Holtz, Menja: Wissenschaftsaustausch als hierarchisierter Transfer

09/14/12
Category: Abschlussarbeiten, Kulturbeziehungen bilateral  
Wissenschaftsaustausch als hierarchisierter Transfer. Lateinamerikanische Promotionen in Deutschland

Main subject: Germany + Federal Republic of Germany (1949-1990) + German Democratic Republic (1949-1990) + Latin America + Latin Americans + University graduates + Doctorates + Historical surveys + Latin American studies + Humanities + Social sciences + Studies abroad +
International exchange of persons + International education cooperation + Networks (institutional / social) + International cooperation
Aspects: Emigration / emigrants + Return migration
Abstract: Der internationale Austausch von Wissen ist ein komplexer Prozess, an dem Akteure unterschiedlicher Kulturen und Regionen beteiligt sind. Er wird dominiert von der westlichen Welt, wodurch Akademiker aus nichtwestlichen Regionen innerhalb wissenschaftlicher Netzwerke benachteiligt sind. Menja Holtz untersucht in ihrer Dissertation die Partizipation lateinamerikanischer Doktoranden am Wissenschaftstransfer mit Deutschland. Hierzu stellt sie zunächst die Geschichte und die institutionellen Bedingungen des Wissenschaftsaustauschs zwischen Lateinamerika und Deutschland ausgehend vom 19. Jahrhundert dar. Sie betrachtet unterschiedliche Epochen und Veränderungen, wie zum Beispiel die Expansion des lateinamerikanischen Hochschulwesens, das Studium von Lateinamerikanern in der DDR und in der Bundesrepublik sowie den Austausch im vereinten Deutschland. Neben den politischen Grundlagen erläutert die Autorin auch die institutionelle Organisation des Austauschs. Hier werden die Entstehung der Förderung, die jeweiligen Durchführungsweisen in der DDR und der Bundesrepublik und institutionelle Förderer wie der DAAD, politische und kirchliche Stiftungen vorgestellt. Nachfolgend beleuchtet sie den inhaltlichen Beitrag der lateinamerikanischen Doktoranden und analysiert die Themen, mit denen sie sich in den jeweiligen deutschen Staaten beschäftigten. Im letzten Teil ihrer Arbeit geht Menja Holtz näher auf den Rückkehrprozess sowie die Entstehung weitergehender Netzwerke und Kooperationen ein. Sie bietet damit einen aufschlussreichen Beitrag zu einer kritischen Wissenschafts- und Diskursgeschichte aus der Perspektive der Akteure. (ifa)
Type of document: Doctoral theses