Bauer, Anke: Kontinuität und Wandel in der italienischen Außenpolitik am Beispiel der Auswärtigen Kulturpolitik

13.06.2012
Kategorie: akpb, Abschlussarbeiten  

Hauptthemen: Italien + Außenpolitik einzelner Staaten + Verhalten in den internationalen Beziehungen + Wechselbeziehungen Außenpolitik - Innenpolitik + Innerstaatliche Faktoren der Außenpolitik + Stellenwert + Nationale Identität + Fallstudie + Auswärtige Kulturpolitik + Konzeption + Wissenschaftliche Methoden + Methodenansätze + Konstruktivismus + Diskurstheorie
Unterthemen: Diaspora + Italiener + Außenwirtschaftliche Faktoren + Image-Bildung + Auslandsbild + Europapolitik
Abstract: Als Enfant terrible ohne europapolitisches Programm und langfristige außenpolitische Agenda – so wird Italien während der Mitte-Rechts-Koalition von 2001-2006 in der europäischen Forschungsliteratur charakterisiert. Nach langen Jahren außenpolitischer Kontinuität vollzog sich ab 2001 in Italien ein Wandel, der sich besonders gut am Beispiel der Auswärtigen Kulturpolitik verdeutlichen lässt. Zu dieser Zeit zeigte sich dort nicht nur ein neu erwachtes Interesse an den kulturellen Außenbeziehungen, sondern auch ein Trend hin zur stärkeren Instrumentalisierung der Auswärtigen Kulturpolitik zugunsten wirtschaftlicher Interessen. Deutlich wurde dies zum Beispiel an einer zunehmenden Unterstützung der italienischen Gemeinden im Ausland zu Lasten kultureller Kooperationen. Anke Bauer versucht in ihrer Arbeit, durch die historische Diskursanalyse das außenpolitische Verhalten Italiens anhand seiner nationalen Identität zu erklären. Eines der wichtigen wiederkehrenden Elemente, das den italienischen Regierungsdiskurs ab 2001 auszeichnete, war das Bild von Italien als bedrohtem Außenseiter. Aus diesem Diskurselement erklärt sich die große Bedeutung, die dem positiven Ansehen Italiens im Ausland beigemessen wurde. Dieses Ansehen, die "bella figura", sollte vor allem durch die Auswärtige Kulturpolitik gestärkt werden. Dominierend für den italienischen Diskurs zur Auswärtigen Kulturpolitik war daneben die Vorstellung vom italienischen Sonderweg und der Besonderheit Italiens im internationalen System. Die Angst vor einem drohenden Bedeutungsverlust erklärt die starke Betonung nationaler Interessen, die in der Instrumentalisierung der Auswärtigen Kulturpolitik Italiens zum Ausdruck kam. Anke Bauer zeigt, dass eine wirkliche Neuorientierung der Außenkulturpolitik in der Praxis jedoch nicht stattfand, umgesetzt wurde von allem nur wenig. (ifa)
Dokumentenart: Abschlussarbeit (Hochschulstudium)