Theodor-Wanner-Preis 2016

Preisträger: Human Rights Watch

22.11.2013: Flüchtlingskinder spähen im Domiz Camp bei Dohuk, Irak, durch das Fenster des International Medical Corps (IMC); © Foto: Ed Kashi, 2013
14.11.2013: Muna, 16, Flüchtling aus Syrien, telefoniert vor dem Zelt ihrer Familie in der Wüste von Ereinbeh, Jordanien; © Foto: Ed Kashi, 2013
18.11.2013: Reem, 13, mit ihren Geschwistern im Zelt ihrer Familie im Al Za’atri Lager für syrische Flüchtlinge in der Nähe von Mafraq, Jordanien. Reem hat psychische Probleme. Sie lebt seit Januar 2013 im Lager Za’atri; © Foto: Ed Kashi, 2013
25.11.2013: Kinder spielen zwischen den Zelten im im Al Za’atri Lager für syrische Flüchtlinge in der Nähe von Mafraq, Jordanien; © Foto: Ed Kashi, 2013
23.11.2013: Ein kleines Mädchen genießt einen Lutscher und beobachtet die Käufer im Domiz Camp, einem syrischen Flüchtlingslager in Dohuk, Irak; © Foto: Ed Kashi, 2013
07.01.2015: Ein Zuckerrohr-Arbeiter, 29, der unter der chronischen Nierenerkrankung CKDnT (Chronic Kidney Disease of non-traditional causes) leidet, posiert in Chichigalpa, Nicaragua, für ein Porträt; © Foto: Ed Kashi, 2015
Eine ehemaliger Zuckerrohrarbeiter, 29, posiert mit seinem Vater, 58, in den Zuckerrohrfeldern von Chichigalpa, Nicaragua. Beide leiden an der chronischen Nierenerkrankung CKDnT (Chronic Kidney Disease of non-traditional causes); © Foto: Ed Kashi, 2015
© Fotos: Ed Kashi
25.04.2015: Ein ehemaliger Zuckerrohrarbeiter, 67, in den Feldern, in denen er 25 Jahre lang gearbeitet hat. Er leidet unter der Nierenerkrankung CKDu. Seit er gegen die Gewerkschaft ausgesagt hat, bekommt er keine Lebensmittelhilfe mehr; © Ed Kashi, 201
01.05.2014: Ein Zuckerrohrarbeiter schneidet die abgebrannten Zuckerrohrstengel auf einem Feld in Chichigalpa, Nicaragua; © Foto: Ed Kashi, 2014

Untersuchen, aufdecken, verändern

Seit 38 Jahren setzt sich Human Rights Watch (HRW) weltweit für den Schutz der Menschenrechte ein. Für ihr Engagement wurde die Organisation am 21. Juni 2016 mit dem Theodor-Wanner-Preis des ifa auszeichnet.

"Man wünschte sich, Human Rights Watch hätte weniger zu tun – und wird sich bewusst, wie wichtig es ist, dass es eine solche weltumspannende Organisation mit ihrem Auftrag gibt", sagte Ursula Seiler-Albring, Präsidentin des ifa, in ihrem Grußwort.

Bärbel Kofler, Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, betonte in ihrer Laudatio die Gemeinsamkeit von HRW und Theodor Wanner, dem Gründer des ifa: das Bedürfnis, Menschen aufzurütteln und ihnen Dinge nahe zu bringen, die in weiter Ferne geschehen, aber trotzdem alle angehen.

HRW-Geschäftsführer Kenneth Roth nahm den Preis entgegen: "In diesen gefährlichen Zeiten dürfen wir uns nicht ausruhen. Wir dürfen Rechte und Werte nicht für selbstverständlich halten. Wir sind alle dringend aufgefordert, sie zu verteidigen. Wir alle müssen unseren Beitrag leisten."

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro ging an das von HRW ausgewählte Projekt Global Coalition to Protect Education from Attack (GCPEA), ein Netzwerk verschiedener UN-Sonderorganisationen und internationaler NGOs. GCPEA setzt sich dafür ein, dass Schulen nicht für militärische Zwecke genutzt werden und Kinder in Konfliktzonen in Sicherheit lernen können.

"Keine Bildung zu bekommen ist wie ohne Licht zu leben. Es ist Dunkelheit," zitierte Zama Coursen-Neff einen Jungen aus Mogadischu, der als Zwölfjähriger durch die Al-Shaabab-Miliz aus seiner Schule entführt wurde. Coursen-Neff ist Leiterin der HRW-Kinderrechtsabteilung und Vorsitzende von GCPEA.

Human Rights Watch

Human Rights Watch (HRW) widmet sich dem weltweiten Schutz der Menschenrechte. "Untersuchen, aufdecken, verändern2: Die unabhängige Nichtregierungsorganisation (NGO) bringt Menschenrechtsverletzungen an die Öffentlichkeit und hält Regierungen und andere Entscheidungsträger zur Beendigung unrechtmäßiger Praktiken und zur Achtung der internationalen Menschenrechte an.
Seit mehr als 30 Jahren arbeitet die NGO mit Sitz in New York daran, die rechtlichen und moralischen Grundlagen für dauerhaften Wandel zu schaffen sowie Gerechtigkeit und Sicherheit für alle Menschen weltweit einzufordern. Die NGO finanziert sich ausschließlich durch Spenden von Privatpersonen und Stiftungen. Seit 1993 ist Kenneth Roth Geschäftsführer (Executive Director) von Human Rights Watch.

Bärbel Kofler

Bärbel Kofler (geb. 1967 in Freilassing) ist seit 2004 Mitglied des Bundestages (SPD) und seit März 2016 Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe. Zuvor war sie bereits Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Finanzausschuss, dem Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und im Untersuchungsausschuss zur Visa-Politik.

Kenneth Roth

Kenneth Roth ist Geschäftsführer von Human Rights Watch, einer der weltweit führenden internationalen Menschenrechtsorganisationen. Human Rights Watch ist in mehr als 90 Ländern aktiv. Bevor Kenneth Roth 1987 zu Human Rights Watch kam, war er Bundesanwalt in New York und für die Iran-Contra-Affäre in Washington, DC, tätig. Roth studierte an der Yale Law School und der Brown University. Er hat zahlreiche Menschenrechtsuntersuchungen und -einsätze weltweit geleitet und über ein breites Spektrum von Menschenrechtsverletzungen geschrieben. Seine besondere Aufmerksamkeit gilt der internationalen Gerechtigkeit, der Terrorismusbekämpfung, der Außenpolitik von Großmächten und der Arbeit der Vereinten Nationen.

Global Coalition

Human Rights Watch unterstützt mit dem Preisgeld die Global Coalition to Protect Education from Attack. Die Globale Koalition setzt sich, unter dem Vorsitz von Human Rights Watch, dafür ein, dass Schulen nicht für militärische Zwecke genutzt werden und Kinder in Konfliktzonen in Sicherheit lernen können. Zu den bisherigen Erfolgen der Koalition zählt die Verabschiedung der internationalen Erklärung zum Schutz von Schulen, die 2015 beschlossen und bisher von 53 Staaten unterzeichnet wurde.

Zama Coursen-Neff

Zama Coursen-Neff ist Direktorin der Kinderrechtsabteilung von Human Rights Watch. Sie leitet die Arbeit von Human Rights Watch zum Thema Kinderrechte und ist Co-Vorsitzende der Global Coalition to Protect Education from Attack (GCPEA). Coursen-Neff führt Sachuntersuchungen durch und ist Autorin von Berichten und Artikeln mit Bezug zu Kindern, zum Beispiel über den Zugang zu Bildung, Polizeigewalt, Schutz für Flüchtlinge, Kinderarbeit und Diskriminierung von Frauen und Mädchen. Sie hat für große internationale und US-amerikanische Publikationen geschrieben und ist regelmäßig in den Medien präsent. Während eines Sabbatjahrs 2006/2007 leitete sie eine Projeksteuergruppe für den Norwegischen Flüchtlingsrat in Sri Lanka. Bevor sie 1999 zu Human Rights Watch kam, war Coursen-Neff für einen Bundesrichter in den USA tätig, trat für Immigranten und Geflüchtete in den USA ein und arbeitete in Stadtentwicklungs- und Frauenorganisationen in Honduras. Sie hat am Davidson College und der New York University School of Law studiert.

Human Rights Watch: Einsatz für eine menschenwürde Welt. Vier Gespräche. Hg.: Ronald Grätz, Hans-Joachim Neubauer; Autoren (Interviews): Kenneth Roth, George Soros ... 1. Aufl. – Göttingen: Steidl , 2016. – 208 S.

Human Rights Watch. Einsatz für die Menschenrechte.
Gespräche. Ed Kashi. Sugar Cane. Syrian Refugees Fotografien. / Grätz, Ronald … (Hg.). – Göttingen: Steidl Verlag / ifa, 2016.

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"Da, wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden, müssen wir kritisieren und nach Abhilfe und Hilfsmöglichkeiten suchen. Und wir müssen uns für die mutigen Menschen einsetzen, die in ihren Ländern Missstände anprangern und ihr Recht auf Mitsprache und Mitbestimmung einfordern."

Dr. Frank-Walter Steinmeier

Sponsor 2016

Klett Gruppe

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro ist zweckgebunden und wird in diesem Jahr von der Klett Gruppe gestiftet. Mit ihren 59 Unternehmen an 34 Standorten in 15 Ländern ist die Klett Gruppe mit Sitz in Stuttgart eines der größten Unternehmen für Bildung in Europa.