Sibylle Bergemann – Photographien
Sibylle Bergemann: Raquel Tavares, Lissabon, 2006
Sibylle Bergemann: Ana Moura, Lissabon, 2006

Raquel Tavares + Ana Moura, Lissabon, 2006

Frauen

Was bedeutet es, Frau zu sein? Meret zeigt kokett die kalte Schulter. Angelicas Diva-Gesicht beschwört die Liaison von Schönheit und Traurigkeit. Marias Augen sind eine einzige Frage. Werden und Vergehen – Nina und Eva, Tochter und Mutter, nackt und nah. Sabine vor getrockneten Blumen spürt mit zwanzig, dass auf Schönheit kein Verlass ist. Aufgeputzt wie schwermütige Prinzessinnen warten die Fado-Künstlerinnen von Lissabon in prunkvollen Palastzimmern auf ihren Auftritt. Abend für Abend besingen sie das Verhängnis von Lebenslust und Melancholie. Jedes Porträt ist auch ein Selbstporträt, die Fotografin mit dem belletristischen Blick ist in jedem Bild anwesend. Sie sieht, was sie weiß: Schönheit und Zweifel.

Jutta Voigt