Wura-Natasha Ogunji: If I loved you, 2017, performance, New African Photography Exhibition, Red Hook Labs, New York; Foto: Miria-Sabina Maciagiewicz, © Wura-Natasha Ogunji
Wura-Natasha Ogunji: If I loved you, 2017, performance, New African Photography Exhibition, Red Hook Labs, New York; Foto: Miria-Sabina Maciagiewicz, © Wura-Natasha Ogunji

UNTIE TO TIE

On Intersectional Feminisms and Colonial Legacies

Every Mask I Ever Loved

In "Every Mask I Ever Loved" präsentiert Wura-Natasha Ogunji neue Zeichnungen und Performances – darunter Wiederaufführungen ihrer Performances "Sweep", "The Kissing Mask" und "If I loved you". Sie setzt damit ihre Untersuchungen zur Präsenz von Frauen im öffentlichen und privaten Raum fort. Begleitend zeigt die Ausstellung Stoffmasken und Videos, die in den Performances eine tragende Rolle spielen oder sich auf diese beziehen. In ihren Arbeiten – Zeichnungen handgestickter Figuren auf transparentem Architektenpapier, Videos und Performances – erforscht Ogunji Körperlichkeit, Ausdauer und Gesten und erkundet unser Verhältnis zum geografischen, architektonischen und filmischen Raum, sowie zu Erinnerung und Geschichte. Zentrales Thema der Performances ist das Verhältnis zwischen Körper und gesellschaftlicher Macht und Präsenz, insbesondere die Art und Weise, wie sich die räumliche Präsenz von Frauen in dramatischen und alltäglichen Handlungen manifestiert. Ogunjis Arbeiten sind stark beeinflusst von der Erfahrung, zwischen zwei Ländern zu leben: in Austin/Texas und Lagos, vor allem aber von ihren letzten Aufenthalten in Lagos. Die Uraufführung der Performance "Sweep" fand während ihres ersten Aufenthalts in Nigeria statt. Sie wollte, dass das Land sich an ihre Anwesenheit erinnert. Seither hat Ogunji "Sweep" in unterschiedlichen Zusammenhängen und Ländern aufgeführt, zur Vertiefung ihrer Auseinandersetzung mit der Präsenz von Frauen in der jeweiligen Gesellschaft und ‚Erkundung von Vorstellungen zu Heimat und Identität in der Diaspora. "The Kissing Mask" und "If I loved you" sind Experimente mit Begriffen wie Selbstbewusstsein, Intimität und Abgrenzung sowie dem, was man als die "Grenzen von Empathie und Identifikation" bezeichnen könnte (Kathy-Ann Tan, 2016).

Wura-Natasha Ogunji: The Kissing Mask, 2015, Performance, Disguise Exhibition, Seattle Art Museum; Foto: John Rudolph, © Wura-Natasha Ogunji
Wura-Natasha Ogunji: The Kissing Mask, 2015, Performance, Disguise Exhibition, Seattle Art Museum; Foto: John Rudolph, © Wura-Natasha Ogunji
Wura-Natasha Ogunji: It's raining in the House of Dance (Detail), 2017; © Wura-Natasha Ogunji
Wura-Natasha Ogunji: It's raining in the House of Dance (Detail), 2017; © Wura-Natasha Ogunji
Wura-Natasha Ogunji: But I am breathing under water (Detail), 2017; © Wura-Natasha Ogunji
Wura-Natasha Ogunji: But I am breathing under water (Detail), 2017; © Wura-Natasha Ogunji

Als drittes, dem Feminismus gewidmetes Kapitel von "Untie to Tie – On Colonial Legacies and Contemporary Societies" bietet das Begleitprogramm der Ausstellung Gelegenheit, sich an die "auffälligen Parallelen zwischen sexueller Gewalt gegen einzelne Frauen und neokolonialer Gewalt gegen Menschen und Nationen" (Angela Davis, 1985) zu erinnern. Zugleich dient es einer kritischen Hinterfragung der Idee der Frauenrechte in einem postkolonialen Kontext, in dem diese nach wie vor größtenteils nur von wenigen definiert werden. "Every Mask I Ever Loved" bietet die Möglichkeit, Feminismen transnational neu zu denken, und ruft in Anlehnung an Ogunjis Praxis dazu auf, geografische Präsenz und Spezifität, sowie individuelle Narrative in diese Überlegungen einzubeziehen.

Wura-Natasha Ogunji, geboren 1970 in St. Louis, lebt in Austin/Texas und Lagos. Sie hat einen BA-Abschluss in Anthropologie der Stanford University und einen MFA-Abschluss in Fotografie der San Jose State University. Ogunji ist Stipendiatin der Guggenheim-Stiftung und erhielt weitere Stipendien des National Performance Network, der Pollock-Krasner-Stiftung, dem Dallas Museum of Art und dem Idea Fund.

untie to tie, chapter #3

ifa-Galerie Berlin

Linienstraße 139/140
10115 Berlin
Tel. +49.30.284491.40
fischer(at)ifa.de

Dienstag – Sonntag 14 – 18 Uhr
Montags und an Feiertagen geschlossen

29. September 2017 – 14. Januar 2018