Kein Rückzug ins nationale Schneckenhaus

14.06.2017
Kategorie: Nachrichten, akbp  
Foto © Sybilla Britani

Foto © Sybilla Britani

Am 15. und 16. Juni findet in Berlin der 9. Kulturpolitische Bundeskongress statt. Unter dem Motto "Welt.Kultur.Politik. Kulturpolitik und Globalisierung" steht der Kongress dieses Jahr im Spiegel von Globalisierung und Renationalisierung.

Was passiert mit den institutionellen Strukturen der Kulturpolitik, wenn die Nationalstaaten an Bedeutung verlieren? Welche Auswirkung haben Protektionismus und das Streben nach Homogenisierung für die Kulturpolitik? Neben dem Konstrukt der „Nationalkultur“ und der Idee von "Innen" und "Außen" wird auf dem 9. Kulturpolitische Bundeskongress auch die demokratiepolitische Positionierung der Kultur- und Bildungspolitik in Zeiten von Brexit, Trump und nationalistischen Tendenzen in verschiedenen europäischen Ländern diskutiert.

Im Fokus stehen dabei Themen wie die transkulturelle Kulturarbeit von Kommunen, Grenzgänge zwischen Virtualität und Realität in der Kunst, die Rolle der Kultur in der Außenpolitik in der EU und die Kulturarbeit in der internationalen Konfliktprävention. Auf den Panels und Podien sitzen Vertreterinnen und Vertreter von Mittlerorganisationen, verschiedenen kulturpolitischen Institutionen und Einrichtungen sowie aus der Wissenschaft und der Politik. Insgesamt sprechen mehr als 70 Referentinnen und Referenten, darunter der Londoner Schriftsteller Pankaj Mishra, die Professorin für Europapolitik und Demokratieforschung, Ulrike Guérot, und der Intendant der Münchner Kammerspiele, Matthias Lilienthal. 

Aus der Politik sind unter anderem Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, vertreten. In einer Grundsatzrede spricht Gabriel am 15. Juni zum Thema „Krise, Ordnung, Europa – Deutsche Kulturpolitik in globaler Verantwortung“. Im Vorfeld der Veranstaltung wies er bereits darauf hin, dass sich "Innen" und "Außen" heute nicht weiter trennen lassen. "Ein Rückzug in das nationale Schneckenhaus und die Kleinstaaterei wäre angesichts einer immer enger zusammenrückenden Welt die völlig falsche Antwort", so Gabriel. 

Der Kulturpolitische Bundeskongress wird alle zwei Jahre von der Kulturpolitischen Gesellschaft und der Bundeszentrale für politische Bildung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städtetag, dem Goethe-Institut und dem ifa organisiert. Das erste Mal fand der Kongress 2001 unter dem Motto "kunst.macht.kulturpolitik." statt.