Zwei deutsche Architekturen 1949-1989

Staat

Nach der Gründung der beiden deutschen Nachkriegsstaaten im Jahre 1949, erst der Bundesrepublik aus den drei Besatzungszonen der Westalliierten, dann der DDR aus der sowjetischen Besatzungszone, sahen sich die Architekten mit der schwer lösbaren Aufgabe konfrontiert, unterscheidbare staatliche Repräsentationsformen zu entwickeln. Die exponierten Bauwerke mussten sich vor allem von der Staatsarchitektur der jeweils anderen Seite absetzen. Während die Bundesrepublik den Bruch mit der Monumentalarchitektur des untergegangenen Dritten Reiches vollzog, um symbolisch den Neubeginn zu betonen, glaubte die DDR gerade wegen ihrer radikalen Systemänderung bauliche Traditionslinien formal fortführen und inhaltlich neu definieren zu können. Einer direkten Orientierung an der repräsentativen Architektur der Siegermächte stand im Osten wie im Westen der Anspruch auf Souveränität und einen Neubeginn in Bescheidenheit entgegen.

Hauptstädte

Wohn- und Empfangsgebäude für den Bundeskanzler, Bonn; 1963 – 1964; Architekt: Sep Ruf

Wohn- und Empfangsgebäude für den Bundeskanzler, Bonn

Bonn, 1963–1964
Architekt: Sep Ruf

Palast der Republik mit Volkskammer, Foyer und Großem Saal, Berlin-Mitte; 1972–1976; Architekten: Heinz Graffunder mit Wolf R. Eisentraut / Karl-Ernst Swora / Günter Kunert / Manfred Prasser / Heinz Aust / Dieter Bankert

Palast der Republik mit Volkskammer, Foyer und Großem Saal, Berlin

Berlin-Mitte, 1972–1976
Architekten: Heinz Graffunder mit Wolf R. Eisentraut, Karl-Ernst Swora, Günter Kunert, Manfred Prasser, Heinz Aust, Dieter Bankert

Plenarsaal für den Bundestag der Bundesrepublik Deutschland, Bonn; 1987 – 1992; Architekten: Günther Behnisch & Partner

Plenarsaal für den Bundestag der Bundesrepublik Deutschland, Bonn

Bonn, 1987–1992
Architekten: Günther Behnisch & Partner

Botschaft der Sowjetunion, Berlin-Mitte, 1948 – 1951; Architekten: Anatoli Jakowlewitsch Stryshewski / Friedrich Skujin / D.D. Lebedinskij / Sichert

Botschaft der Sowjetunion, Berlin

Berlin-Mitte, 1948–1951
Architekten: Anatoli Jakowlewitsch Stryshewski, Friedrich Skujin, D.D. Lebedinskij, Sichert

Außendarstellung

Deutscher Pavillon auf der Weltausstellung 1958, Brüssel; 1956 – 1958; Architekten: Egon Eiermann / Sep Ruf

Deutscher Pavillon auf der Weltausstellung 1958, Brüssel

Brüssel, 1956–1958
Architekten: Egon Eiermann, Sep Ruf

Funk und Fernsehen

Fernsehturm Stuttgart; 1954 – 1956; Entwurf: Fritz Leonhardt, Künstlerische und Technische Bau-Oberleitung: Erwin Heinle

Fernsehturm Stuttgart

Stuttgart, 1954–1956
Entwurf: Fritz Leonhardt
Künstlerische und Technische Bau-Oberleitung: Erwin Heinle

Fernsehturm Berlin; 1964–1969; Architekten (Turm): Fritz Dieter, Günter Franke; Ingenieur: Werner Ahrendt; Entwicklung der Kugelaußenhaut: Werner Neumann; Innenarchitekten: Hans Lepak, Ursula Schneider; Künstlerische Beratung: Hermann Henselmann; Arc

Fernsehturm Berlin

Berlin, 1964–1969
Architekten (Turm): Fritz Dieter, Günter Franke
Ingenieur: Werner Ahrendt
Entwicklung der Kugelaußenhaut: Werner Neumann
Innenarchitekten: Hans Lepak, Ursula Schneider
Künstlerische Beratung: Hermann Henselmann
Architekten (Fußumbauung, 1969–1972): Walter Herzog, Heinz Aust, Rolf Heider