Barbian, Nikolaus: Auswärtige Kulturpolitik und "Auslandsdeutsche" in Lateinamerika 1949-1973

04.08.2014
Kategorie: Geschichte, Neuerwerbung, Abschlussarbeiten  
Auswärtige Kulturpolitik und "Auslandsdeutsche" in Lateinamerika 1949-1973

Hauptthemen: Bundesrepublik Deutschland (1949-1990) + Deutsche Demokratische Republik + Lateinamerika + Auswärtige Kulturpolitik + Konzeption + Stellenwert + Förderung / Unterstützung + Ethnische Bevölkerungsgruppe / Volksgruppe + Deutsche + Migranten + Kulturarbeit + Träger von Maßnahmen + Rivalität + Migranten + Verein für das Deutschtum im Ausland (St. Augustin)
Unterthemen: Lateinamerikapolitik + Chile + Argentinien + Brasilien + Paraguay + Weltkrieg 2. (1939-1945) + Nachkriegssituation + Flüchtlinge + Säuberungen + Presse + Buch + Gabe + Deutsches Ausland-Institut (Stuttgart)
Abstract: Im späten 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts galten ausgewanderte Deutsche, die ihre Lebensweise in die neue Heimat mitbrachten und fortführten, als wichtige Mittler deutscher Kultur im Ausland und strategisch bedeutende Anknüpfungspunkte für Kontakte in fremde Länder. Der Nationalsozialismus instrumentalisierte die sogenannten "Auslandsdeutschen" und stilisierte sie zu Boten einer weltweiten deutschen Vormachtstellung hoch. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war das Verhältnis der deutschen Außenpolitik zu den Aussiedlern schwierig. Das Auswärtige Amt orientierte sich um und stellte Kulturaustausch und Dialog mit anderen Völkern ins Zentrum seiner Kulturagenda. Betrachte man die Geschichte der Auswärtigen Kulturpolitik Deutschlands, ohne die "Auslandsdeutschen" zu berücksichtigen, ergebe dies kein vollständiges Bild, schreibt Nikolaus Barbian in seiner  Studie. Auch bis über das Kriegsende hinaus blieben deutsche Aussiedler ein wichtiger Kontakt für deutsche Außenpolitik in fernen Ländern. Barbian untersucht das Verhältnis der Bundesrepublik Deutschland zu den Aussiedlern in Lateinamerika von der Gründung der Bundesrepublik bis in die frühen Siebzigerjahre. Während sich deutsche Auswanderer in Nordamerika bereits nach dem Ersten Weltkrieg von der "alten Heimat" abgewandt hatten, blieben die in Lateinamerika ansässigen Deutschen ihrer Heimat auch über den Großen Krieg hinaus verbunden. In Deutschland konnte nach dem Krieg das Deutsche Ausland-Institut (DAI), 1949 als Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) neu gegründet, seine Arbeit wieder aufnehmen und führte Aufgaben des in der Entnazifizierung als belastet eingestuften Volksbunds für das Deutschtum im Ausland (VDA) fort. Heute spielen "Auslandsdeutsche" in der deutschen Außenpolitik nur noch eine geringe Rolle. Eine stärkere wissenschaftliche Aufarbeitung wäre allerdings wünschenswert, so Barbian. Denn das "Auslandsdeutschtum" gebe eine interessante und bisher wenig beachtete Perspektive auf das Thema Migration. (ifa)
Dokumentenart: Dissertation