Flüchtlingspolitik

17.03.2017
Kategorie: Migration, Europa, Sonderpresse, Nachrichten  
Noch gehen viele Flüchtlingskinder in der Türkei nicht zur Schule. Das soll sich bald ändern. Foto: JJ Thompson (CC BY 2.0), via Unsplash

Noch gehen viele Flüchtlingskinder in der Türkei nicht zur Schule. Das soll sich bald ändern. Foto: JJ Thompson (CC BY 2.0), via Unsplash

Die EU will künftig mit 34 Millionen Euro Flüchtlingskindern in der Türkei den Schulbesuch ermöglichen. Die finanziellen Leistungen sollen ab Mai 2017 in Abständen von zwei Monaten direkt an bedürftige Flüchtlingsfamilien gezahlt werden, deren Kinder regelmäßig die Schule besuchen. Das Projekt wird im Rahmen des CCTE-Programms (''Conditional Cash Transfer for Education'') umgesetzt, mit dem seit 1986 die Integration von Flüchtlingskindern in das bestehende nationale Programm gefördert wird. Zu den Partnern gehören die Hilfsorganisationen UNICEF und der Türkische Rote Halbmond.

''Bildung in Notsituationen ist eine der Hauptprioritäten der EU. Es ist unsere moralische Pflicht, diese Generation von Flüchtlingskindern zu retten und in ihre Zukunft zu investieren'', erklärte der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Christos Stylianides. Grundlage  des neuen Bildungsprojekts ist das im September 2016 eingeführte Programm ''Soziales Sicherheitsnetz für Notsituationen'' (Emergency Social Safety Net – ESSN). Geflüchtete erhalten dadurch eine Bankkarte, mit der sie unter anderem Nahrungsmittel und eine Unterkunft bezahlen können. Das CCTE-Programm (''Conditional Cash Transfer for Education'') soll insgesamt 230.000 geflüchteten Kindern zugutekommen.  

Nach Angaben der türkischen Regierung leben derzeit mehr als 3 Millionen Flüchtlinge in der Türkei, fast die Hälfte von ihnen sind Kinder. Offiziell eingeschult sind davon 500.000. ''Wenn wir verhindern wollen, dass in unserer Region eine verlorene Generation heranwächst, dann muss die ganze Welt alles in ihrer Macht Stehende unternehmen. Hierzu leistet dieses Projekt meiner Auffassung nach einen sehr wichtigen Beitrag'', sagte der Präsident der Organisation Roter Türkischer Halbmond, Kerem Kinik.