(Tomáš Randýsek, ifa-Redakteur beim LandesEcho Prag, Foto: ifa / Grimke)

Social-Media-Plattform Mind_Netz

Journalisten der deutschen Minderheiten vernetzen sich in Prag


Im Mai 2017 trafen sich in Prag Journalistinnen und Journalisten von Zeitungen und Radiosendungen der deutschen Minderheiten in Mittel- und Südosteuropa sowie Russland und Kasachstan zu einem Arbeits- und Netzwerktreffen. Viele sahen sich zum ersten Mal persönlich, doch alle kannten sich bereits durch die Zusammenarbeit bei Mind_Netz. Bereits seit November 2016 kooperieren die Minderheitenredaktionen bei der gemeinsamen Social-Media-Plattform mit der Mind_Netz-Redaktion des ifa in Stuttgart. Mind_Netz veröffentlicht auf Facebook, VKontakte und Twitter täglich die spannendsten Beiträge aus den deutschen Minderheitenmedien für ein junges, internationales Publikum. „Durch Mind_Netz können Menschen aus der deutschen Minderheit einfacher etwas über die Deutschen in anderen Ländern erfahren“, freute sich Anastasia Bushueva, Journalistin bei der Moskauer Deutschen Zeitung. Das Arbeitstreffen hatte das Ziel, die Zusammenarbeit dynamischer zu gestalten und genauer zu bestimmen, welche Themen für das internationale Publikum von Mind_Netz interessant sind.

Interessante Themen gibt es viele. So schreibt Philipp Hochbaum von der Allgemeinen Deutschen Zeitung in Rumänien gerade an einem Artikel über die Impfmüdigkeit und die hohe Zahl von Masernausbrüchen in dem Land: „Jetzt wird in Rumänien über die Einführung einer Impfpflicht diskutiert“, so Hochbaum. Ein Thema, das auch in Deutschland hochaktuell ist. „Häufig gibt es in den mittelosteuropäischen Ländern ganz ähnliche Debatten wie in Deutschland. Davon bekommt man wegen der Sprachbarriere nur leider wenig mit“, meint Marita Grimke, Redaktionsleiterin von Mind_Netz. „Es ist eine der Stärken der Plattform, dass sie einen authentischen Einblick in das Geschehen der Länder im östlichen Europa und der Gemeinschaft unabhängiger Staaten indeutscher Sprache bietet.“

Die Besonderheiten des Publizierens auf Facebook & Co. waren ein weiterer Schwerpunkt des Netzwerktreffens. Die meisten der in Prag vertretenen Redaktionen sind schon lange erfolgreich in den sozialen Medien aktiv, dennoch ist es wichtig, über Trends informiert zu sein und den eigenen Auftritt zu verbessern. „Ich möchte die Möglichkeiten von Mind_Netz und den sozialen Medien insgesamt für meine Zeitung besser nutzen“, sagte Rudolf Urban, Chefredakteur vom Wochenblatt.pl, der Zeitung für die deutsche Minderheit in Polen. Der Social-Media-Experte Helge Haas, Leiter des Programmbereichs Junge Angebote bei Radio Bremen, coachte die Redakteure beim Prager Workshop. Wichtig sei, so Haas, in wenigen einfachen Sätzen neugierig auf den Artikel zu machen. Am erfolgreichsten auf Facebook seien momentan kurze Videos sowie persönliche, emotionale Geschichten. Diesem Trend folgt auch Mind_Netz: Künftig stellen die Redakteurinnen und Redakteure unter der Rubrik „Menschen von Mind_Netz“ spannende Geschichten von und über Angehörige der deutschen Minderheiten auf Mind_Netz vor.

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Mind_Netz informiert und vernetzt deutsche Minderheiten und alle, die sich für eine alternative Sicht auf das aktuelle Zeitgeschehen in den osteuropäischen Ländern, die deutsche Sprache und Minderheiten interessieren.

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