
2010 / Bosnien und Herzegowina Friedenspädagogisches Sommercamp 2010 Stiftung "Wings of Hope" Seit 2002 organisiert und begleitet die Stiftung Wings of Hope das jährliche Friedenscamp in den Bergen bei Sarajevo. Jugendliche aus allen Teilen des ehemaligen Jugoslawien kommen in einem Zeltlager zusammen. Das Förderprogramm zivik unterstützt dies bereits im dritten Jahr.
Die Gesellschaft in Bosnien und Herzegowina ist auch fünfzehn Jahre nach Beendigung der Jugoslawienkriege noch immer geprägt von ethnischen und religiösen Spannungen und Stereotypisierungen. Dies schlägt sich besonders in ethnisch gemischten Gemeinden nieder. So entstehen immer mehr Schulen in denen die Kinder zwar in einem Haus, aber getrennt nach Volksgruppen unterrichtet werden. Damit sind Schulen zu einem Teil des Systems politisch und religiös motivierter Vorurteile und Abgrenzung geworden. Kinder und Jugendliche sind diesen Manipulationen alternativlos ausgesetzt und werden mit ihren meist traumatischen Erlebnissen alleine gelassen ohne über die Ursachen für den Krieg und die Geschehnisse aufgeklärt zu werden.
Das Projekt arbeitet mit 20 ehrenamtlichen Jugendleitern, die sozial kompetent und in der Jugendarbeit erfahren sind und die darüber hinaus ein Interesse daran haben für sich und andere Jugendliche in ihrem Land eine politische Zukunftsperspektive zu entwickeln. Die Jugendleiter arbeiten langfristig in ihren Gemeinden und Jugendgruppen und werden von den Projektkoordinatoren unterstützt.
Das vom 14. bis 19. Juli 2010 stattfindende Sommercamp gehört mit rund 200 Teilnehmenden zu den größten grenzüberschreitenden Jugendveranstaltungen in der Region. Die Jugendlichen legen den Grundstein für eine friedliche und demokratische Zukunftsperspektive für sich selbst und ihr Land. Wings of Hope verfolgt mit dem von zivik geförderten Projekt den Aufbau eines interkulturellen Netzwerks unter Jugendlichen und damit die Stärkung der Zivilgesellschaft, es fördert die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und ein multiethnisches, gewaltfreies Zusammenleben.
|