Laufende Projekte

Expertinnen und Experten

Friedensverantwortung und gesellschaftliche Stellung nicht-abrahamitischer Religionen

Dieses Projekt untersucht das Friedenspotenzial nicht-abrahamitischer Weltreligionen in Asien mit einem Fokus auf Buddhismus und neohinduistische Bewegungen. Hierzu werden Merkmale, Rollen und Methoden religiöser Akteure in der Konfliktbearbeitung skizziert. Auch Konfliktherde, in denen diese Religionen eine Rolle spielen, werden aufgezeigt und Konfliktpotenziale der jeweiligen Religionen beschrieben. Mit Hilfe einer Bestandsaufnahme von religiösen Akteuren sowie (inter-)religiösen und anderen (säkularen) Organisationen, die sich friedenspolitisch engagieren, werden potenzielle Partner für die deutsche Außenpolitik identifiziert. 

Dr. Martin Bauschke, Religionswissenschaftler und Theologe, war als Vikar und Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg tätig und promovierte an der Universität Jena. Bis 2016 leitete er das Berliner Büro der Stiftung Weltethos. Er ist Gründungsmitglied des Abrahamischen Forums beim Interkulturellen Rat in Darmstadt und engagiert sich im interkulturellen und interreligiösen Dialog sowie in der religionswissenschaftlichen und ethischen Bildungs- und Fortbildungsarbeit. 
Kontakt: martin.bauschke(at)ifa.de  

Religion als Thema deutscher Außenpolitik

In einer "Welt aus den Fugen" lösen einige sich auf Religion berufende Akteure immer wieder außenpolitische Krisen aus. Im Gegenzug arbeiten gerade Religionsgemeinschaften aber auch vielfach mit besonderem Engagement und grenzüberschreitender Perspektive an Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität. Das Forschungsprojekt "Religion als Thema deutscher Außenpolitik" vergleicht bereits vorhandene religionsaußenpolitische Institutionen, Initiativen und Prioritäten von internationalen Organisationen, den USA und den Regierungen ausgewählter europäischer Staaten. Dabei werden Bereiche zur Stärkung der Friedenszusammenarbeit mit religiösen Partnern identifiziert.

Dr. Peter Bender; Foto: privat

Dr. Peter Bender, Politikwissenschaftler und katholischer Theologe, ist seit über 20 Jahren mit dem Themenfeld Religion und internationale Politik befasst – in Studium, Forschung, Lehre, Publikationen, Religionsdialog und Politikmanagement. Nach dem Studium in Freiburg mit Auslandsaufenthalten in Frankreich, USA, Mexiko und Brasilien arbeitete er im Europäischen Parlament in Brüssel, als Fachjournalist bei einer Brüsseler Medienagentur, als Hochschuldozent zu den Beziehungen zwischen Europa und der islamischen Welt und als religionspolitischer Referent beim SPD-Parteivorstand in Berlin.
Kontakt: peter.bender(at)ifa.de

Resilienzstrategien als Antwort auf Nationalisten als außenkulturpolitische Akteure

Das Projekt untersucht den aktuellen Aufstieg des Populismus in ausgewählten europäischen Ländern und seinen Einfluss auf den internationalen Austausch und auf die auswärtige Kulturpolitik Europas. Dabei werden vier Aspekte beleuchtet: (i) Die Art und Weise, in der sich die Identitätspolitik des Populismus auf internationale Beziehungen und Außenpolitik auswirkt, stellt die Verpflichtungen der Globalisierung und den fortdauernden Bestand der liberalen internationalen Ordnung der letzten 70 Jahren in Frage. (ii) Das Projekt macht eine Bestandsaufnahme internationaler Netzwerke populistischer Organisationen. (iii) Es wird den Einfluss des Populismus auf Politik analysieren, insbesondere sein Streben nach Nationalismus und Bilateralismus auf internationaler Ebene zu Ungunsten von multilateraler, institutionell verankerter gemeinsamer Problemlösungen. (iv) Schließlich wird es auf Basis einer Analyse von EU-Politiken zur Stärkung globalen Engagements durch auswärtige Kulturpolitik Strategien untersuchen, die diese Trends sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene eindämmen.

Prof. Richard Higgott, PhD, FRSA, FAcSS ist Professor am Institute of European Studies und am Vesalius College der Freien Universität Brüssel. Er ist emeritierter Professor für internationale politische Ökonomie der Universität Warwick, wo er das Centre for Study of Globalisation and Regionalisation gegründet hat und die Position des Vizekanzlers inne hatte. Higgott ist Autor und Herausgeber von mehr als 20 Werken und 150 peer reviewed Beiträgen in großen Fachzeitschriften wie International Organisation, Political Science Quarterly, International Political Science Review, International Affairs, Politque Etrangère and Aussenpolitik und der Review of International Political Economy.

Die Rolle der Kultur in einem gespaltenen Europa

Der Aufschwung von populistischen, extremistischen und euroskeptischen Parteien gefährdet die Europäische Union. Das Forschungsprojekt untersucht, inwiefern der Kultursektor eine Rolle in der Eindämmung dieser inneren Bedrohung für die europäische Idee spielen kann und entwickelt Kulturpolitiken für die europäische Ebene, um darauf zu reagieren. Dies erfordert nicht nur ein Verständnis für den wachsenden Erfolg solcher nach innen gerichteter Akteure, ihrer Agenden und Strategien, sondern auch zu identifizieren, welche Position der Kultursektor in diesem Kontext einnehmen kann. In Anbetracht dessen entwickelt das Projekt mögliche Szenarien neuer Formen von kultureller Kooperation in Europa.

Mafalda Dâmaso berät und forscht an der Schnittestelle Kultur und Internationale Beziehungen. Sie hat kürzlich Ihre Doktorarbeit zur visuellen Rethorik der Vereinten Nationen bei der Glodsmiths University of London eingereicht und forscht vergleichend zur Kulturpolitik der Europäischen Union. Dâmaso hat in mehreren europäischen Ländern im Kultursektor, in der Kreativiundustrie und in Think Tanks beraten und gearbeitet, ebenso als Dozentin in der Hochschul-  und Weiterbildung sowie im öffentlichen und privaten Sektor. 
Kontakt: mafalda.damaso(at)ifa.de  

Synergien Auswärtiger Kulturpolitik im Inland mit besonderem Fokus auf Kommunen

In einer zunehmend interdepenten Welt verschwimmt die an nationalstaatlichen Grenzen orientierte Trennung zwischen Innen und Außen immer mehr. Es ist daher notwendig, auch die Kulturpolitik von Innen und Außen zusammenzudenken. Die Kommunen als Akteure und Partner der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik noch stärker zu erschließen, gemeinsame Aktionsfelder zu beschreiben und den Austausch zwischen kommunaler und Außenkulturpolitik zu intensivieren, ist das Anliegen dieses Projektes. Dafür werden 1. bestehende Programme der AKBP für die Zielgruppe der Kommunen analysiert und aufbereitet, 2. ein Mapping der transnationalen Kulturarbeit von 20 ausgewählten Kommunen durchgeführt und 3. die Ergebnisse auf dem 9. Kulturpolitischen Bundeskongress vorgestellt und diskutiert.

Ulrike Blumenreich (Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft)

Kreativwirtschaft International

Kreativwirtschaft wird in allen Ländern sowie der EU als Wachstumstreiber und Jobmotor angesprochen. Parallel stellt Kultur und Kreativität als strategische "Soft-Power"-Ressource eine immer wichtigere Grundlage internationaler Beziehungsarbeit, AKBP und Diplomatie dar. Folgende Fragestellungen stehen im Vordergrund: In welcher Form ist die Kreativwirtschaft in ausgesuchten Ländern (Kanada, Großbritannien, Frankreich, die Niederlande, Finnland, Schweden, Österreich) Bestandteil der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik und/oder der Außenwirtschaftspolitik? Mit welchen finanziellen Mitteln wird dort Internationalisierung der heimischen Kreativwirtschaft dieser Länder im internationalen Kontext gefördert? Was sind die zentralen Ziele bzw. Zielgruppen und Formen einer solchen Förderung der heimischen Kreativwirtschaft im internationalen Kontext als Teil der Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik dieser Länder? Was sind bei den analysierten Ländern die zentralen Ziele bzw. Zielgruppen und Formen der Förderung der heimischen Kreativwirtschaft als Teil der Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik? Auf der Basis dieses Vergleichs werde erste Implikationen für mögliche Internationalisierungsprozesse der deutschen Kultur- und Kreativwirtschaft im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) abgeleitet. Bestandteil der Ergebnisse sind auch erste Benennungen von Potenziale für Internationalisierungsprozesse und internationale Kooperationen aus der Sicht der veränderten bundesdeutschen Kultur- und Kreativwirtschaftsstruktur.

Bastian Lange; Foto: privat

Dr. Bastian Lange ist Stadt- und Wirtschaftsgeograph. Seit mehr als 20 Jahren forscht und publiziert er zu Fragen der Entstehung neuer Orte und der Transformation von Märkte und Akteurstypen. Er unterstützt und berät Kommunen, Länder, Ministerien und die Europäische Kommission mit partizipativen Methoden bei der Umsetzung nachhaltiger Entwicklungs-perspektiven für Stadt und Region sowie neue Märkte und Internationalisierungsprozesse.
Kontakt: bastian.lange(at)ifa.de

Folgen des Brexit für die internationalen Kulturbeziehungen in Europa

Das Votum der britischen Bevölkerung im Juni 2016 für das Verlassen der Europäischen Union, bekannt als Brexit, war eine unerwartete Entscheidung, die maßgebliche Auswirkungen auf Kulturbeziehungen nach sich zieht. Die Entscheidung für einen Brexit wurde im Zuge steigender Unterstützung für Nationalismus (verschiedener Formen) und für populistische Bewegungen gefällt. Der Brexit stellt zudem die Einigkeit des Königreiches auf die Probe und wurde von den Führern rechter Flügel in ganz Europa als eine Inspiration für ihre eigenen Kampagnen gegen die EU-Mitgliedschaft und gegen offene, multikulturelle Gesellschaften begrüßt. Dies stellt die Idee von Kulturbeziehungen grundsätzlich in Frage, da Länder zur Verfolgung von nationalen Interessen zurückkehren. Welche Konsequenzen für kulturelle Zusammenarbeit sind konkret, welche können potentiell eintreten? Wie kann Deutschlands Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik zu Beginn dieses Prozesses reagieren? Wie kann interkultureller Austausch trotz der Aussicht auf einen Brexit langfristig gesichert werden? Das Projekt wird mögliche Szenarien und entsprechende Handlungsoptionen entwickeln.

Stuart MacDonald ist Experte für internationale Kulturbeziehungen. Er gründete das Center for Cultural Relations der Universität Edinburgh, um sowohl Theorie als auch Praxis von Kulturbeziehungen durch innovative, interdisziplinäre Forschung, Studium und Wissensaustausch weiterzuentwickeln. Er hat zahlreiche Forschungsprojekte zu Kulturbeziehungen umgesetzt und die EU, das Vereinigte Königreich und schottische Regierungen beraten. In China, den USA, Frankreich, Deutschland, Schweden und Italien hat er kulturelle Austauschprogramme entwickelt. Als Regierungsrat war er in Großbritannien, für schottische Regierungen zu Kultur-, Verfassungs- und Bildungspolitik und als Leiter der Kunstabteilung des schottischen Kunstrats tätig. Er ist Fellow der Königlichen Gesellschaft zur Förderung der Künste in London und berät gegenwärtig Universitäten in Deutschland und Großbritannien zu ihren EU-Strategien.
Kontakt: stuart.macdonald(at)ifa.de 

Kultur als strategischer Faktor am Beispiel Indien

Unter Berücksichtigung der Bedeutung "kultureller Intelligenz" für die deutsche AKBP untersucht die Studie soziale und kulturelle Ideen, die zurzeit in der indischen Politik und Gesellschaft bedeutsam sind. Dabei stehen die Wirkmächtigkeit indischer Denktraditionen und Ideologie(n) für Gesellschaft und Politik, Indiens (neue) kulturelle Diplomatie und allgemein sich neu abzeichnende Trends in der indischen Zivilgesellschaft im Fokus der Analyse.

Arndt Michael; Foto: privat

Dr. Arndt Michael ist Politikwissenschaftler und Programmkoordinator des Colloquium politicum an der Universität Freiburg. Seit 2004 forscht und unterrichtet er zu indischer Außen- und Sicherheitspolitik und regionaler Kooperation in Südasien. Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem sein mehrfach ausgezeichnetes Buch „India’s Foreign Policy and Regional Multilateralism“ (Palgrave Macmillan, 2013), der mit MM Baumann herausgegebene Sammelband „Indien Verstehen“ (VS Springer, 2016) sowie zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften wie India Quarterly, India Review oder Harvard Asia Quarterly. 
Kontakt: arndt.michael(at)ifa.de 

Postkoloniale kuratorische Herausforderung an der Schnittstelle von ethnologischen Museen und Kunst

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um das Humboldt-Forum werden im Rahmen der Studie zentrale Herausforderungen ethnologischer Museen aus einer postkolonialen Perspektive beleuchtet. Die postkoloniale Kritik setzt nicht erst bei der Aneignung und Unterwerfung von Körpern und Objekten der "Anderen" an, sondern bereits bei den epistemologischen Konzepten, auf denen die Institution Museum gründet. Wie können in der Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit dialogische Prozesse mit den "Source Communities" der Objekte auf Augenhöhe gestaltet sein? Was können angesichts der Krise der Repräsentation fremder Kulturen künstlerische Praktiken an der Schnittstelle zur Wissenschaft leisten? Dazu werden anhand von Best Practice-Beispielen kulturpolitische Empfehlungen formuliert.

Regina Wonisch; Foto: privat

Mag. Regina Wonisch ist Historikerin, Museologin und freiberufliche Ausstellungskuratorin. Sie lebt und arbeitet in Wien. Sie ist Mitarbeiterin des Instituts für Wissenschaftskommunikation und Hochschulforschung der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (Standort Wien) und Leiterin des Forschungszentrums für historische Minderheiten in Wien.
Kontakt: regina.wonisch(at)ifa.de

Wahrnehmung deutschen Engagements im Kontext von Migration und Fluchtursachenbekämpfung

Das Projekt rückt das entwicklungspolitische Engagement Deutschlands in Flucht- und Transitländern ins Zentrum des Interesses und untersucht dieses im Kontext von Migration. Jedes Jahr versuchen Tausende von Migranten aus Subsahara-Afrika über die gefährliche Mittelmeerroute in die Europäische Union zu gelangen. Vor diesem Hintergrund wird danach gefragt, ob Projekte der bilateralen Zusammenarbeit in Flucht- und Transitländern ihre Zielgruppen erreichen und die Bedürfnisse und Notlagen der Menschen vor Ort adressiert werden. Dazu werden qualitative Fallstudien in drei afrikanischen Ländern (Kenia, Guinea, Mali) durchgeführt.

Dr. Anke Fiedler hat Kommunikationswissenschaft, Soziologie und Psychologie (M.A.) an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Université Paris II Panthéon-Assas studiert. Von Juli 2004 bis März 2005 sowie von November 2006 bis Mai 2008 war sie Mitarbeiterin bei der UNESCO in Paris, in Bujumbura und in Amman. Von 2009 bis 2013 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität München (2012 Promotion zum Dr. phil.). Von 2014 bis 2016 war sie Postdoktorandin an der Université libre de Bruxelles im EU-geförderten Projekt INFOCORE. Im Wintersemester 2015/16 hat sie die W2-Professur “Kommunikationsgeschichte und Medienkulturen” am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität Berlin vertreten. Seit 2009 ist sie freiberufliche Mitarbeiterin bei der Berliner Medienentwicklungsorganisation Media in Cooperation and Transition (MiCT) gGmbH. 

Auswirkungen des US-Wahlergebnisses auf Kulturbeziehungen

Bereits in den ersten Tagen seiner Amtszeit zeichnete sich ab, dass die Präsidentschaft Donald Trumps wohl zu einer Belastungsprobe für die transatlantischen Beziehungen werden wird. Für Deutschland und Europa stellt sich die Frage, wie sich Dialog und kultureller Austausch zwischen den Partnern in Zukunft neu ausrichten müssen. Dieses Projekt untersucht mögliche Auswirkungen der jüngsten US Präsidentschaftswahlen auf die Kulturbeziehungen zwischen den USA und Deutschland. Dabei werden eine Bestandsaufnahme erstellt und mögliche zukünftige Entwicklungen herausgearbeitet. Als Ergebnis soll eine Studie entstehen, die einen Überblick zu relevanten institutionellen Akteuren bietet und dabei mögliche Prognosen und praktikable Handlungsspielräume für die deutsche Außenpolitik beleuchtet.

Dr. Curd Knüpfer arbeitet derzeit als Gastdozent und Postdoktorand am John F. Kennedy Institut der Freien Universität Berlin. Anfang 2015 schloss er dort seine Promotion zu rechtskonservativen Medien in den USA und deren Berichterstattung über US-Außenpolitik ab. Seine Forschungsinteressen liegen in der politischen Kommunikation und US-Außenpolitik, mit einem besonderen Fokus auf Medienfragmentierung und politischer Polarisierung. Seine aktuellen Forschungsprojekte befassen sich mit den politischen Auswirkungen von Mediensystemen im Wandel und den transnationalen Aspekten von Framing Prozessen. 
Kontakt: knuepfer(at)ifa.de