Sibylle Bergemann – Photographien
Sibylle Bergemann: Elisabeth, Berlin, 2002
Elisabeth, Berlin, 2002
Sibylle Bergemann: Dakar, 2001
Dakar, 2001
Sibylle Bergemann: Portugal, 2007
Portugal, 2007

Polaroids

Augenblick und Ewigkeit, nirgends sind sie sich so nah wie im Polaroid, jenem Sofortbild, das vergänglich ist, weil es verblasst. Und zeitlos, weil seine Unschärfe, sein Ineinanderfließen Grenzen öffnen, das Surreale fragt selten nach Zeit noch Ort. Altmodische Einmaligkeit, das Polaroid ist ein Unikat, es gibt kein Negativ. Schon im Moment des Entstehens beginnt es, zu vergehen und im Erbleichen neue Trümpfe auszuspielen – Rätsel ohne Aufklärung, nichts steht fest, alles zur Disposition der Phantasie. Verbrauchte Wände wolkengleich, die Treppe in dem portugiesischen Hausflur führt wohin ich weiß es nicht. Das Kind im Kornfeld – stand es gestern da oder vor hundert Jahren?

Jutta Voigt