Foto: Kuhnle/ifa

"Celebrating Diversity" von Jumana Eltgani, Sudan

Die Rückbesinnung auf das Nationale scheint in Europa wieder salonfähig geworden zu sein. Die Podiumsveranstaltung "Celebrating Diversity" der Sudanesin Jumana Eltgani am 13. Juli 2017 zeigte, dass es auch anders funktionieren kann. Ihre Überzeugung ist: "Nicht Abgrenzung und Einheitsbrei bereichern unser Miteinander, sondern gelebte Vielfalt". Argumente für diese Interpretation erfuhren Zuschauer bei der gemeinschaftlich organisierten Veranstaltung von Jumana Eltgani, dem Nürnberger Menschenrechtszentrum, Terre Des Femmes Nürnberg und dem ifa. Eindrucksvoll schilderten die Podiumsgäste, was es braucht, damit ein bereicherndes Miteinander unterschiedlicher Kulturen und Sichtweisen funktionieren kann.

Eindrücke von "Celebrating Diversity"

Die Redner des Abends

Reinhard Kleist © Wolf Dieter Tabbert

Reinhard Kleist zog nach seinem Grafik- und Designstudium 1996 nach Berlin, wo er seither lebt und arbeitet. Als Illustrator arbeitete er für verschiedene Buchverlage, Magazine sowie Film- und Fernsehprojekte. Darüber hinaus veröffentlichte er zahlreiche Comics und Graphic-Novels (u.a. "Der Traum von Olympia: Die Geschichte von Samia Yusuf Omar"), für die er mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde. Als einer der erfolgreichsten deutschen Comiczeichner hält er regelmäßig Workshops und Vorträge und beteiligt sich an Ausstellungen auf der ganzen Welt.

Rasha Khayat © Anna Maria Thiemann

Die gebürtige Dortmunderin (1978) Rasha Khayat wuchs in Djiddah in Saudi-Arabien auf. Als sie elf war, kehrte ihre Familie nach Deutschland zurück. In Bonn studierte sie Vergleichende Literaturwissenschaften, Germanistik und Philosophie, bis sie 2005 nach Hamburg zog, wo sie bis heute als freie Autorin, Übersetzerin und Lektorin arbeitet. Die Erfahrungen, die sie auf ihren Reisen u.a. nach Ägypten, Jordanien, Libanon und Syrien sammelt, teilt sie in ihrem Blog "West-Östliche Diva". Ihr Roman „Weil wir längst woanders sind“ erschien im März 2016.

Cooper Thomson © K-F Hohl_0294

Cooper Thompson (Geb. in den USA) lebt seit 2003 mit seiner deutschen Frau in Nürnberg. Die kulturellen und sprachlichen Unterschiede stellten in den ersten Jahren in Deutschland eine große Herausforderung für ihn dar, wovon auch sein Buch "Deutsche Sprache, meine Sprache?" zeugt. Bereits in den USA arbeitete er u.a. mit Schulen, Firmen und religiösen Gruppen zu den Themen kulturelle Vielfalt, Gleichberechtigung und Diskriminierung. In Deutschland führte er seine Arbeit als Berater und Coach fort und wurde 2010 zum Nürnberger Integrationsrat gewählt.

Musikalischer Rahmen

Argile © Manfred Hierdeis

Dieter Weberpals Musikprojekt "Argile" gehören seit Jahrzehnten zu den international renommierten Worldmusic-Acts aus Deutschland. Konzerte auf großen Festivals in ganz Europa (London, Paris, Rom, Kopenhagen, Barcelona, Warschau) und in Afrika (Abidjan, Ouagadougou, Bobo Dioulasso, Lome), 5 CDs und viele bekannte (Gast-)Musiker (Sona Diabate, Famoudou Konate, Mansa Camio, Barry Sangare, Ramesh Shotham u.v.a.) machten Argile nicht nur bei Fans von afrikanischer Musik und Worldmusic populär.

Über die Initiatorin

Jumana Eltigani; Foto: ifa/Kuhnle

Jumana Eltgani beschreibt sich selbst als "Produkt der Vielfalt". Die afrikanische Muslimin wurde in Saudi-Arabien geboren, lebt zurzeit im Sudan und absolvierte einen Teil ihres Studiums in Südafrika. Nach ihrem Chemiestudium wuchs in ihr der Drang nach sozialer Gerechtigkeit. Sie schloss daher ein Studium im Bereich der gemeinwesenorientierten Arbeit an. 2015 unterstützte sie im Rahmen des CrossCulture Programms das Nürnberger Menschenrechtszentrum. "Leider bereitet uns die Welt, in der wir leben, erhebliche Kopfschmerzen. Uns gelingt es nicht, die Vorzüge einer positiven Vielfalt wahrzunehmen", reflektiert Jumana Eltgani. Darum initiierte sie ihre Veranstaltung "Celebrating Diversity". Ein leidenschaftliches Plädoyer für Vielfalt und der dringend benötigte Gegenentwurf zu nationalistischen Bewegungen.

"Celebrating Diversity" fand statt am: 13. Juli 2017, 18:30 Uhr im Caritas-Pirckheimer-Haus, Königstraße 64, 90402 Nürnberg.

In Kooperation mit

Nürnberger Menschenrechtszentrum e. V.

Das Nürnberger Menschenrechtszentrum e. V. (NMRZ) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein. Von Nürnberg aus setzt sich das NMRZ auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene für die Menschenrechte ein. Gemeinsam mit anderen Organisationen ergänzt es aus zivilgesellschaftlicher Perspektive die städtische Menschenrechtsarbeit. Das NMRZ informiert über Menschenrechte, belebt den Austausch über Menschenrechte und betreibt Menschenrechtsbildung. Es mischt sich in die Menschenrechtspolitik ein und bringt seine Expertise in verschiedene nationale und internationale Gremien ein. Das NMRZ wird von ehrenamtlicher Arbeit getragen und hierbei von jungen Praktikantinnen und Praktikanten aus dem In-und Ausland unterstützt. Im Rahmen des CrossCulture Programms konnte das NMRZ bereits sechs engagierte und hochgeschätzte junge Frauen aus islamisch geprägten Ländern betreuen, die die Menschenrechtidee in ihre jeweiligen Heimatländer getragen und dem NMRZ zu wertvollen interkulturellen Erkenntnissen verholfen haben.

www.menschenrechte.org