ECOLOGY.DESIGN.SYNERGY Behnisch Architekten + Transsolar KlimaEngineering

Schall

Der Hörsinn ist eine wichtige Voraussetzung für die Kommunikation und Orientierung und bestimmt wesentlich unsere Emotionen. Anders als die Augen können wir unsere Ohren nicht verschließen, ununterbrochen hören wir, was in unserer Umgebung geschieht. Das menschliche Ohr besteht aus dem äußeren Ohr mit Ohrmuschel und Gehörgang, dem Mittelohr mit den Gehörknöchelchen und dem Innenohr mit der knöchernen Schnecke und den Bogengängen als Sitz des Gleichgewichtsorgans.

Norddeutsche Landesbank, Hannover, Verbindungssteg; © Behnisch Architekten + Transsolar
Norddeutsche Landesbank, Verbindungssteg
Norddeutsche Landesbank, Hannover, Altbau / kräftige Farben markieren den in den Komplex integrierten Altbau; © Behnisch Architekten + Transsolar
Norddeutsche Landesbank, Altbau
© Behnisch Architekten + Transsolar

30.000 Rezeptoren / Haarsinneszellen im Innenohr reagieren auf die Ausbreitung kleinster Druck- und Dichteschwankungen in elastischen Medien (Gase, Flüssigkeiten, Festkörpern), wandeln Schallwellen in elektrische Impulse und leiten diese akustischen Signale über den Hörnerv ins Gehirn. Wegen der Form des Gehörgangs treten Resonanzvorgänge auf, die dazu führen, dass Frequenzen zwischen 3.000 und 4.000 Hz akustisch verstärkt werden. Dies ist der Bereich, in dem wir Menschen am besten hören und in dem ein Großteil unserer sprachlichen Kommunikation abläuft. Der Stapediusreflex schützt unser Ohr vor Schallpegeln ab 80–100 dB: Die Muskeln im Innenohr spannen sich an, wodurch die Beweglichkeit der Gehörknöchelchen eingeschränkt und die Weiterleitung der Schwingungen auf das Innenohr vermindert wird. Dieser Schutzreflex setzt bereits nach ca. 50 ms nach Wahrnehmung des Geräuschs ein und hält nach Verringerung des Schalldrucks noch einige Zeit an. Langsam lauter werdende Geräusche können also im Ohr "zurückgeregelt" werden, für plötzliche Geräusche allerdings ist dieser Regelmechanismus zu träge, sie werden "ungebremst" und somit subjektiv lauter wahrgenommen. Eine Aufgabe der Ohren ist die Orientierung im Raum, also Schallquellen zu lokalisieren, das heißt, deren Richtung und Entfernung zu bestimmen. Die Tatsache, dass sich natürliche Klänge in ihrer Veränderlichkeit signifikant von technischen oder synthetischen Klängen unterscheiden, erklärt, dass wir bei gleicher Lautstärke natürliche Klänge mit positiven Assoziationen belegen, während technische und synthetische als Lärm empfunden werden. Wir hören auch mit den Knochen unseres Körpers. Knochen leiten Töne sehr gut. Wenn wir sprechen, hören wir uns selbst mit unseren Ohren (Luftleitung) und durch die Vibrationen unserer Knochen (Knochenleitung). Deshalb erkennen wir unsere eigene Stimme nicht richtig wieder, wenn sie aufgenommen wird.

Norddeutsche Landesbank, Hannover; © Behnisch Architekten + Transsolar
Norddeutsche Landesbank, Hannover
© Behnisch Architekten + Transsolar

Norddeutsche Landesbank, Hannover

Behnisch, Behnisch & Partner + Transsolar

  • Bauherr: Demuro Grundstücksverwaltung GmbH & Co KG
  • Auftraggeber: Norddeutsche Landesbank
  • Architekt und Generalplaner, Gebäude und Innenbereiche: Behnisch, Behnisch & Partner
  • Umweltkonzept: Transsolar KlimaEngineering
  • Lichtkonzept: Bartenbach LichtLabor
  • Bruttogeschossfläche: 75.000 m²
  • Bruttoinnenraum: 296.000 m³
  • Arbeitsplätze: 1.500
  • Wettbewerb: 1996 — Fertigstellung: 2002