Zerstörte Häuser nach Überschwemmungen und Erdrutschen,  © Sergio Rojas, DRK, Kolumbien 2017
Zerstörte Häuser nach Überschwemmungen und Erdrutschen, © Sergio Rojas, DRK, Kolumbien 2017

Kolumbien

Überschwemmungen und Erdrutsche in Mocoa

Eine vermeidbare Katastrophe?

Überdurchschnittlich starke Regenfälle haben Anfang April 2017 in Mocoa schwere Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst. Überschwemmungen und Gerölllawinen sind in Kolumbien keine Seltenheit. Dennoch gilt diese Katastrophe als die verheerendste der letzten Jahre. Die meisten der von der Katastrophe betroffenen Menschen haben Angehörige verloren, Häuser und Eigentum wurden komplett oder teilweise zerstört, Infrastruktur, Stromnetz und Wasserversorgung sind zusammengebrochen. Dies machte integrale Soforthilfsmaßnahmen notwendig, die Notunterkunft, Grundversorgung, Nahrungsmittel, Gesundheit und Schutz für Kinder beinhalteten. Die humanitäre Hilfe lief sowohl von Seiten der kolumbianischen Regierung als auch der internationalen Gemeinschaft unmittelbar nach den Überschwemmungen an.

Das ifa-Förderprogramm Humanitäre Hilfe hat im Auftrag des Auswärtigen Amts Projekte von ausgewählten deutschen Partnerorganisationen in der Projektregion Putumayo gefördert. Mocao, Hauptstadt des Departements Putumayo, liegt im Südwesten Kolumbiens am Fuß der Anden und gehört geographisch zur Amazonasregion. Aufgrund der verschiedenen Klimazonen auf engstem Raum – von 3.500 Metern geht es steil hinunter auf 300 Meter ü.d.M. – ist die Region extrem anfällig für Überschwemmungen und Bergrutsche. Die Instabilität der Böden, die durch die Abholzung der Bergwälder, einen nicht umweltgerechten Straßenbau und illegale Besiedlungen maßgeblich verstärkt wird, hat schon in der Vergangenheit zu Bergstürzen und Hangrutschen geführt.

Umweltexperten sehen diese Naturkatastrophen auch als Folge mangelnder Anpassung an den Klimawandel. Insbesondere in strukturell stark unterentwickelten Regionen – wie hier Putumayo – werden Katastrophenprävention und -vorsorge oftmals nicht ausreichend berücksichtigt. Zudem leidet die Bevölkerung, unter ihnen auch viele Binnenflüchtlinge, seit Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten, mangelnder Präsenz des Staates und Korruption.

Wie funktioniert das Förderprogramm Humanitäre Hilfe?

Mehr Informationen rund um das Förderprogramm finden Sie im Flyer des ifa. (PDF)