Deutsches Kulturerbe im östlichen Europa

13.06.2017
Kategorie: Nachrichten, Europa  
Foto: Bernard Gaida, vdg

Foto: Bernard Gaida, vdg

Kulturstaatsministerin Monika Grütters plädiert für eine Aufarbeitung der Geschichte der Deutschen in Mittel- und Osteuropa "ohne Rücksichtnahmen, ohne Kalkül, ohne Rechthaberei".

Deutschland teilt mit seinen europäischen Nachbarn eine lange Geschichte. Wie kann die gemeinsame Erinnerung zur europäischen Integration beitragen? Diese Frage stand im Fokus der Tagung "Erinnerung bewahren – Zukunft gestalten" am 12. Juni in Berlin.

Eröffnet wurde die Tagung von Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien. In ihrer Rede wies sie darauf hin, dass ein "geschärftes Bewusstsein für den Wert des deutschen Kulturerbes im östlichen Europa" in Zeiten von Populismus eine besondere Rolle spiele. Es helfe dabei, Europa als "Kulturraum und Wertegemeinschaft zu verteidigen". Die gemeinsame Auseinandersetzung mit der Vergangenheit müsse "ohne Rücksichtnahmen, ohne Kalkül, ohne Rechthaberei" geschehen, sagte die Kulturstaatsministerin. Sie sei die Voraussetzung für Versöhnung und Verständigung sowie für ein geeintes Europa.

Laut Grütters sind "die reiche Kultur und die lange Geschichte der Deutschen im östlichen Europa Teil unserer Identität". Das Zusammenwachsen Europas habe der Förderung der deutschen Kultur und Geschichte im östliche Europa neue Möglichkeiten eröffnet. Der Vielstimmigkeit der Erinnerungen an das deutsche Kulturerbe im östlichen Europa mehr Gehör zu verschaffen, ist der Bundesregierung ein erinnerungspolitisches Anliegen, so Grütters. Seit diesem Jahr stellt sie jährlich eine Millionen Euro zusätzlich für die Weiterentwicklung der Konzeption zur Kulturförderung nach §96 des Bundesvertriebenengesetzes zur Verfügung.

Die Tagung "Erinnerung bewahren – Zukunft gestalten" wurde von der Kulturstaatsministerin, dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa und der Katholischen Akademie in Berlin e.V. veranstaltet.