EU-Kommission stellt Städtevergleich "Kultur und Kreativität“ vor

10.07.2017
Kategorie: Nachrichten, Nachrichten, Europa  
Die Europäische Kommission; Foto: Thomas Quine (CC BY 2.0) via Flickr

Die Europäische Kommission; Foto: Thomas Quine (CC BY 2.0) via Flickr

Warum ist Kultur wichtig für europäische Städte? Wie sieht eine "ideale" kulturelle Stadt aus?  Diesen Fragen will die Europäische Kommission  mit der ersten Ausgabe des Städtevergleichs "Kultur und Kreativität" (Cultural and Creative Cities Monitor) nähern. Der von der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) – dem internen wissenschaftlichen Dienst der Europäischen Kommission – entwickelte Städtevergleich soll Städte dabei unterstützen, lokale Stärken und Schwächen zu ermitteln und es ihnen ermöglichen, von vergleichbaren Städten zu lernen.

Das interaktive Instrument ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts, bei dem 168 Städte in 30 europäischen Ländern erfasst wurden. Mit einem interaktiven Online-Tool kann eine breite Palette an quantitativen und qualitativen Informationen zu den Leistungen der Städte abgerufen werden.  Mit 29 Indikatoren wurde ihre Leistung in neun Dimensionen gemessen, die drei wichtige Aspekte der kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Dynamik einer Stadt widerspiegeln: So wurden die kulturelle Dynamik, die Kreativwirtschaft und die Rahmenbedingungen für Künstlerinnen und Künstler analysiert.  

Die wesentlichen Untersuchungsergebnisse sind:

  • Führende Städte in puncto Kultur und Kreativität: Paris, Kopenhagen, Edinburgh und Eindhoven schneiden im Vergleich zu ähnlich großen Städten am besten ab.
  • Kultur, Kreativität und Wohlstand: Kultur und Kreativität sorgen für mehr Wirtschaftswachstum und sind daher für Städte mit geringen Einnahmen von großer Bedeutung.
  • Größe ist nicht alles: Die Größe einer Stadt ist nicht ausschlaggebend für ihre kulturelle und kreative Leistung; im Durchschnitt schneiden kleine und mittlere Städte gegenüber größeren recht gut ab.
  • Hauptstädte sind vorne dabei, aber nicht immer an der Spitze: Die Hauptstädte belegen zwar oft den ersten Platz, werden in Österreich, Belgien, Italien, Deutschland, Polen, Spanien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich jedoch von anderen Städten überholt.

Die systematische, vergleichbare europaweite Erfassung der kreativen Ressourcen, ihres Werts und ihrer Wirkung war bisher problematisch, da es insbesondere auf kommunaler Ebene keine gemeinsamen Definitionen oder Parameter gibt. Die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) der Europäischen Kommission hat den Städtevergleich "Kultur und Kreativität" entwickelt, um diese Informationslücke zu füllen.

Der Städtevergleich soll alle zwei Jahre aktualisiert werden, damit er sowohl konzeptionell als auch statistisch für alle Länder und Städte auf dem neuesten Stand bleibt und auch die Entwicklung der Städte erfasst wird.