Deutschlands Umgang mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts, Mai 2015 | Berlin / Dresden

Besucherprogramm der Bundesrepublik Deutschland

2015

DITIB Zentralmoschee, Köln Ehrenfeld © ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)

Einheit in Vielfalt – Religion und Toleranz in Deutschland

Wie verhalten sich Religion und Staat in Deutschland zueinander? Wie ist Religion in anderen Ländern organisiert? Diese und weitere Fragen diskutierten die Teilnehmer der Delegationsreise "Religion und Toleranz in Deutschland", darunter Experten aus zwölf Ländern.

Deutschlands Umgang mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts; © ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)

Deutschlands Umgang mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts

70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland erhielten Journalisten, Kulturschaffende und Professoren einen lebendigen Eindruck der Erinnerungskultur in Deutschland.

2014

Netzpolitik; © ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)

Netzpolitik  

Datensicherheit, Internetkriminalität und Cyberkriege, das Recht auf persönliche Freiheiten und die vom digitalen Wandel ausgehenden Bedrohungen für die Grundrechte und die Demokratie waren Themen einer Besuchsreise von Bloggern, Journalisten und Wissenschaftlern aus Ländern, in denen keine bzw. nur eingeschränkte Pressefreiheit herrscht.

Deutschlands Umgang mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts; © ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)

Deutschlands Umgang mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts

2014 jährte sich der Beginn des 1. Weltkriegs zum 100., der des 2. Weltkriegs zum 75. Mal. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfuhren, wie Deutschland dieser Ereignisse gedenkt, und welche Konsequenzen es durch die europäische Integration und die Ausrichtung seiner Bildungs- und Außenpolitik aus der Geschichte gezogen hat.

2012

Wirtschaftliche, soziale, kulturelle Menschenrechte; © ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)

Wirtschaftliche, soziale, kulturelle Menschenrechte

Menschenrechte sind unteilbar – Ohne Wasser keine Würde keine Freiheit. Und ohne Kultur keine Teilhabe kein Frieden. Die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte stehen gleichwertig zu den politischen. Deutschland setzt sich international für deren Einhaltung ein und tut gut daran, offen zu bleiben für die Überprüfung der Gewährleistung im eigenen Land.

2011

Themenreise "Todesstrafe"; © ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)

Medien(selbst)regulierung

Freie Medien und eine funktionierende Demokratie sind zwei Seiten derselben Medaille. Die robuste und auf möglichst großen Pluralismus ausgerichtete Struktur der Medienlandschaft in Deutschland ist ein Ergebnis der bestürzenden Erfahrung des Nationalsozialismus und besitzt bewusst installierte und bewährte Mechanismen, ähnlichen Entwicklungen von vornherein vorzubeugen.

Todesstrafe

Rechtsfrieden bedarf eines funktionierenden Rechtsstaates und einer entwickelten Zivilgesellschaft – und einer ungeteilten Praxis der Menschenrechte. Mit diesem Zusammenhang beschäftigte sich die Themenreise "Todesstrafe".

2010

Foto: Philipp Jusim
Foto: Philipp Jusim

Der Weg zur Deutschen Einheit

Am 3. Oktober 2010 wurde der 20. Jahrestag der Deutschen Wiedervereinigung begangen. Sie basiert auf den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen, die die Deutsche Einheit ermöglichten und Deutschland die volle Souveränität über seine inneren und äußeren Angelegenheiten zuerkannten. Internationale Journalisten erhielten einen Einblick in den Prozess der inneren Einheit und äußeren Einbindung Deutschlands.

Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise

Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise beschäftigt Regierungen und Zivilgesellschaften weltweit. Die Folgen kalkulierter Wirtschaftsblasen, unabgestimmter Währungspolitiken, einer Spekulationswut im Finanzsektor und eines hohe Risiken eingehenden Bankenmanagements lösten zahlreiche Debatten aus. In Deutschland gilt die Bewältigung der Finanzkrise als vergleichsweise gelungen. Für Journalisten aus der ganzen Welt bietet der Fall Deutschlands interessante Einblicke.

Kontakt

Institut für Auslandsbeziehungen
Besucherprogramm der Bundesregierung
Waltraud Iraschko
Charlottenplatz 17
70173 Stuttgart
Tel. +49.711.2225.142
iraschko(at)ifa.de

Das ifa führt als Mittlerorganisation innerhalb der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik für das Auswärtige Amt Informationsreisen im Rahmen des Besucherprogramms der Bundesrepublik Deutschland durch. Die Themenreisen des Besucherprogramms sind eines der wirksamsten Instrumente der Public Diplomacy. Mit diesen Reisen werden Multiplikatoren aus der ganzen Welt nach Deutschland eingeladen, um politische Konzepte zu erläutern und darüber ins Gespräch zu kommen.

"Religionsunterricht ist eine Erfahrung, die wir auf Vietnam übertragen könnten, denn auch in Vietnam leben viele Volksgruppen mit vielen Religionen." 
Doan Lam Tran, Vietnam

"Deutschland ist nicht perfekt, aber Ihr habt gelernt mit den Herausforderungen umzugehen."
Csaba-Ferenc Asztalos, Rumänien

"Hier wird Großartiges für die Sicherheitspolitik der Deutschen gemacht. So etwas gibt es in Jordanien nicht"
Ahmad Monther Mohammad Almomani, Jordanien

"Hier in Deutschland gibt es aufrichtiges Interesse. In Aserbaidschan ist das Interesse ziemlich unredlich, da es auf schlechten Absichten beruht. Wenn sie ein modernes Internet haben wollen, dann weil sie Kontrolle haben und wissen wollen, was die Menschen machen"
Arzu Geybullayeva, Aserbaidschan

"Ihre Art der Interaktion mit der Regierung und den staatlichen Institutionen unterscheidet sich gänzlich von Ländern wie meinem […]. Die Offenheit, die wir bei unserem Besuch des Innenministeriums erfahren haben, ist etwas, das wir uns vor Augen halten sollten, wenn wir in unsere Länder zurückkehren und versuchen, unsere Regierungen zu mehr Offenheit und Transparenz zu bewegen. Wenn es gelingt."
Dhouha Ben Youssef, Tunesien

"Ich habe nicht erwartet, dass die Deutschen im Allgemeinen noch so eng mit ihrer Vergangenheit verbunden sind. Gleichzeitig versucht die deutsche Regierung das Internet für die Menschen nutzbarer zu machen"
Ziad Abu Zayyad, palästinensische Autonomiegebiete

"Aus diesem Programm habe ich, verglichen mit meinem Land, zwei neue Erkenntnisse gewonnen: Wie bewusst die Deutschen mit ihrer Privatsphäre umgehen und wie sie zwischen staatlicher Überwachung und solcher von privaten Unternehmen unterscheiden."
Blogger aus Sri Lanka

"Was mich am meisten erstaunt hat, war, dass die deutsche Regierung das Programm organisiert hat und wir trotzdem viele Referenten aus der Zivilgesellschaft treffen konnten. Die südkoreanische Regierung würde so etwas nicht machen"
Kyung Young Choi, Korea

"Je nach unserem Umfeld können wir vielleicht ein paar Ideen, die wir hiervon mitnehmen, umsetzen: Zum Beispiel die Datenschutzgesetze. Solche Gesetze existieren in Angola noch nicht."
Kady Mixinge, Angola

"Zu sehen, wie aus der Sicht der Regierung an einer digitalen Agenda gearbeitet wird, wie stark sie darin eingebunden und daran interessiert ist, war am interessantesten. Das ist einzigartig. Und ebenso zu sehen, wie die Zivilgesellschaft beteiligt wird."
Arzu Geybullayeva, Aserbaidschan

"Die Kombination, die es hier zur Sicherung von Meinungsfreiheit und Demokratie zwischen dem staatlichen und dem privaten Sektor gibt, ist großartig und faszinierend zugleich."
Moiyen Zalal Chowdhury, Bangladesch

"Der Blickwinkel auf die Geschichte und das Gedenken ist hier ganz anders […]. Was ich gesehen habe, führt mich zu einer völlig neuen Denkweise. Das Holocaust-Denkmal und das Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung haben mich, wegen der Art und Weise wie Sie mit Ihrer Geschichte umgehen, am meisten beindruckt."
István Zoltán Szecsey, Ungarn

"Deutschland ist für den Umgang mit der Vergangenheit in vieler Hinsicht ein Vorbild. Im Irak spricht man nicht offen über die Vergangenheit. Wenn wir diskutieren, wird polarisiert, links oder rechts, es gibt keinen gemeinsamen Nenner. Wir können uns nicht so einigen, wie es hier gemacht wird […]. Vielleicht schämen wir uns im tiefsten Inneren, Aufschluss über unsere Taten zu geben. Anstatt das Problem der Teilung zu lösen haben wir weitere geschaffen. Wir brauchen eine Art von Vergebung und Dialog."
Saad Bashir Eskander, Irak

"Die Museumsbesuche waren für mich sehr interessant, da die Museen in meiner Heimat sehr konservativ sind, vor allem, wenn es um die Geschichte des Zweiten Weltkrieges geht. Ich habe vor allem in Dresden sehr gute Beispiele für die Gestaltung von Ausstellungen."
Aliaksei Bratachkin, Weißrussland

"Das Bestreben der Deutschen, die beiden Weltkriege und das, was damals passiert ist, nicht zu vergessen, hat mich am meisten überrascht"
Shota Kobayashi, Japan

"Im Nahen Osten als Region gibt es viele Parallelen, wie rassistische Politik, Kriege und Invasionen. Für mich maßgeblich, wie Deutschland mit seiner Vergangenheit umgeht und wie man Wunden heilen und eine bessere Zukunft gestalten kann."
Saad Bashir Eskander, Irak

"Wir müssen an Erinnerungen festhalten. Wir müssen Wege finden um das Interesse kommender Generationen an der Vergangenheit aber auch der Zukunft zu stärken. Das ist sehr wichtig – die Vergangenheit zu betrachten und gleichzeitig eine Zukunft zu sehen. Ich glaube das ist die Botschaft, die Deutschland heute vermittelt."
Ion Ionitá, Rumänien

"Ich bin fasziniert von den Maßnahmen, die in der Bildung, in Künstlerprogrammen und auch auf politischer Ebene ergriffen wurden, davon, wie die Regierung Zuständigkeiten auf die Zivilgesellschaft überträgt um mit der Vergangenheit umzugehen."
Remzije Istrefi Peci, Kosovo

"Wir alle haben in unseren Ländern ähnliche Probleme wie Deutschland – und doch völlig anders. In Kolumbien haben wir dazu noch eine gespaltene Gesellschaft und den Bürgerkrieg. Auch wir brauchen einen Diskurs wie in Deutschland 70 Jahre nach Kriegsende. Wir müssen uns mit unseren Gedanken, unserer Reue und unserem Land auseinandersetzen – um ein gemeinsames Land aufzubauen mit Menschen, die genau gegensätzlich denken"
Roberto Pombo, Kolumbien

"Die Gedenkfeier im Bundestag hat mich sehr beindruckt und ich habe mich gefragt, ob so etwas auch in Ungarn möglich wäre. Die Antwort ist: Nein. In Ungarn herrscht nicht die geringste Übereinstimmung hinsichtlich unserer Geschichte, unserer Identität und unserer Bestimmung."
György Csepeli, Ungarn

"Ich habe gesehen, dass die deutsche Gesellschaft und die Regierung dem Gedenken eine sehr hohen Stellenwert einräumen. Manchmal ist das schwierig, manchmal unangenehm, aber zweifellos ist es immer gut"
Alexandr Kaminsky, Kasachstan

"Bevor ich hier herkam, hatte ich nur ein oberflächliches Bild. Ich wusste zwar, dass es hier eine Erinnerungskultur gibt, aber erst nach der Teilnahme an diesem Programm habe ich verstanden, dass es ein sehr langer Lernprozess der Deutschen war und dass sich jede Gesellschaftsgruppe große Mühe gab. In Korea wollen viele vom deutschen Modell lernen und es nachmachen. Wenn wir das wirklich wollen, muss sich die ganze Gesellschaft mehr anstrengen."
Min Hee Park, Südkorea

"Die in Deutschland seit vielen Jahre geführten Diskurse zu erleben, war für mich am Wichtigsten. Am Interessantesten ist, dass die deutsche Gesellschaft kontroverse Auffassungen entwickelt hat. Natürlich kann ich mit einigen dieser Auffassungen uneins sein, am wichtigsten ist aber die Debatte an sich und dass Deutschland den Mut hat, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und einen Dialog zu entwickeln."
Anastasios Kostopoulos, Griechenland

"Es scheint als ob Ihr das Problem gelöst habt – psychologisch, moralisch, und ökonomisch. Gleichzeitig schenkt Ihr viel Hoffnung und Wissen. Ihr seid ein Vorbild für alle."
Melsi Labi, Albanien