Mehr Jugendliche ins Ausland

13.09.2017
Kategorie: Nachrichten  
Foto: Angela Compagnone (CC0 1.0), via Unsplash

Foto: Angela Compagnone (CCO 1.0), via Unsplash

Mehr Jugendliche aus allen Gesellschaftsschichten sollen Erfahrungen im Ausland sammeln. Derzeit nutzt nur eine geringer Teil an jungen Menschen die vielfältigen Angebote. Über diese Erkenntnis diskutierten Vertreter aus Zivilgesellschaft, Politik und Forschung am 11. September auf einer Fachtagung in Berlin. Grundlage waren erste Ergebnisse der Studie "Warum nicht? Studie zum internationalen Jugendaustausch: Zugänge und Barrieren".  Sie beschäftigt sich mit den Zugangsmöglichkeiten und Bedingungen für Auslandsaufenthalte von jungen Menschen. Besonders niedrig ist die Zahl derjenigen, die sich für einen Auslandsaufenthalt entscheiden, bei Jugendlichen aus bildungsfernen Schichten, Menschen mit Migrationshintergrund oder Schülern von Real-, Haupt- oder Berufsschulen.

Ziel sei es, jedem Heranwachsenden mindestens eine Auslandserfahrung zu ermöglichen, so Staatssekretär des Bundesfamilienministeriums Dr. Ralf Kleindiek. Die Studie soll dabei als Grundlage für weitere Schritte dienen. Dr. Werner Müller von transfer e.V., Koordinator für "Forschung-und-Praxis-im-Dialog", rückt in den Fokus, wie praxisrelevant die Ergebnisse der Studie seien: Sie sollen dabei helfen, Hindernisse abzubauen und die Anzahl der Jugendlichen, die von Auslandsangeboten erreicht werden, zu erhöhen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachkonferenz sind sich einig, dass Auslandsaufenthalte zur Toleranzförderung beitragen und so die Sensibilität für interkulturelle Thematiken erhöhen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung, Prof. Joachim Rogall, betont, dass durch Auslandserfahrungen "globales Verantwortungsbewusstsein, Wertschätzung von Vielfalt und die aktive Bürgerschaft" gefördert werden. 

Die Studie wird durch die Robert Bosch Stiftung sowie das Bundesfamilienministerium gefördert und von vier Forschungsinstituten durchgeführt. Träger ist "Forschung-und-Praxis-im-Dialog", ein Zusammenschluss verschiedener Akteure der internationalen Jugendarbeit. 2018 sollen die endgültigen Ergebnisse veröffentlicht werden.