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Kunstszene Vietnam

Nguyen Minh Phuoc: Rote Etüde, 2009, Video, 5 min; © Nguyen Minh Phuoc
Nguyen Minh Phuoc: Rote Etüde, 2009, Video, 5 min
© Nguyen Minh Phuoc
Hoang Duong Cam
Nguyen Thu Ha
Tran Luong
Nguyen Kim Hoang
Ly Hoang Ly
Nguyen Manh Hung
Nguyen Minh Phuoc
Nguyen Quang Huy
Truong Tan
Dinh Q. Le
Ha Manh Thang

Die Geschichte Vietnams (1000 – 2000)

Frühe Dynastien (1000 – 1850)

10. Jh.
Vietnam erlangt die Unabhängigkeit von China.
ca. 1000 – 1880
Herrscher verschiedener Dynastien regieren als Kaiser im Gebiet des heutigen Vietnam.
1804
Das Land wird offiziell Viet Nam genannt.

Französische Kolonialherrschaft

Im 19. Jahrhundert  beginnt sich Frankreich für den Handel in Südostasien zu interessieren. Parallel kommen französische Missionare in das Gebiet.
18. Februar 1859
Nach konstanter Verstärkung des französischen Einflusses auf Vietnam erfolgt am 18. Februar 1859 die Einnahme Saigons unter dem Vorwand des Schutzes französischer Missionare und vietnamesischer Christen vor dem vietnamesischen Kaiser.
5. Juni 1862
Mit dem Vertrag von Saigon beginnt die offizielle Kolonialherrschaft Frankreichs in Vietnam: Saigon wird zur Hauptstadt der französischen Kolonie Cochinchina ernannt, die Südvietnam und Ost-Kambodscha umfasst.
1862 – 1883
Vietnam muss 1862 weitere Gebiete an die Franzosen abtreten. Bis 1883 gründen die Franzosen die drei Protektorate Annam, Cochin-China und Tonkin und zwingen den vietnamesischen Kaiser zu deren Anerkennung. Vietnam steht von nun an unter Kolonialherrschaft.
Während der Großteil der Bevölkerung verarmt, reisen in dieser Zeit Intellektuelle wie beispielsweise auch Ho Chi Minh nach Europa, vor allem nach Frankreich, und geraten dort in Kontakt mit den neuen politischen Ideen wie Nationalismus und Kommunismus.
1887
Die 3 Protektorate, sowie Laos und Kambodscha werden unter französischer Herrschaft zu Indochina vereinigt.
1926
In Annam und Tonkin werden ergänzend zur französischen Kolonialherrschaft jeweils Parlamente mit beratender Funktion errichtet.
1929
Ho Chi Minh vereinigt die in Annam, Cochinchina und Tonkin tätigen kommunistischen Parteien zu einer Einheitspartei.  In Folge eines missglückten Aufstands für die Unabhängigkeit Vietnams werden viele Parteimitglieder jedoch entweder hingerichtet oder ins Exil geschickt, vorläufig ist die Partei in ihrem Wesen geschwächt.

Während des 2. Weltkrieges

1939
Der Eroberung der vietnamesischen Hafenstadt Kanton und der Insel Hainan durch japanische Truppen wird von der französischen Regierung mit der Verstärkung der militärischen Einheiten in Vietnam beantwortet.
1941
Die gleichzeitige Präsenz japanischer und französischer Einheiten belastet die vietnamesische Bevölkerung. In Folge mehrer Naturkatastrophen kommt es im geschwächten Land zu einer extremen Hungersnot Mitte der 1940er.
Ho Chi Minh kehrt 1941 aus dem Exil zurück und vereinigt die ca. 40 Widerstandsgruppen im Gebiet Vietnams zu einer einheitlichen „Liga für die Unabhängigkeit Vietnams“ unter dem Namen Viet Minh. Selbsternanntes Ziel ist die Abwehr des japanischen Imperialismus und französischen Kolonialismus.
1945
Von März bis August 1945 destabilisiert sich die politische Situation in Vietnam erneut und wird durch die Interessen der beteiligten internen und externen Kräfte verkompliziert.
Im Frühjahr 1945 stürzen die Japaner die französische Kolonialherrschaft und setzen Kaiser Bao Dai ein. Viet Minh  Guerillatruppen kämpfen unterdessen mit verdeckter us-amerikanischer Unterstützung gegen die japanische Besetzung.
Japan kaptituliert im August, Kaiser Bao Dai muss am 25. August 1945 abdanken. Das nach der Potsdamer Konferenz unter britischer Ordnungsaufsicht stehende Vietnam bleibt instabil und die besiegten Japaner werde gebeten, den Alliierten gegen Aufstände in Südvietnam beizustehen.
Nach der erfolgreichen  kommunistischen Augustrevolution proklamiert Ho Chi Minh am 2. September 1945 in Hanoi die Demokratische Republik Vietnam. Damit entsteht die erste unabhängige Republik Südostasiens. Die Unabhängigkeitsbestrebungen von Vietnam berufen sich auf die Unabhängigkeitserklärung der USA von 1776 und auf die Deklaration der Menschen- und Bürgerrechte der französischen Revolution. Trotz eines Friedensvertrages mit den Viet Minh entschließt man sich Ende September 1945 auf französischer Seite, Nordvietnam militärisch anzugreifen, um den vergangenen Status der Kolonie wiederherzustellen. Dies führt zum Indochinakrieg (auch Erster Indochinakrieg oder Französischer Indochinakrieg genannt).

Indochinakrieg

12. Dez 1946
Die Franzosen errichteten im Süden eine vietnamesische Gegenregierung unter dem Vorsitz des Kaisers Bao Dai. Die Kämpfe beginnen mit Erfolgen auf französischer Seite.
1947
Die Franzosen unterschätzen die Guerilla-Kampfkraft der Viet Minh, die durch Hilfslieferungen von China unterstützt werden.  Der sogenannte Ho Chi Minh-Pfad stellt ein Netzwerk aus Straßen im Westen Vietnams dar, das Nord- und Südvietnam verbindet und auch während des anschließenden Vietnamkriegs die logistische Unterstützung der im Süden kämpfenden Truppen sichert.
Frühling 1954
Bei der Schlacht Dien Bien Phu erlebt das französische Heer eine vernichtende Niederlage gegen die Viet Minh. Als Folge dessen zieht es sich aus ganz Nordvietnam zurück.
21. Juli 1954
Das Friedensabkommen der Indochinakonferenz in Genf beschließt zur Beendigung des Französischen Indochinakrieges die Teilung Vietnams am 17. Breitengrad.
Es entstehen zwei Staaten: Nordvietnam unter der Führung von Ho Chi Minh (mit der Hauptstadt Hanoi) und Südvietnam (mit dem Hauptstadt Saigon) unter der Führung des ehemaligen Kaisers Bao Dai.  Der von den Amerikanern unterstützte katholische Ngo Dinh Diem ernennt sich bald selbst zum Staatschef und es folgen langjährige Machtkämpfe zwischen Bao Dai und Diem.
So unterstützen die Ostblockstaaten und China nachfolgend die kommunistische Regierung im Norden, während die USA die französische Schutzherrschaft über die südvietnamesische Republik ablösen.
1956
Die im Friedensabkommen vorgesehenen gesamt-vietnamesischen Wahlen scheitern am Widerstand Diems, der Machtverluste an die Viet Minh befürchtet.
1957
In den Auseinandersetzungen zwischen Ngo Dinh Diem und Staatschef Bao Dai versinkt der Staat zur Unzufriedenheit der Bevölkerung verstärkt in Korruption und Chaos. Die USA sieht sich veranlasst, ihre militärische Präsenz und ihre politische Unterschützung in Südvietnam zu verstärken, um den Sturz der Regierung zu verhindern. Dies kann als Vorbereitung des Vietnamkriegs gedeutet werden.

Vietnamkrieg

1963
Die sozialen Missstände im Süden Vietnams begünstigen die Entstehung der "nationalen Befreiungsfront Süd-Vietnams", die rasant Unterstützer und Kämpfer gewinnt. Die südvietnamesischen Kommunisten und Partisanenkämpfer werde von den Amerikanern Viet Cong genannt. Ngo Dinh Diem wird von seiner eigenen Generalität gestürzt und später ermordet. Die in der Folgezeit durch die Amerikaner eingesetzten Regierungen erweisen sich als instabil und wechseln häufig.
2. August 1964
Auslöser und Legitimation für die ersten Kampfhandlungen der Amerikaner  1964 gegen  die Vietnamesen, die als Vergeltungsschläge proklamiert werden, ist der Tonkin-Zwischenfall: Der vermeintliche Angriff  nordvietnamesischer Schnellboote auf ein amerikanisches Kriegschiff im Golf von Tonkin stellte sich später jedoch als fingiert heraus.
Unter der Führung von Präsidenten Johnson beginnen die USA einen systematischen Luftkrieg gegen Nordvietnam. Gleichzeitig kämpfen im Süden amerikanische Bodentruppen gegen die Viet Cong. Trotz deutlicher Überzahl der amerikanischen Soldaten können die USA in Vietnam nicht die Überhand erlangen und die Auseinandersetzungen eskalieren.
Nach der Domino-Theorie gehen die USA davon aus, dass sobald ein Land in kommunistische Hände fiele (wie China 1949), die benachbarten Länder aufgrund der populistischen Kraft der Ideologie in kurzer Zeit ebenfalls dem Kommunismus ausgeliefert wären.
31. Januar 1968
Die als Tet-Offensive bezeichnete Reihe von vietnamesischen Überraschungsangriffen bringt den Vietcong und der Nord-Vietnamesischen Armee 1968 einen politisch wichtigen Sieg ein, als Teile Saigons vorübergehend eingenommen werden und amerikanische Stellungen in einer Reihe weiterer Städte zeitweise zurückgedrängt werden können.
Gleichzeitig schwenkt die bisher positive öffentliche Meinung zum Krieg in den USA um, als aufgrund freier Presseberichte und Bildreportagen über Massaker und Napalm-Opfer die Kriegsgrausamkeiten sichtbar werden, die das us-amerikanische Militär zu verantworten hat.
Insgesamt kämpfen 230.000 vietnamesische Partisanen und 50.000 Angehörige der offiziellen nordvietnamesischen Streitkräfte gegen rund 550.000 Amerikaner, die durch ungefähr eine halbe Millionen südvietnamesischen Soldaten der Armee der Republik, 50.000  Südkoreaner und kleinere Kontingente Verbündeter (Australier, Neuseeländer) unterstützt werden.
1969
Die USA beschließt 1969 eine "Vietnamisierung" des Krieges und den schrittweisen Abzug der  amerikanischen Truppen. Die Bombardierungen und Luftangriffe, insbesondere die Verwendung von Entlaubungsmitteln, dauern jedoch bis 1973 an.
Agent Orange wird zur militärischen Entlaubung von Bäumen genutzt, um dem Feind die Deckung zu nehmen und durch die Schädigung von Nutzpflanzen die Nahrungsversorgung  zu behindern. Da das im Vietnamkrieg eingesetzte Herbizid Verunreinigungen enthält, erkranken in Folge von Berührungen mit der Substanz viele Vietnamesen, aber auch US-Soldaten. Die sich im Boden befindenden Rückstände beschädigen bis heute Erbgut und führen somit immer noch zu erheblichen Behinderungen von Kindern.
3. Sept. 1969
Ho Chi Minh stirbt und Le Duan wird Führer der Kommunistischen Partei Vietnams.
1973
Es wird ein Waffenstillstand zwischen der Demokratischen Republik Vietnam und den USA beschlossen und durch einen Friedensvertrag in Paris besiegelt. Die USA ziehen zwar all ihre Truppen aus Vietnam ab, sagen aber wirtschaftliche und militärtechnische Hilfe für Süd-Vietnam weiterhin zu. Die Kämpfe zwischen kommunistischen Einheiten und südvietnamesischen Regierungstruppen trotz des Waffenstillstandsabkommens weitergehen, es kommt zum Bürgerkrieg.
30. April 1975
Nach einer Militäroffensive Nordvietnams kapituliert die Republik Südvietnam und Saigon wird eingenommen.

Sozialistische Republik Vietnam

1976
Vietnam wird unter der Führung der Kommunistischen Partei als "Sozialistische Republik Vietnam" wiedervereinigt. Das Wirtschaftsembargo der Amerikaner erschwert jedoch zunächst den Wiederaufbau des Landes.
Es kommt zu massiven Umerziehungsmaßnahmen durch die sozialistischen Nordvietnamesen, bei denen fast die gesamte politische und intellektuelle Elite Südvietnams in Lagern grausam zu Tode gefoltert wird.
Saigon wird nach dem ehemaligen Staatschef Nordvietnams in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt.
1979
Das infolge des Vietnamkrieges entstandene Terrorregime der Roten Khmer in Kambodscha und die Zunahme von kriegerischen Auseinandersetzungen auf vietnamesisches Gebiet veranlassen Vietnam, in Kambodscha einzumarschieren  und einen von Vietnam abhängigen "Revolutionären Volksrat" zu errichten. Die Volksrepublik China, die, die Regierung der Roten Khmer unterstützt hatte, provoziert daraufhin bewaffnete Auseinandersetzungen an der Grenze von Vietnam. Der blutige Konflikt endet 1989 ohne klare Sieger, als die vietnamesischen Truppen aufgrund von internationalem Druck aus Kambodscha abziehen.
1986
Aufgrund der wirtschaftlichen und sozialen Missstände in Vietnam wird ähnlich zu China ein Wirtschafts-Reformprogramm eingeführt.  Die sogenannten Doi moi Reformen ermöglichen eine freie Marktwirtschaft, gleichzeitig hält die KPV aber an ihrem politischen Machtmonopol fest und lehnt ein Mehrparteiensystem ab.
1990er Jahre
Im Laufe der 1990er Jahr werden ausländische Investoren angezogen, private Unternehmen werden gegründet und weitere lassen sich in Vietnam nieder. Die Staatsverschuldung nimmt kontinuierlich bei hohem Wirtschaftswachstum ab.
1994
Die USA beenden ihr Handelsembargo gegen Vietnam, um der Benachteiligung amerikanischer Investoren in den neuen Marktverhältnissen entgegenzuwirken.
1995
Vietnam wird Mitglied der Organisation Südostasiatischer Staaten.
2000er Jahre
Nach Amnesty International gibt es in Vietnam bis heute große Menschenrechtsverletzungen, wie beispielsweise die teils gewaltsame Einschränkung von Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit. Auch politische Korruption stellt ein großes Problem dar.

Zusammengstellt von Nora Lukács, April 2009
Ergänzt durch Ronja Trischler, November 2009

Quellen:
WikiChmStadt
Wiki
www.vietnam-freunde.de

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