
2010 / Burundi Toleranz- und Friedensprojekt Centre Jeunes Kemenge Das Centre Jeunes Kamenge arbeitet seit 1992 im Norden von Bujumbura der Hauptstadt von Burundi und ist ein Ort, an dem sich die Jugendlichen der "nördlichen Viertel" treffen können. Die Jugendlichen gehören den verschiedenen Ethnien des Landes an, sowie unterschiedlichen Religionen. Sie stammen aus unterschiedlichen sozialen Milieus und vertreten verschiedene politische Positionen. Durch Gruppenaktivitäten (Sport-, Kultur-, Freizeit-, Religions- und Weiterbildungsaktivitäten) lernen die Jugendlichen zusammen zu arbeiten und zusammen zu leben.
Seit Burundis Unabhängigkeit 1962 erlebt das Land eine Vielzahl interethnischer Massaker, die nicht nur die Bevölkerung in ihrem Kern trifft, sondern extreme Armut sowie unbearbeitete traumatische Erfahrungen und tief sitzende Ängste mitbedingt. Der interethnische Hass zwischen Hutu und Tutsi wurde 1993 wesentlich durch den versuchten Staatsstreich und das Attentat auf Melchior Ndadaye (dem ersten gewählten Hutu Präsidenten) durch die Tutsi Armee verstärkt. Es wird davon ausgegangen, dass alleine in jenem Oktober 300.000 Menschen umkamen. Während der Krise von 1993 bis 1996 war der Norden der Hauptstadt Bujumbura und seine sechs Viertel am stärksten von Gewaltausschreitungen betroffen, vor allem der Stadtteil Kamenge. Noch immer stehen dort zerstörte Häuser und noch immer haben einige Tutsi Angst sich in diesem Viertel zu bewegen. Die Aktivitäten innerhalb des Projekts stützen sich hauptsächlich auf die Bereiche Bildung, Sport und Kultur. Das Ziel ist eine Annäherung unter der Bevölkerung durch einen gemeinsamen Dialog über Frieden, Toleranz und Menschenrechte. Hierfür werden beispielsweise öffentlich Theaterstücke aufgeführt und interethnische Fußballturniere veranstaltet, Filme vorgeführt und gemeinsam Fremdsprachen gelernt. Das Projekt will damit Jugendliche wie Erwachsene zusammenbringen, den interethnischen und interreligiösen Dialog voranbringen und die Teilhabe der Bevölkerung am Prozess der Bildung einer starken Zivilgesellschaft auf einem demokratischen Fundament befördern.
Das Centre Jeunes Kamenge gibt den Menschen das Handwerkszeug und ein konkretes Verständnis für die Notwendigkeit von Toleranz und friedlichem Engagement im gegenseitigen Umgang. Es versucht die jungen Menschen und Erwachsenen in ihrem Streben für den Frieden und in ihren Entscheidungen für sich und ihr Land zu begleiten und zu unterstützen. Für seine Arbeit wurde das Centre im Jahr 2002 mit dem Right Livelihood Preis, dem alternativen Nobelpreis, ausgezeichnet.
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