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Asialink fördert den Kulturaustausch




Künstlerhaus Rimbun Dahan, Kuala Lumpur

 

Gut geschnurrt, Tiger!

In den letzten 20 Jahren haben sich die Tigerstaaten Südkorea, Taiwan und Singapur zu Industrienationen mit Hochtechnologie gewandelt. Die Pantherstaaten Indonesien, Malaysia, Thailand und die Philippinen sind ihnen in diesem Transformationsprozess gefolgt. Nun werden die Nachbarn Australien und Neuseeland hellhörig. Sie forcieren nicht nur die wirtschaftliche Zusammenarbeit, sondern fördern auch den kulturellen Austausch.

Man sucht den Kontakt zu den asiatischen Großkatzen – vor allem wenn es um die Annäherung der Kulturinstitutionen geht. Anfang der 1990er-Jahre schlossen sich die Tiger- und Pantherstaaten zur Associaton of Southeast Asian Nations (ASEAN) zusammen. Mit der Schaffung einer Freihandelszone steuern sie seitdem den regionalen Integrationsprozess. Das Bündnis, zu dem alle zehn südostasiatischen Nationen mit Ausnahme Osttimors gehören, setzt auf ökonomische, kulturelle und sicherheitspolitische Zusammenarbeit. Australien und Neuseeland reagieren nun auf den regionalen Großzusammenschluss mit einem intensiven Austauschprogramm und betonen die Gemeinsamkeiten der Länder, die im pazifischen Ozean liegen.

Gefräßige Globalisierung

Seit Anfang der 1990-Jahre fördert Asialink das interkulturelle Verständnis zwischen Australien und Asien. Asialink ist der Universität von Melbourne angegliedert und verbindet Partner aus Singapur, Thailand, Vietnam, Korea, Hong Kong und den Philippinen mit dem fünften Kontinent. Das Stiftungsvermögen der australischen Sidney-und-Merlyn-Myer-Foundation ermöglicht die Finanzierung von Projekten, das Schaffen von Netzwerken und persönlichen Kontakten. Penelope Aitken, Organisatorin des Visual Arts Projects von Asialink, betont: "Die Globalisierung kann sehr gefräßig sein. Oftmals verschlucken die großen Firmen kleinere Unternehmen. Doch unser Verständnis von globalisierter Kultur unterscheidet sich von diesen merkantilen Beutezügen. Kultur bedeutet, Unterschiede zuzulassen, Kontakte herzustellen und fremde Kulturen nicht zu negieren". In drei Sektionen engagiert sich die Organisation: Durch Konferenzen, Foren, Vorträge und Ausschreibungen werden politische Themen verhandelt, während im Education-Programm die Auseinandersetzung von australischen Schülern mit Asien im Vordergrund steht. Nicht nur Tai-Chi-Kurse stehen auf dem Programm, sondern auch Schüleraustausch und Spracherwerb werden an den 3000 teilnehmenden Schulen forciert. Die Förderung von zeitgenössischer Kunst und ihrer Vermittlung bildet einen weiteren Schwerpunkt. Falls bei Theateraufführungen, Lesungen, Ausstellungen und Performances kein Dialog zustande kommen sollte, wird spätestens durch das Residence-Programm von Asialink unmittelbar eine Konfrontation mit asiatischer Kultur hergestellt: Jedes Jahr reisen Künstler, Kuratoren, Kulturmanager, Schriftsteller und Musiker für mehrere Monate in Künstlerhäuser. Dort arbeiten sie in öffentlichen Institutionen oder bei privaten Förderern – wie der Familie Hijjas, die ihren Wohnsitz in Kuala Lumpur zur Verfügung gestellt hat.

www.asialink.unimelb.edu.au



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