"Draw Freely" (© Mustafa)
"Draw Freely" (© Mustafa)
"Journal de la Medina" (© Humpert)
"Journal de la Medina" (© Humpert)
"The Adventures for Development" (© Chakchouk)
"The Adventures for Development" (© Chakchouk)
"Inclusive Media: Rethinking Journalism Conditions for Women across the Middle East" (© Mueller)
"Inclusive Media: Rethinking Journalism Conditions for Women across the Middle East" (© Mueller)
"Foreign Languages: Gates to Knowledge and Cultures" (© Abdelhaq)
"Foreign Languages: Gates to Knowledge and Cultures" (© Abdelhaq)

CrossCulture Plus Projekte

Mit dem Programm CrossCulture Plus unterstützt das ifa den Transformationsprozess in Nordafrika und dem Nahen Osten. So ermöglicht es seinen Alumni und deren Organisationen aus Ägypten, Jemen, Jordanien, Libyen, Marokko und Tunesien, kleine Projekte zur Stärkung der gesellschaftlichen und politischen Reformprozesse in ihren Ländern durchzuführen und den Austausch mit Deutschland zu fördern. CrossCulture Plus wird im Rahmen der Transformationspartnerschaften vom Auswärtigen Amt finanziert.
Das ifa begleitet und qualifiziert die Projektverantwortlichen während der Umsetzung ihrer Maßnahmen, zum Beispiel mit Projektwerkstätten zu den Themen Projektmanagement, Finanzadministration und wirkungsorientiertes Monitoring. Die jungen Akteure und Institutionen profitieren darüber hinaus von fachlicher Beratung sowie dem Austausch untereinander.

Projekte 2017

"GOYA Projekt" - Palästinensisches Partizipationsprojekt im Libanon

Simon Traut, Deutschland

Nach wie vor gehören palästinensisch-stämmige Menschen im Libanon zu marginalisierten Minderheit. Fehlende Chancengleichheit und mangelnde soziale Teilhabe führen unter jungen Menschen zu Frustration, innergesellschaftlichen Konflikten und Radikalisierung. Besonders wichtig, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, ist ein eigenständiges Einkommen. Für Schulabbrecher aus palästinensischen Siedlungen ein schier unüberwindbares Problem.

Das Projekt „Goya“, initiiert von den CrossCulture Alumni Simon Traut und Carla Mikhael, setzt frühzeitig an und zielt darauf ab, junge Menschen in den informellen palästinensischen Siedlungen auf innovative Weise zu schulen. Als Modellvorlage dient das Bildungskonzept der Projektpartnerorganisation „Schelsischen 27“. In einem ersten Versuch soll dieses Konzept vorgestellt und mit lokalen Partnern an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Anschließend soll das das Konzept implementiert werden. Langfristig würden dadurch die praktischen und kreativen Talente von den Bewohnern der Siedlungen sichtbar gemacht und deren kulturelle Identität gestärkt werden.

Der Schlüssel für eine konfliktfreie Zukunft: ein eigenständiges Einkommen über berufliche Weiterqualifizierung. (© ifa/Traut)
Der Schlüssel für eine konfliktfreie Zukunft: ein eigenständiges Einkommen über berufliche Weiterqualifizierung. (© ifa/Traut)

"Engage: Young Women Awareness" - Empowerment für Frauen in Ägypten

Heirat, Scheidung oder das traditionelle Rollenverständnis der Geschlechter stehen der Emanzipation von Frauen häufig im Wege. (©ifa/Hadahed)
Heirat, Scheidung oder das traditionelle Rollenverständnis der Geschlechter stehen der Emanzipation von Frauen häufig im Wege. (©ifa/Hadahed)

Dina Mohamed Said Hadahed, Ägypten

Die Einbindung von Frauen in marginalisierten Gegenden Ägyptens ist wichtig für eine breite gesellschaftliche Partizipation. Insbesondere in der Peripherie stehen die Rechte der Frauen zur Disposition. Das Projekt „Young Women Awareness“ von ifa-Alumna Dina Mohamed Said Hadahed ermutigt junge Frauen aus ärmeren Verhältnissen in Qena, einer Stadt in Oberägypten, zu einem selbstbestimmteren Leben. Gemeinsam mit „Tanweera for Cultural and Artistic Activities“ organisiert die ehemalige CrossCulture Stipendiatin für 30 Teilnehmerinnen Seminare zu verschiedenen gesellschaftlichen Themen und hinterfragt alltägliche Lebensumstände wie Heirat, Scheidung oder das traditionelle Rollenverständnis der Geschlechter. Die Formate der Seminare variieren von Fachdiskussionen bis hin zu Theaterworkshops. Begleitet wird die Seminarreihe durch eine Foto- und Videodokumentation.

"Towards a Constructive Local Governance" - Engagiert für tunesische Kommunalpolitik

Eshen Amri, Tunesien

ifa Alumnus Eshen Amri aus Tunesien möchte mehr junge Menschen dazu ermutigen, sich in die Kommunalpolitik der Region Gabès einzubringen und diese aktiv mitzugestalten. Gemeinsam mit der Organisation „Volonté et Citoyenneté“ (OVC) organisiert er daher für Jugendliche, die in Teilen bereits in einer Partei aktiv sind oder sich für Politik begeistern, ein Fortbildungsseminar. In mehreren Trainingseinheiten erhalten sie Wissen über die Partizipationsmechanismen der Kommunalpolitik, politische Meinungsbildung, Politikberatung oder das Mehrparteiensystem. Durch die Begegnung lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichen Parteien mit Meinungsverschiedenheiten konstruktiv umzugehen und werden ermutigt, sich bei Kommunalwahlen Tunesiens als Kandidatin oder Kandidat aufstellen zu lassen.

Politik aktiv mitgestalten statt passiv zuzusehen: darum geht es beim Projekt von Eshen Amri. (© ifa/Amri)
Politik aktiv mitgestalten statt passiv zuzusehen: darum geht es beim Projekt von Eshen Amri. (© ifa/Amri)

"Go Green Ambassadors Project" - Wiederaufbau im Jemen

30 Teilnehmende sollen zu Botschafterinnen und Botschaftern für ein neues Nachhaltigkeitsverständnis werden. (© ifa/Aidaros)
30 Teilnehmende sollen zu Botschafterinnen und Botschaftern für ein neues Nachhaltigkeitsverständnis werden. (© ifa/Aidaros)

Huwaida Ahmed Hussein Aidaros, Jemen

Aden ist die viertgrößte Stadt im Jemen und wurde durch die anhaltenden Konflikte der vergangenen Jahre zu großen Teilen zerstört. Um das Stadtbild wiederherzustellen und ein zukunftsweisendes Gemeinschaftsgefühl zu schaffen, startete die ehemaligen CrossCulture Stipendiatin Huwaida Ahmed Hussein Aidaros eine Nachhaltigkeitsprojekt: das „Go Green Ambassadors Project“. Zusammen mit der „Foundation of Community Development and Protection Supporters“ bildet sie 30 Teilnehmende  zu Botschafterinnen und Botschaftern für eine neues Nachhaltigkeitsverständnis im Jemen aus. Sie erhalten Trainings im Bereich des Umweltschutzes und der Kampagnenarbeit. Gemeinsam pflanzen sie in Aden Murimarabäume, die weitestgehend ohne Wasser auskommen. Das Projekt endet mit einer Fotoausstellung, welche das Zusammenspiel von Natur und Mensch aufzeigt. Am Ende steht ein Netzwerk von Ehrenamtlichen, die sich für ein lebenswertes Jemen jenseits des Bürgerkriegs einsetzen.

"Advanced Young Iraqi Women in Leadership" - Chancengleichheit für irakische Frauen

Salam Jihad, Irak

„Führungsstarke Frauen können oft entscheidend dazu beitragen, Konflikte zu entschärfen.“ Davon ist CrossCulture Alumnus Salam Jihad überzeugt. Mit seinem Projekt „Advanced Young Iraqi Women in Leadership“ möchte er daher junge Frauen ermutigen, sich für gesellschaftliche Belange stark zu machen und führende Rollen einzunehmen. Um diesem Ziel ein Stück näher zu kommen, entwickelte er ein Weiterbildungsprogramm für junge Frauen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren. In Kooperation mit der Partnerorganisation „Europe MENA Cultural Exchange (EMCUE) e.V.“ erhalten 25 Frauen aus verschiedenen Provinzen eine professionelle und vielseitige Schulung im Bereich Management. Inhaltlich geht es neben Teambildung und Führungstechniken auch um Konfliktbearbeitung oder Traumabewältigung. Diese fachlichen Kompetenzen tragen die Frauen anschließend in ihre beruflichen Netzwerke weiter.

Soll für Chancengleichheit sorgen: eine professionelle und vielseitige Schulung für Frauen. (© StopSnack, PixaBay)

"SEE Djerba" - Politische Teilhabe durch Kunst

Kunst und Politik sind beim Workshops von "SEE Djerba" untrennbar miteinander verbunden. (© ifa/Gharbi)
Kunst und Politik sind beim Workshops von "SEE Djerba" untrennbar miteinander verbunden. (© ifa/Gharbi)

Aymen Gharbi, Tunesien

Kunst inspiriert den gesellschaftlichen Dialog und ist ein wichtiger Teil demokratischer Kultur. Vor diesem Hintergrund entwickelte ifa Alumnus Aymen Gharbi aus Tunesien das Projekt „SEE Djerba“. Ziel des Projektes ist es, ein Netzwerk zu schaffen, das durch Kunst die politische Arbeit hinterfragt und Diskurse belebt. Gemeinsam mit der Partnerorganisation „Collectif Creativ“ organisiert Ayman Gharbi ein Vernetzungstreffen zwischen mehr als 100 tunesischen Aktivist/-innen auf der tunesischen Insel Djerba. Die Partizipation von Jugendlichen über künstlerischen Ausdruck steht dabei im Mittelpunkt des Projektes. Begleitet wird das Treffen von einer Workshopreihe, bei der die Teilnehmer/-innen mehr über das Zusammenwirken von Kunst und Politik, demokratischer Kultur oder kontextspezifischer Kunst im öffentlichen Raum lernen.Weitere Informationen finden Sie auf der Website SEEDjerba.

Projekte 2016

Website Content and Professional Writing Seminar

Fabian Pianka und Ibrahim Abdella, Tunesien

„Um die Menschenrechtssituation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT+) zu verbessern, müssen diese Personen deutlicher in der Öffentlichkeit auftreten und über ihre Schwierigkeiten berichten können“, sagen die beiden Initiatoren Fabian Pianka und Ibrahim Abdella. In ihrem Projekt „Website Content and Professional Writing Seminar“ bildeten daher drei Trainer von RNW Media, Quantara.de und „Solidarity with Egypt LGBTQ+“ neun LGBT+-Aktivist-/innen in einem vier-tägigen Workshop aus. Dabei standen die Themen Storytelling, Journalismus, Websitemanagement, Content-Development und Soziale Netzwerke aber auch die Geschichte der LGBT+ Gemeinschaft in Deutschland im Fokus. In ihren Heimatorganisationen werden die Teilnehmer-/innen als Multiplikatoren fungieren und leisten hierdurch einen Beitrag zur Befähigung der LGBT+-Gemeinschaft, sich und ihre Anliegen stärker in die öffentliche Debatte einzubringen.

Zukünftige Multiplikatoren an einem Tisch: Teilnehmer-/innen des Projektes "Website Content and Professional Writing Seminar".
Zukünftige Multiplikatoren an einem Tisch: Teilnehmer-/innen des Projektes "Website Content and Professional Writing Seminar".

"Hamza Maaroufi" - Programme for Guidance and Coaching

Selbstreflexion: ein wichtiger Baustein einer nachhaltigen Lebensplanung. (© CC0/Pexels)
Selbstreflexion: ein wichtiger Baustein einer nachhaltigen Lebensplanung. (© CC0/Pexels)

Meryem Kabbaj, Marokko

Um die Zukunftsperspektiven von Jugendlichen aus marginalisierten Regionen Marokkos zu stärken, initiierte Meryem Kabbaj das Projekt "Programme for Guidance and Coaching". In Zusammenarbeit mit einer lokalen Nichtregierungsorganisation wurden strukturell benachteiligte Schülerinnen und Schüler ausgewählt. In einem fünfzehntägigen Workshop und unter der Anleitung von Trainern wurde ein Prozess der Selbstreflexion angestoßen. Die Schülerinnen und Schüler konnten hierdurch ihre Lebensplanung konkretisieren und ihre Eingliederung in Arbeitsmarkt und Gesellschaft planen und vorantreiben. Danach folgte eine längere Phase, in der die Schüler von Beratern punktuell unterstützt und begleitet wurden. Über eine Facebook-Gruppe wurde der stetige Austausch ermöglicht.

Inclusive Media: Rethinking Journalism Conditions for Women across the Middle East

Pascale Müller, Jordanien

Journalistinnen haben bei ihrer täglichen Medienarbeit keinen leichten Stand. Oft begleiten Schikanen, Stalking bis hin zu Vergewaltigungen den bitteren Arbeitsalltag. Häufig verhalten sich Interviewte zudem unangebracht oder verweigern gar das Interview komplett, nur weil die Interviewende eine Frau ist. Diese geschlechtsspezifischen Herausforderungen bildeten die Ausgangssituation für das Projekt "Inclusive Media" von Pascale Müller. Im Rahmen eines fünftägigen Seminars, konnten 18 Journalistinnen aus Bosnien-Herzegowina, Kanada, Ägypten, Deutschland, Italien, Jordanien, Spanien, Syrien und Tunesien über ihre Erfahrungen mit geschlechtsbezogener Diskriminierung im Bereich Journalismus sprechen und Gegenmaßnahmen beraten. Während des Workshops analysierten die Teilnehmerinnen geschlechtsspezifischer Diskriminierung in ihrem Alltag und lernten, wie sie mit Risiken besser umgehen können. Unter Anleitung einer Sicherheitsberaterin trainierten die Teilnehmerinnen, wie sie sich in Gefahrensituationen verhalten und sich schützen können. Daran anschließend, testeten sie die Ergebnisse an einer konkreten Recherche zu einem spezifischen Thema. Viele der bei dem Workshop entstandenen Artikel, wurden in internationalen Medien veröffentlicht.

Einige Medienauszüge:

18 Journalistinnen aus neun Ländern nahmen am Projekt "Inclusive Media" teil. (© Stieren)
18 Journalistinnen aus neun Ländern nahmen am Projekt "Inclusive Media" teil. (© Stieren)
Geschlechtsspezifischen Herausforderungen bildeten die Ausgangssituation für das Projekt "Inclusive Media" von Pascale Müller.
Geschlechtsspezifischen Herausforderungen bildeten die Ausgangssituation für das Projekt "Inclusive Media" von Pascale Müller.

Foreign Languages: Gates to Knowledge and Cultures

Foreign Languages: Gates to Knowledge and other Cultures, © Saddik Abdelhaq
Über 300 Schülerinnen und Schüler nahmen am Lernprojekt in Marokko teil.
Foreign Languages: Gates to Knowledge and other Cultures, © Saddik Abdelhaq
Saddik Abdelhaq (2. v.l.) zeigt Teilnehmer/-innen, wie aus losen Blättern ein gebundenes Buch wird.

Saddik Abdelhaq, Marokko

"Der Schlüssel zu anderen Kulturen liegt im Verständnis der Sprache", sagt Saddik Abdelhaq aus Marokko. Um diesen Schlüssel weiterzugeben, entwickelte der junge Englischlehrer und CrossCulture Alumnus gemeinsam mit einem 14-köpfigen Lehrer/-innen- und Organisationsteam ein umfangreiches Sprachtraining. Über 300 Schüler/-innen und Student/-innen aus der marokkanischen Stadt Biougra nahmen an den zweimonatigen Lerneinheiten teil. Die Teilnehmer-/innen stammten sowohl aus der arabischen Mehrheits- als auch aus der berberischen Minderheitsbevölkerung. Im Mittelpunkt der Abend- und Wochenendkurse standen Sprachentrainings auf Englisch, Französisch und Deutsch. Filmvorführungen und Diskussionen halfen, die eigene Kultur zu reflektieren und interkulturelle Vergleiche zu ziehen. In Workshops lernten die Teilnehmer/-innen zudem, wie Bücher gebunden werden und welch enorme Kreativität Bastelkurse freisetzen können. Zum Abschluss kamen die Familien der Teilnehmer-/innen an die Lernorte, um sich vom Erfolge ihrer Kinder zu überzeugen.

The Adventures for Development

Abderrahman Chakchouk, Tunesien

In Abderrahman Chakchouks Projekt "The Adventures for Development" wurden zwanzig Jugendliche als ehrenamtlichen Helfer für potentielle humanitäre Krisen ausgebildet. In der Region Sfax leisten sie zukünftig einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der Kapazitäten im Bereich des Krisenmanagements. Aktiv in das Projekt eingebunden waren öffentliche Behörden sowie NROs wie der Rote Halbmond. Deren Trainer schulten die Freiwilligen in mehrtägigen theoretischen und praktischen Übungen. Die Vernetzung der beteiligten Organisationen bietet über das geförderte Projekt hinaus wichtige Impulse und Potenziale für weitere Veranstaltungen ähnlicher Art. Langfristig wurde somit der Grundstein für einen kontinuierlichen Aufbau von zivilen Kapazitäten im Bereich Krisenmanagement gelegt.

Abderrahman Chakchouk (links) und sein vielköpfiges Team des Projektes "The Adventures for Development" (© Chakchouk)
Abderrahman Chakchouk (links) und sein vielköpfiges Team des Projektes "The Adventures for Development" (© Chakchouk)

Draw Freely

Syrische und jordanische Kinder lernen gemeinsam zu den Themen Gesundheit, Konfliktlösung und Kinderrechten. © Amal Mustafa
Syrische und jordanische Kinder lernen gemeinsam zu den Themen Gesundheit, Konfliktlösung und Kinderrechten. © Amal Mustafa

Amal Mustafa, Jordanien

Jordanien nimmt wie kaum ein zweites Land Flüchtlinge aus Syrien auf. Um einer Abgrenzung zwischen jordanischer Bevölkerung und syrischen Flüchtlingen entgegenzuwirken, initiierte CCP alumna Amal Mustafa das Projekt "Draw Freely". Daran teilgenommen haben 60 syrische und 60 jordanische Kinder zwischen sechs und neun Jahren aus den Städten Irbed und Mafraq. Gemeinsam und auf spielerische Weise setzten sich die Kinder mit den Themen Gesundheit, Konfliktlösung und Kinderrechten auseinander. Angeleitet von vier Trainerinnen und Trainern konnten sie spielen, malen und in verschiedenen Übungen ihr Bewusstsein für Dialog und Problemlösungsstrategien schärfen. Über die primäre Zielgruppe hinaus profitieren die Familien der Teilnehmenden, indem sie über die gewachsenen Freundschaften zwischen den Kindern Kontakt zu anderen Familien aufbauten. Die große Nachfrage an dem Projekt verdeutlicht den enormen Bedarf an solchen Initiativen: Ursprünglich rechnete Amal und ihre Kolleginnen und Kollegen mit 100 Teilnehmenden. Diese Zahl wurde auf 120 erhöht, nachdem 200 Bewerbungen eingegangen waren. 

Projekte 2015

Kairouan Enviromental Journalism Award (KEJA)

Olfa Jelassi, Tunesien

Kairouan Enviromental Journalism Award, kurz KEJA, war ein Projekt der ehemaligen CCP-Stipendiatin Olfa Jelassi in Kairouan, Tunesien. Das übergeordnete Ziel bestand darin, Journalisten und Blogger aus der Kairouaner Region weiterzubilden. Der Schwerpunkt lag auf Umweltthemen und auf der Frage, wie die Aufmerksamkeit in der Bevölkerung darauf gestärkt werden kann. Um dieses Ziel zu erreichen, fanden zu Beginn des Projektes zwei Workshops statt (September). 22 Journalisten und Blogger lernten bei einer Weiterbildung wertvolles Handwerkszeug für ihre tägliche Arbeit mit dem Schwerpunkt Umwelt. Arbeiten, die in den darauffolgenden Wochen entstanden, wurden auf der Projektwebsite KEJA.tn veröffentlicht; darunter Artikel, Fotos und Videos. Diese Plattform diente als Bewertungsgrundlage für die Preisverleihung, die im Dezember stattfand. Dort wurden die besten Publikationen von einer Fachjury unter den Augen des Kairouaner Bürgermeisters prämiert.

Teilnehmer des Workshops beim Ideenaustausch; © ifa / Jelassi
Teilnehmer des Workshops beim Ideenaustausch
Bei der Preisverleihung wurden die besten Arbeiten des Projektes prämiert; © ifa / Jelassi
Bei der Preisverleihung wurden die besten Arbeiten des Projektes prämiert; © ifa / Jelassi

Journal de la Medina

Journal de la Medina; © ifa / Humpert
© ifa / Humpert
Journal de la Medina; © ifa / Sarsam
© ifa / Sarsam

Raoul Cyril Humpert, Tunesien

"Journal de la Medina" ist ein partizipatives Stadtmagazinprojekt zum Mitmachen. September 2015 begann das Projekt in der Altstadt (Medina) der Tunesischen Hauptstadt Tunis. Das Projekt hatte zum Ziel, diesen vernachlässigten Teil von Tunis vorzustellen und ansässige Menschen, welche dieselben Ziele verfolgen, zusammenzubringen. Sie alle setzen sich für eine stärkere Wahrnehmung des kulturellen Reichtums in der Altstadt sowie für deren Erhaltung ein.

Hierfür greift Journal de la Medina Momente des alltäglichen Lebens auf und zeigt somit ein anderes, authentisches Bild – abseits von abgegriffenen Postkartenmotiven. Ansässige Kalligraphen, Poeten, Künstler und andere Kunst- und Kulturschaffende unterstützen das Team um CCP-Alumnus Raoul Cyril Humpert, indem Sie wertvolle Beiträge zum Magazin leisteten. Ziel war es, genau ihre Geschichten, Ideen und Gefühle zu ihrer Heimat zu dokumentieren. Die kostenlose Verbreitung sowie das schreiben in lokalem Dialekt half dem Stadtmagazin dabei, Ansässige, Touristen, NGOs sowie die Zivilgesellschaft zusammenzubringen. Neben Raoul Cyril Humpert bildeten Zaineb Madyouni und Emily Sarsam das Herausgebertrio. Weitere Ausgaben des Journal de la Medina sind in der Entstehung.

De l’espace autre

Katrin Ströbel, Marokko

Hinter "De l’espace autre" verbirgt sich ein Workshop sowie ein künstlerisches Forschungsprogramm in Kooperation mit dem Ateiler "Source du Lion" in Casablanca. CCP-Plus Alumna Kathrin Ströbel nutzte ihre Kontakte zur größten Stadt Marokkos für das im Sommer und Herbst 2015 stattfindende Projekt. Mittels zeitgenössischer und experimenteller Formen von Kunst war es das Ziel, den historischen und (post-)kolonialen Spuren im Stadtraum nachzuspüren. Immer auf der Suche nach Antworten, wie sich diese Spuren in Architektur und Städtebau widerspiegeln und noch heute die Verwendung des öffentlichen Raumes sozial und politisch beeinflussen. Aufgabe war es zudem, junge Frauen in die Lage zu versetzen, verschiedene Zusammenhänge kritisch zu hinterfragen und aufzuarbeiten. Im Rahmen des Projekts arbeiteten junge Künstlerinnen, Architektinnen und Designerinnen über einen Zeitraum von vier Monaten aus Casablanca zusammen.
Ein gemeinsamer Workshop bildete die Basis für eine erfolgreiche Projektdurchführung. Anschließend entstanden Zeichnungen, Fotografien, Essays, Recherchen und poetische Texte. Das gemeinschaftlich organsierte Archiv bildete die Basis für die Publikation, die auf Arabisch und Französisch erschienen ist.

De l’espace autre 1; © ifa / Stroebel
© ifa / Stroebel
© ifa / Stroebel

The Wedding Project

© ifa / Abidi
© ifa / Abidi
© ifa / Abidi

Asma Abidi, Tunesien

Das Thema Migration ist in Tunesien allgegenwärtig. Asma Abidi, ehemalige CCP-Stipendiatin beschreibt die Situation wie folgt: "Insbesondere im Zuge des Arabischen Frühlings, den daraus resultierenden politischen Instabilitäten und mangelnden Karrierechancen, ist das Thema für die Jugendlichem des Landes stark präsent geworden. Immer mehr von ihnen denken darüber nach, das Land aus sozialen oder ökonomischen Gründen zu verlassen". Um Jugendlichen in Tunesien  Möglichkeiten zu bieten, ihre Sorgen, Wünsche und Pläne auszudrücken, initiierte Asma Abidi zusammen mit ihren Kollegen von Corps Citoyen das "Wedding Project" (das Hochzeitsprojekt). Der Name entsprang einer wesentlichen Zielsetzung des Projekts, die darin bestand, die Tunesier (an der südlichen Küste des Mittelmeers) und Europäer (an der nördlichen Küste) näher zueinander zu bringen. Der zentrale Fokus des "Wedding Projects" liegt auf der Sammlung persönlicher Erzählungen. Dabei sollten vor allem Jugendliche aus marginalisierten Regionen ihre Assoziationen zum Thema Migration zum Ausdruck bringen können. Das Projektteam erstellte eine eigene Internetplattform, organisierte zahlreiche Workshops, filmte Video-Porträts der Teilnehmenden und regte zur Diskussion an. Eines der Highlights war die Vorführung des erstellten Projektfilms. Dieser wurde auf dem Filmfestival LampedusaInFestival gezeigt.

Survival Guide for Effective Teachers

Hamza Mohammad Taher Arsbi, Jordanien

Wissenschaftlicher Fortschritt ist eine wesentliche Komponente gesellschaftlicher Entwicklung. Damit sich Menschen frühzeitig für Forschung und Innovation begeistern, sollten sie möglichst während ihrer Schulzeit Inspiration erfahren. Das dies in Jordanien vielerorts an mangelnder Lehrerfortbildung scheitert, nahmen der ehemalige CCP-Stipendiat Hamza Mohammad Taher Arsbi und seine Kollegen von der Scientific Culture Society (SCS) zum Anlass, um ihr Projekt "Survival Guide for Effective Teachers" (Überlebensratgeber für effektive Lehrer) zu initiieren. "Indem wir Menschen die Fähigkeit vermitteln, wissenschaftlich zu denken und objektive, konstruktive Forschung zu betreiben, werden sie in der Lage sein, ihre Umwelt zu verstehen und fortentwickeln zu lernen", erklärt Arsbi. Das Projekt umfasste die folgenden Komponenten: Es wurde ein umfassendes Curriculum zur Lehrerfortbildung geschaffen, das es Lehrern erleichtern soll, ihre Schüler neugierig auf Forschung und Innovation zu machen. Darüber hinaus schuf das SCS ein Webportal, auf dem Lehrer ihre Erfahrungen und Lehrmaterialien austauschen können.

Survival Guide 1; © ifa / Arsbi
Survival Guide 2; © ifa / Arsbi
© ifa / Arsbi

My Rights

© ifa / Dahan
© ifa / Dahan
© ifa / Dahan

Radi Dahan, Libyen

"My Rights" (Meine Rechte) ist ein Kooperationsprojekt der Radiosender Tripoli FM und Kasas FM, welches vom ehemaligen CCP-Stipendiaten Radi Dahan in Libyen initiiert wurde. "Da Libyen momentan einen komplizierten Demokratisierungsprozess durchläuft, ist es wichtig, dass sich die Libyer ihrer Rechten und Pflichten bewusst sind", so beschreibt Dahan die derzeitige Herausforderung für sein Heimatland. Um eine Sensibilisierung für Menschenrechte, demokratische Rechten und Pflichten sowie Aspekte der Gleichberechtigung der Geschlechter zu erzielen, starteten  die beiden Radiosender Tripoli FM und Kasas FM ein Reihe von Aktivitäten. Zunächst wurden im Rahmen von Umfragen die Perspektiven der 18 – 30 jährigen Bevölkerung auf das Thema Rechte und Pflichten erhoben. Darüber hinaus wurden zahlreiche Radiobeiträge erarbeitet, welche eine breite Öffentlichkeitswirksamkeit erzielen sollten. Dabei wurden die am Projekt teilnehmenden Journalisten durch Experten des Deutschen Welle Büros in Tripolis geschult. Tripoli FM ist der erste englisch-sprachige Radiosender in der libyschen Hauptstadt. Neben der Zielsetzung, die englische Sprachkompetenz der Bevölkerung zu verbessern, wird ebenfalls eine Steigerung des Bewusstseins für demokratische Werte intendiert.

Celebrations’ Program

Ibrahim Hawamdeh, Jordanien

Das "Celebrations' Program" (Festlichkeiten Programm) wurde vom ehemaligen CCP-Stipendiaten Ibrahim Hawamdeh im Rahmen der National Children Museum Society in Amman, Jordanien ins Leben gerufen. Es richtet sich an Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren und ihre Familien. Durch den in jüngster Zeit stark ansteigenden Zuzug, weist die jordanische Gesellschaft zahlreiche kulturelle und religiöse Prägungen auf. Um Kindern einen Zugang zu den vielfältigen kulturell-religiösen Facetten zu ermöglichen, bot das "Celebrations' Program" zahlreiche Rollenspiele und multimediale Ausstellungen zu den jordanischen Festlichkeiten Eid Al Fiter, Eid Al Adha und Weihnachten an. "Allgemein gesagt sollen Kinder und ihre Familien im Rahmen des Projekts an das faszinierende Kulturerbe Jordaniens durch interaktive und unterhaltsame Elemente herangeführt werden", beschreibt Hawamdeh die Zielsetzung seines Projekts. Durch sein innovatives Konzept erlangte das Projekt sowohl auf lokaler als auch regionaler Ebene hohe Aufmerksamkeit.