Zwei deutsche Architekturen 1949-1989

Wohnen und Freizeit

Quantitativ stellte in der Bundesrepublik wie in der DDR die Beseitigung der Wohnungsnot die herausragende Bauaufgabe der Nachkriegsjahrzehnte dar. Es galt den Ausgebombten und Vertriebenen schnell ein Obdach zu schaffen und auf den zusätzlichen Wohnungsbedarf infolge der umfangreichen Binnenwanderungen zu reagieren. In beiden Ländern knüpfte man hierzu anfänglich an die Erfahrungen aus dem sozialen Wohnungsbau der 20er und 30er Jahre an. Dennoch gingen beide Staaten bald signifikant eigene Wege. Diese waren den unterschiedlichen Produktionsverhältnissen geschuldet, aber auch divergierenden architektonischen Leitbildern: Während im Osten zunächst das städtebauliche Ensemble vorherrschte, war es im Westen die aufgelockerte Stadtlandschaft mit Zeilenbau und Punkthochhäusern als städtebaulichen Dominanten. Beide Länder favorisierten den Massenwohnungsbau in Geschossbauten. Daneben erhielten in der Bundesrepublik außerhalb der Großstädte auch Eigenheime und minimierte Einfamilienreihenhäuser größte Verbreitung.

Massenwohnungsbau

Wohnhochhäuser Romeo und Julia, Stuttgart; 1954 – 1959; Architekt: Hans Scharoun

Wohnhochhäuser "Romeo und Julia", Stuttgart

Stuttgart, 1954–1959
Architekt: Hans Scharoun

Wohnhochhaus an der Weberwiese, Berlin-Friedrichshain; 1951; Architekten: Hermann Henselmann / Rolf Göpfert

Wohnhochhaus an der Weberwiese, Berlin

Berlin-Friedrichshain, 1951
Architekten: Hermann Henselmann, Rolf Göpfert

Wohnungsbau am Luisenplatz, Berlin-Charlottenburg; 1989; Architekt: Hans Kollhoff

Wohnungsbau am Luisenplatz, Berlin

Berlin-Charlottenburg, 1989
Architekt: Hans Kollhoff

Privathäuser und Freizeit

Haus Ungers, Wohnhaus und Bibliothek, Köln; 1958 und 1989; Architekt: Oswald Mathias Ungers

Haus Ungers, Wohnhaus und Bibliothek, Köln

Köln, 1958 und 1989
Architekt: Oswald Mathias Ungers

Kino Kosmos, Berlin-Friedrichshain; 1961 – 1962; Architekten: Josef Kaiser / Günter Kunert

Kino Kosmos, Berlin

Berlin-Friedrichshain, 1961–1962
Architekten: Josef Kaiser, Günter Kunert