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Internationale Zusammenarbeit und Dialog in der Flüchtlings- und Migrationspolitik

Weltweit sind Millionen Menschen gezwungen ihre Heimat zu verlassen: mit ca. 65 Millionen fliehen zurzeit so viele Menschen wie nie zuvor vor Krieg, Konflikten, Verfolgung und Armut. Die Unterscheidung zwischen Flüchtlingen und Migrantinnen und Migranten ist oft schwierig. Menschen verlassen aus vielen Gründen ihre Heimat und suchen langfristig außerhalb ihres jeweiligen Landes eine Zukunft. Ihre Anzahl steigt stetig.

Von Carolin Bannorth

Allerdings wächst auch die politische Einsicht, dass die mit Flucht und Migration verbundenen Herausforderungen von keinem Staat allein bewältigt werden können, sondern nur von der internationalen Staatengemeinschaft gemeinsam. Dafür braucht es grenzüberschreitende Lösungen und langfristig angelegte migrationspolitische Konzepte. Doch während es mit der Genfer Flüchtlingskonvention ein völkerrechtlich und institutionell fest verankertes Flüchtlingsregime gibt, fehlt es an einem kohärenten internationalen Regelwerk zur Steuerung  der weiter gefassten Migration. Dazu zählt auch die freiwillige Arbeitsmigration in die Industriestaaten.

Aus diesem Grund haben internationale Zusammenkünfte wie das Global Forum on Migration and Development (GFMD), das vom 28. bis 30. Juni 2017 in Berlin stattfinden wird, einen großen Stellenwert. Das GFMD bietet seit seiner Initiierung im Jahre 2006 eine informelle, unverbindliche und freiwillige Plattform auf globaler Ebene außerhalb des UN-Systems. Beim GFMD diskutieren die teilnehmenden Staaten über faire und nachhaltige Politikansätze in der Migrationsgestaltung. Besonders bedeutend ist dabei, dass verschiedene Interessensvertreterinnen und -vertreter aus der Zivilgesellschaft zusammen kommen und Forderungen und Empfehlungen erarbeiten. Zu diesen gehören u.a. Migrantenorganisationen, Menschenrechts-, Entwicklungs- und Arbeitnehmerorganisationen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft. Außerdem entwickeln sie Praxisansätze und tragen die Resultate der gemeinsamen Arbeit an Regierungen heran.

Das diesjährige GFMD-Treffen steht unter dem Motto "Auf dem Weg zu einem globalen Gesellschaftsvertrag für Migration und Entwicklung" und wird den Interessensausgleich im Rahmen von regulärer und geordneter Migration zwischen Migrantinnen und Migranten und ihren Herkunfts-, Transit- und Zielländern behandeln. Denn die Auswirkungen auf Herkunftsgesellschaften und Aufnahmeländer sind sehr vielfältig. Sie stellen nicht nur die Industrieländer, sondern auch immer mehr Entwicklungs- und Schwellenländer vor große Herausforderungen. Dass sich Deutschland und Marokko in 2017 und 2018 gemeinsam den Vorsitz des GFMD teilen werden, stellt eine besondere Chance für beide Länder dar, sich über kooperative Ansätze auszutauschen. 

Deutschlands führende Rolle hinsichtlich globaler Migrationsfragen könnte sich durch einen engeren Austausch mit Marokko festigen, das zugleich Herkunfts-, Transit- und Zielland ist. Der Ko-Vorsitz Deutschlands und Marokkos soll auch ein starkes Signal für die Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika zum Thema Migration über das Mittelmeer hinweg senden: Beim Versuch das Mittelmeer zu überqueren, riskierten im  Jahr 2016 immer noch 360.000 Menschen ihr Leben. Welche Bedeutung Deutschland der Zusammenarbeit mit Afrika zumisst, zeigt auch die Afrika-Konferenz im Vorfeld des bevorstehenden G20-Gipfels in Hamburg.

CrossCulture Programm "Flucht und Migration"

Das Institut für Auslandsbeziehungen leistet mit seinem CrossCulture Programm "Flucht und Migration" einen Beitrag zum internationalen Austausch, zum Dialog und zur Vernetzung von Akteuren aus dem Bereich Flucht und Migration aus Subsahara-Afrika und Deutschland. Das Programm ermöglicht Kooperationen zwischen Fachkräften und Gastorganisationen, die in Deutschland bzw. in den afrikanischen Ländern im Fluchtmanagement und in der Bekämpfung von Fluchtursachen tätig sind. 

Flucht. Migration. Kultur

Internationale Pressestimmen zu den aktuellen kulturellen Herausforderungen von Flucht und Migration. 

Ein "Hub" für Leute mit Publikationshintergrund

Raum für geflüchtete Journalisten

tagesspiegel.de | 17.10.2017

"Die Stadt gibt dir nie das Gefühl, ein Ausländer zu sein"

Projekt von Ai Weiwei in New York

deutschlandfunkkultur.de | 12.10.2017

Der Zivilgesellschaft eine Stimme verleihen

Syrische Flüchtlinge in Deutschland

qantara.de | 06.10.2017

Vanessa Redgrave: "Ich bewundere Angela Merkel"

Interview mit der Schauspielerin und Menschenrechtlerin

dw.com | 27.09.2017