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6.2. – 27.2.2009
THE BANYAN TREE
National Gallery, Bangkok
www.banyan-project.de

Teilnehmende deutsche Künstler:
Alfred Banze, Christine Falk

Der Banyan-Baum (Ton Sai) gilt in der traditionellen und in der modernen Kultur Thailands als die Heimstätte der Geister. Aber nicht nur in Thailand, sondern überall in den Tropen wird dieser Baum verehrt und gefürchtet. Um den Banyanbaum ranken sich zahlreiche alte und neue Mythen, er ist ein Symbol kultureller Gemeinsamkeiten und Vielfalt, politischer Parteien wie religiöser Vereinigungen. Überall in seinem Verbreitungsraum ist er eine Ikone regionaler Identität.

Der Banyanbaum gehört zur Familie der Maulbeergewächse eine Untergattung der Gattung der Feigen. Er wächst epiphytisch auf einem Wirtsbaum von oben nach unten. Wenn seine Luftwurzeln den Boden erreichen, gewinnt er an Kraft und erdrosselt seinen Wirt, deshalb wird er auch "Würgerfeige" genannt. Vom Hauptstamm ausgehend entwickelt der Baum durch seine Luftwurzeln nach und nach weitere Stämme und kann damit eine Fläche von mehreren hundert Quadratmetern bedecken.

Seit Anfang 2004 reist der Berliner Medienkünstler Alfred Banze durch den Verbreitungsraum des tropischen Banyan-Baumes und machte Performances, Präsentationen und Workshops. Dabei suchte er Kontakt zu Künstlern der Region und bat sie, Arbeiten zu den Wachstums-Prinzipien dieses Baumes zu entwickeln. Dieser Einladung folgten mehr 70 Künstler aus 25 Ländern. Auf der Grundlage dieser Beiträge wurden in Workshops mit Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Laien künstlerische "Remixe" entwickelt, aus Malereien von den Cook-Islands entstanden beispielsweise Videos in Süd-China, aus Lichtinstallationen aus Thailand wurden Fotos in Ghana. Auch eine Überschreitung einzelner Kunstgattungen war möglich, neben bildender Kunst wurde auch mit Theater, Tanz, Musik und mit neuen Medien gearbeitet. Ausgehend von den Kunstwerken thematisiert das Banyan Project die Biologie des Banyanbaumes, die Korrespondenzfähigkeit regionaler Kulturen aber auch ökologische Fragen, Kunst- und Kulturgeschichte und Religion. Alfred Banze agierte bei den Workshops und Präsentationen in Asien, Afrika, Südamerika, Ozeanien und in Europa als interkultureller Mediator, zwischen den Intentionen der beteiligten Künstler und den Belangen vor Ort.

Die Ausstellung The Banyan Tree zeigt nun eine Auswahl von Videos, Malereien, Objekten, interaktiven und konzeptionellen Arbeiten der beteiligten Künstler, sowie der von Kindern, Jugendlichen und Studenten entwickelten Remixe, als eine all diese Elemente verbindende Ausstellungs-Installation.

 

 
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