Eindrücke von Katrin Sonnleitner anlässlich der ifa-Ausstellung "anders als immer" in Auckland

Foto: Katrin Sonnleitner

Eindrücke von Katrin Sonnleitner anlässlich der ifa-Ausstellung "anders als immer" in Auckland

Foto: Katrin Sonnleitner

Eindrücke von Katrin Sonnleitner anlässlich der ifa-Ausstellung "anders als immer" in Auckland

Foto: Katrin Sonnleitner

Eindrücke von Katrin Sonnleitner anlässlich der ifa-Ausstellung "anders als immer" in Auckland

Foto: Katrin Sonnleitner

Eindrücke von Katrin Sonnleitner anlässlich der ifa-Ausstellung "anders als immer" in Auckland

Foto: Katrin Sonnleitner

Eindrücke von Katrin Sonnleitner anlässlich der ifa-Ausstellung "anders als immer" in Auckland

Foto: Katrin Sonnleitner

Eindrücke von Katrin Sonnleitner anlässlich der ifa-Ausstellung "anders als immer" in Auckland

Foto: Katrin Sonnleitner

Eindrücke von Katrin Sonnleitner anlässlich der ifa-Ausstellung "anders als immer" in Auckland

Foto: Katrin Sonnleitner

Eindrücke von Katrin Sonnleitner anlässlich der ifa-Ausstellung "anders als immer" in Auckland

Foto: Katrin Sonnleitner

Mit anders als immer am anderen Ende der Welt

Die Produktdesignerin Katrin Sonnleitner besuchte im Rahmen der ifa-Tourneeausstellung anders als immer die Station in Auckland und nahm an Symposien und Workshops teil.

Bei Ankunft am Auckland Airport wird hart aussortiert: Mitgeführte Erde an Sport- oder Campingausrüstung / vakuumverpackte Erdnüsse aus dem Flugzeug (they must remain on board!) / eventuell im Gepäck befindliche Korbflechtwaren? – Keine Chance für blinde Passagiere in Form von Sporen, Samen, (Mikro-) Organismen zum Schutz endemischer Arten.
Unterwegs zur ifa-Ausstellung anders als immer: Eine Schlingpflanze hat ein Geländer mitsamt Laterne niedergerungen. Ungewiss bleibt, ob sich dieser Vorgang über Jahre, Monate oder Wochen vollzogen hat. Denn der "bush" ist hier allgegenwärtig; selbst an der Unterseite von Balkonen im Innenstadtbereich gedeihen Flechten, Moose und großblättrige Vegetation.

Beim Blick über die Würgepflanze hinweg fällt Tim Webbers überdimensionierter Zauberwürfel auf, der vom Geländer der rückwärtigen Parkplatzeinfassung baumelt. Wie ein von Passanten aufgelesenes Fundstück scheint er an exponierter Stelle die Aufmerksamkeit seines frühreren Besitzers auf sich ziehen zu wollen. Zwar nicht Teil der Ausstellung zeigt er dennoch, dass es auf diesem Gelände "anders als immer" zugeht.
Trotz Rattan und Rosshaar bevölkerte die fremdartig und zugleich vertraut anmutende Objektwelt der Ausstellung für einige Wochen den Projektraum Shed 10 in Auckland mit allerlei "Nischenobjekten" – vertrauten Dingen, die durch bestimmte Eingriffe in ihrer Herstellungs- oder Nutzungsweise in neuem Licht erscheinen. Diese Kompilation erweist sich als bestens geeignet, um mein späteres Publikum an einem familiären Abend bei Chardonnay und Pretzels in die Welt eines Produktdesigners einzuführen.

Semi-Permanent – 2 Tage, 12 Sprecher, 2000 Besucher

Foto: Katrin Sonnleitner
Foto: Katrin Sonnleitner

Nach etwa drei schlaflosen Nächten mit Maori TV und Super Nanny (die Frau kann ja singen!) startet Semi-Permanent, ein Rundumschlag durch in- und ausländische Inspiration, mit Einblicken in die Arbeit von Graphikern und Illustratoren, Animationsfilmern, Sound-, Mode- und (zum ersten Mal) auch Produktdesignern.

Der Blick in den vollbesetzten Saal des Aotea Centre ist überwältigend, ich werde verkabelt und erwäge zu fliehen. Doch das Publikum entpuppt sich als äußerst aufmerksam, meine Notizen sind lesbar und nach den ersten fünf Minuten klappt der Vortrag ganz gut. Die anschließende Fragerunde mit Te Radar ist ein Riesenspaß. Die Bühne verlassen? Jetzt schon?

Antipodes – Workshop an der Universität Unitec in Auckland

Foto: Katrin Sonnleitner
Foto: Katrin Sonnleitner

Als Inselstaatbewohner fühlt man sich in Neuseeland relativ fern ab von allen anderen Nationen, wo die weltbewegenden Dinge zu geschehen scheinen. Wer mal eben außer Landes reisen möchte, hat die Wahl zwischen Fiji, Tonga oder Samoa und wer beruflich zu neuen Ufern aufbricht, geht nach New York, London oder nach Australien und kehrt mit hoher Wahrscheinlichkeit früher oder später in seine Heimat zurück.

Während für die europäischen Produktdesigner bereits während des Studiums die jährliche Reise zum "Salone Internazionale del Mobile" in Mailand zum Pflichtprogramm gehört, bleibt den neuseeländischen Studierenden oft nur die Messenachlese in den einschlägigen Designmagazinen. Praktika sind unüblich, da es durch die Abwanderung nach Asien an industriellen Betrieben mangelt.
Doch auch hier kommt es auf die Sichtweise an. Schon die der geographischen Insellage geschuldete Entwicklung der Arten in Flora und Fauna umfasst mannigfaltige Alleinstellungsmerkmale, die zeigen, dass es auch anders geht.

Im viertägigen Workshop erarbeiten Studenten der Fachrichtungen product, graphics und craft eigene Definitionen des "Antipode / Antipodean" und überraschen bei der abschließenden Ausstellung mit völlig unterschiedlichen Konzepten, die den eigenen Standpunkt untersuchen und Beziehungen zur "anderen Seite" herstellen.

Besuch der Victoria University in Wellington

Foto: Katrin Sonnleitner
Foto: Katrin Sonnleitner

Nach einigen Tagen kurvigen Linksverkehrs und verfolgt von kleineren Erdstößen an der Hawkes Bay schließlich die Gewissheit, die Südinsel für dieses Mal zu meiden.
An der Victoria University in Wellington machen sich die Folgen des Industrieschwundes so bemerkbar: Nagelneue 3D-Printer, Equipment für dreidimensionale Raumvisualisierung, ein Ergonomielabor/Fotostudio, welches einem vor Neid die Tränen in die Augen treibt. Wenn die Betriebe gehen, macht man’s halt selber. Hier werden einfache Rapid-Prototyping Maschinen von Studenten kurzerhand zu Kunststoff-Recycling-Plottern für den Hausgebrauch umgemodelt – spannend! Abends im gediegenen Vortragssaal treffen bei einem letzten Vortrag Studierende der Victoria University, der Massey University und auf Einladung des Goethe-Instituts auch öffentliches Publikum zusammen.

anders als immer – Zeitgenössisches Design und die Macht des Gewohnten