW, Berlin; Galerie Jocelyn Wolff, Paris 9
Clemens von Wedemeyer: Die Probe (The Test), 2008; © (Clemens von Wedemeyer) VG Bild-Kunst Bonn, 2013; Courtesy: Clemens von Wedemeyer; KOW, Berlin; Galerie Jocelyn Wolff, Paris 12
Clemens von Wedemeyer: Die Probe (The Test), 2008; © (Clemens von Wedemeyer) VG Bild-Kunst Bonn, 2013; Courtesy: Clemens von Wedemeyer; KOW, Berlin; Galerie Jocelyn Wolff, Paris 14

In seinem Film Die Probe (The Test) von 2008 greift Clemens von Wedemeyer (1974 in Göttingen geboren) ganz explizit die Frage nach dem Handlungsraum des Einzelnen, seinen Entscheidungen und seiner Rhetorik in politischen und sozialen Systemen auf. Man sieht die Backstage-Zone einer Wahlkampfveranstaltung und einen Protagonisten im Kreise seiner Helfer, der seinen Redetext noch einmal durchgeht. Ein "falscher" Text suggeriert seinen Ausstieg aus den Ritualen politischer Repräsentation. Der Protagonist geht auf die Bühne, man hört den Applaus. Aber die Frage, ob ihm wegen seines Ausstiegs applaudiert wird oder ob er zur politischen Ratio zurückgekehrt ist, bleibt offen. Der Film läuft als Loop, als eine latente Absage an ein falsches politisches System. Das Speichermedium Film lebt davon, die Irreversibilität von Zeit außer Kraft zu setzen. Clemens von Wedemeyer nutzt dieses Potenzial immer wieder, um den Zugang zu und den Ausgang von Geschichte(n) infrage zu stellen.

Fotos
Die Probe (The Test), 2008, Video, HD, 16:9, Stereo, 12 min, Loop
© (Clemens von Wedemeyer) VG Bild-Kunst Bonn, 2013
Courtesy: Clemens von Wedemeyer; KOW, Berlin; Galerie Jocelyn Wolff, Paris

Kunstwerke: © (Clemens von Wedemeyer) VG Bild-Kunst, Bonn 2016