Reich, Hannah: Frieden stiften durch Theater

19.03.2014
Kategorie: Kultur und Konflikt, Neuerwerbung, Abschlussarbeiten  
Frieden stiften durch Theater.  Konfessionalismus und sein Transformationspotential; interaktives Theater im Libanon

Hauptthemen: Libanon + Bürgerkrieg im Libanon (1975-1990) + Nachkonfliktphase + Friedenerhaltende Maßnahmen + Beitrag (Leistung) + Theater + Kulturprojekt + Konzeption + Religiöse Bevölkerungsgruppe + Beziehungen zwischen religiösen Gruppen / Religionsgemeinschaften + Klientelismus + Analyse + Wissenschaftliche Methoden + Fallstudie
Unterthemen: Theoriebildung + Ästhetik + Lewin, Kurt + Said, Edward W. + Orientalismus + Butler, Judith + Verhältnis Kunst / Kultur – Politik / Gesellschaft + Verhältnis Ideologie – Kultur + Soziale Fragmentierung + Sozialgeographie + Milizsystem
Abstract: Maroniten, Christen, Schiiten und Sunniten - die konfessionsgebundene Verfassung des Libanon gewährt dem Mittelmeeranrainer nur bedingte politische Stabilität. Regelmäßig kam es in der jüngsten Vergangenheit zu innen- wie außenpolitischen Konflikten, zuletzt schwappte der innenpolitische Konflikt aus dem Nachbarland Syrien herüber. Kann es gelingen, durch interaktive Theaterprojekte einen nachhaltigen Beitrag zur Friedenssicherung in der Region zu leisten? Hannah Reich geht in "Frieden stiften durch Theater" dieser Frage nach. Sie begleitete die Forumtheatertruppe "Ala Boued Amtar", die mit Theaterprojekten versucht, soziale Anknüpfungspunkte zu schaffen. Reich stellt die aus der Praxis gewonnenen Erkenntnisse auf ein breites theoretisches Fundament. Unter Berufung auf eine Vielzahl geistes- und sozialwissenschaftlicher Ansätze, darunter  Edward Saids Orientalismus-Konzept, Judith Butlers Performance-Theorie, Augusto Boals Hypothesen zum gesellschaftsverändernden Theater und Kurt Lewins Theorie des sozialen Felds erarbeitet Reich eine Methodik für friedenstiftende Theaterprojekte. Das Thema Konfessionalismus (arabisch: Ta’ifiyah) stellt, wie Reich in der Projektarbeit feststellte, für die libanesische Bevölkerung ein omnipräsentes Dilemma dar. In ihren Analysen legt die Autorin daher einen Schwerpunkt auf den Umgang mit der Konfessionalismus-Debatte. Die kreative Theaterarbeit ermöglicht einen Zugang zu den tiefschürfenden Konflikten in der libanesischen Gesellschaft, der durch politische Dialoge nur bedingt greifbar wird. (ifa)
Dokumentenart: Dissertation