Eine Auszeichnung für "Hoffnungsträger"

12.10.2017
Kategorie: Nachrichten  
Foto: Hope House Press (CC0 1.0), via Unsplash

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Die deutsche Autorin Christine Wunnicke und der französische Autor Philippe Forest sind die Preisträger des diesjährigen deutsch-französischen Franz-Hessel-Literaturpreises, der gestern zum siebten Mal auf der Frankfurter Buchmesse verliehen worden ist. Kulturstaatsministerin Monika Grütters und ihre französische Amtskollegin Françoise Nyssen überreichten die mit jeweils 10.000 Euro dotierte Auszeichnung. Sie soll den literarischen und intellektuellen Dialog zwischen Deutschland und Frankreich unterstützen und ein Zeichen für die Freundschaft der beiden Länder setzen.

In ihrer Laudatio bezeichnete Grütters die beiden Gewinner als "Hoffnungsträger". Literatur über nationale Grenzen hinweg diene als Bindeglied und Wegbereiter eines starken und geeinten Europas. Das sei besonders wichtig in einer Zeit, in der "Rechtspopulisten gegen Europa, gegen kulturelle Vielfalt und Weltoffenheit zu Felde ziehen und mit der Verrohung der Sprache den Boden für Hass und Hetze bereiten".

Mit dem Franz-Hessel-Preis werden deutsche und französische Autorinnen und Autoren geehrt, deren Arbeit im Nachbarland bekannter werden soll. Neben dem Preisgeld erhalten die beiden Preisträger deswegen auch Unterstützung bei der Übersetzung ihrer prämierten Werke in die jeweils andere Sprache. Bei Christine Wutticke handelt es sich dabei um ihren Gegenwartsroman "Der Fuchs und Dr. Shimamura", erschienen im Berenberg Verlag, bei Philippe Forest um sein Buch "Crue" aus dem Verlagshaus Gallimard.

Finanziert wird der Franz-Hessel-Preis von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Ministère de la Culture, ausgelobt wird er von der deutschen Stiftung Genshagen und dem französischen Kulturverein "Villa Gillet".

Mit dem Gastland Frankreich steht dieses Jahr dieses Jahr die Verbundenheit der beiden Nachbarländer durch Literatur im Mittelpunkt der Frankfurter Buchmesse. Monika Grütters sagte: "Die diesjährige Buchmesse setzt den rechtspopulistischen Tendenzen in Teilen Europas die Kraft der Kultur und der Literatur als Ausdruck unserer gemeinsamen Werte entgegen: Pluralismus, Offenheit, Toleranz und gesellschaftliche Teilhabe."

Gleichzeitig ist dieses Jahr zum ersten Mal seit langem wieder der rechtsextreme Antaios Verlag auf der Frankfurter Buchmesse vertreten. Der Geschäftsführer des Verlags, Götz Kubitschek, gilt als einer der Vordenker der Neuen Rechten in Deutschland. Vertreterinnen und Vertreter der Buchbranche haben bereits gegen den Auftritt des Verlages in Frankfurt demonstriert.