Riots: Allmähliches Aufkündigen der Zukunft

15.01.2018
Kategorie: Pressemitteilungen  

Kapitel 4 "Über Aufstände und Widerstand" der Ausstellungsreihe "Untie to Tie"

Berlin/Stuttgart, 15.01.18 – Vom 26.01 – 01.04.18 zeigt die ifa-Galerie Berlin das letzte Kapitel der Ausstellung "Untie to Tie".

Die Ausstellung und das Begleitprogramm in Ka­pitel 4 von Untie to Tie gehen den strukturellen Bedingungen und der sich wandelnden Ökono­mie des Aufstands nach. Der "riot" oder Aufruhr ist eine außergewöhliche Situation, die in der andauernden Konfrontation zwischen Dissens und Macht über Jahrhunderte eine zentrale Rolle spielt. Die tieferen Krisen des Kapitalismus, ras­sistische Gewalt und Spannungen zwischen eth­ni­schen und religiösen Gruppen haben uns in eine "Ära des Aufstands" gestürzt. Die großen Masterpläne vom souveränen Nationalstaat fallen in sich zusammen; wenn die Besitzlosen durch hegemoniale Mächte zum Schweigen gebracht werden, bringt dies lediglich die Risse in der Regierbarkeit zum Vorschein.
Vor diesem Hintergrund bringt die Ausstellung Riots: Allmähliches Aufkündigen der Zukunft künstlerische Arbeiten und Recherchepositionen aus aller Welt zusam­men, um die jüngsten "riots" und Auflehnungen zu "spüren" und aufzuzeichnen – und so eine Phänomenologie der Menge zu beschwören.
Das Begleitprogramm "Riots: Dissent and Spectres, Control and Ruptures" im Acud Mach Neu (Studio) betrachtet das Thema "riots" in einer Reihe von Vorträgen, Gesprächen, Performances und Filmvorführungen in einem neuen Licht. Dabei geht es um die Frage, wie Aufstände den Status quo in globalen Metropolen bestimmen und neu verhandeln, während sie sich gleichzeitig zum Testfeld eines militarisierten Urbanismus entwickeln, der schutzbedürftige und ethnisierte Gruppen ins Visier nimmt.
 
Mit John Akomfrah, Chto Delat, Dilip Gaonkar & Liam Mayes, Gauri Gill, Louis Henderson, Satch Hoyt, Jitish Kallat, Karrabing Film Collective, Glenn Ligon, Daniel Joseph Martinez, Natascha Sadr Haghighian, SAHMAT, Chandraguptha Thenuwara und Ala Younis
Kuratiert von Natasha Ginwala.
Kuratorische Assistenz: Krisztina Hunya.
Begleitprogramm in Zusammenarbeit mit Gal Kirn und Niloufar Tajeri.
 
Pressevorbesichtigung:
Donnerstag, 25. Januar 2018, 11 Uhr
ifa-Galerie Berlin, Linienstr. 139/140, 10115 Berlin

Ausstellungseröffnung
Donnerstag 25. Januar 2018, 19 Uhr
ifa-Galerie Berlin, Linienstr. 139/140, 10115 Berlin

BegleitprogrammFreitag, 26. Januar + Samstag, 27. Januar 2018Riots: Dissent and Spectres, Control and RupturesMit

  • Vaginal Davis, Künstlerin, Filmemacherin und Autorin, Berlin
  • Zena Edwards, Dichterin und Performerin
  • Nadine El-Enany, Birbeck School of Law, London
  • Dilip Gaonkar, Northwestern University Chicago
  • Natasha Ginwala, Kuratorin und Autorin, Berlin, Colombo
  • Gal Kirn, Politikwissenschaftler, Berlin
  • Dariouche Kechavarzi-Tehrani, Philosoph und Aktivist, Paris
  • Thomas Seibert, Philosoph und Aktivist, Frankfurt
  • Benedict Seymour, Künstler und Autor, London
  • Niloufar Tajeri, Architekt, Berlin
  • Chandraguptha Thenuwara, Künstler und Autor, Colombo
  • Ala Younis, Künstlerin, Kuratorin und Autorin, Amman

Kuratiert von Natasha Ginwala, Gal Kirn und Niloufar Tajeri

Ort: Acud Macht Neu (Studio), Veteranenstraße 21, 10119 Berlin
Weitere Informationen unter untietotie.org oder acudmachtneu.de.

UNTIE TO TIE – on colonial legacies and contemporary societies

In Zeiten kultureller Missverständnisse und unterdrückter Geschichten, zunehmender Nationalis­men, Dis­kriminierung und Intoleranz in der Welt lädt Untie to Tie ein, über die Auswirkungen kolonialer Ver­mächtnisse nachzudenken, die moderne Gesellschaften seit jeher geformt haben und noch immer unsere zeitgenössischen globalen Realitäten und somit das tägliche Leben be­einflus­sen. Mit Untie to Tie präsen­tiert die ifa-Galerie Berlin ein einjähriges Recherche- und Aus­stellungspro­gramm. Von April 2017 bis April 2018 beschäftigt es sich in vier Kapiteln mit den ko­lonialen Vermächtnissen in zeitgenössischen Gesell­schaften aus den Perspektiven der globalen Verbundenheit, der urbanen Kulturen, Formen des Feminis­mus und, im abschließenden Kapitel, des Aufstands und des Widerstands.

Kapitel 1: Globale Verbundenheit / 31.03. – 11.06.2017
Kapitel 2: Urbane Kulturen / 23.06. – 17.09.2017
Kapitel 3: Formen des Feminismus / 29.09.2017 – 14.01.2018
Kapitel 4: Über Aufstände und Widerstand / 26.01. – 01.04.2018

Über das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)

Das ifa ist die älteste deutsche Mittlerorganisation und feierte 2017 sein 100-jähriges Bestehen. Es engagiert sich weltweit für ein friedliches und bereicherndes Zusammenleben von Menschen und Kulturen. Im Rahmen dieses Auftrags verfolgt es mit seinen Programmen fünf Kernthemen: Kunst- & Kulturaustausch, Dialog der Zivilgesellschaften, Flucht & Migration, Kultur & Konflikt und Europa. www.ifa.de
 
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Über das ifa

Das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) feierte 2017 sein 100-jähriges Bestehen. Deutschlands älteste Mittlerorganisation für auswärtige Kulturbeziehungen wurde im Ersten Weltkrieg, am 10. Januar 1917, als "Werk des Friedens inmitten des Kriegs" gegründet.
Nach einer intensiven Aufbauphase in der Weimarer Republik, der Zweckentfremdung und Gleichschaltung während des Nationalsozialismus und der Neugründung in der jungen Bundesrepublik versteht sich das ifa heute als ein Kompetenzzentrum für internationale Kulturbeziehungen und künstlerische Diskurse. Das ifa bietet umfangreiche Aktivitäten zu Kulturaustausch und ziviler Konfliktbearbeitung an. Grundlage dieser internationalen Ausrichtung ist ein weitreichendes Netzwerk von Partnern im In- und Ausland.