Nürnberg: Synagoge am Hans Sachs-Platz, 1874 – 10.8.1938, Architekt: Adolf Wolff; © TU Darmstadt
Nürnberg: Synagoge am Hans Sachs-Platz, 1874 – 10.8.1938 (Decke); © TU Darmstadt
Nürnberg: Synagoge am Hans Sachs-Platz, 1874 – 10.8.1938 (Empore); © TU Darmstadt

Nürnberg: Synagoge am Hans Sachs-Platz
1874 – 10.8.1938
Architekt: Adolf Wolff
© TU Darmstadt

Synagogen in Deutschland – Eine virtuelle Rekonstruktion

Die Ausstellung Synagogen in Deutschland wurde von Studierenden der Technischen Universität Darmstadt initiiert. Nach dem Brandanschlag auf die Lübecker Synagoge 1994 untersuchten sie den Synagogenbau des 19. und 20. Jahrhunderts in Deutschland. Ziel war die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte insbesondere des Dritten Reichs. Dabei stand nicht ein Mahnmal für menschliches Leid und kulturellen Verlust im Mittelpunkt, sondern das Wissen um das Verlorene.

Die Komplexität des Themas spiegelt sich in der Ausstellung wider: die Entwicklungen bis zur Reichspogromnacht, die Eskalation 1938 und die Rekonstruktion als work-in-progress seit 1994. Die Ausstellung Synagogen in Deutschland will ein Zeichen gegen rassistische oder anti-jüdische Ideologien setzen. Mit dem Wissen um das Zerstörte bringt sie eines der schwierigsten Kapitel der deutschen Geschichte einem breiten Publikum nahe.

Die Rekonstruktionen

Die virtuellen Rekonstruktionen wurden im Jahr 2000 zum ersten Mal in Bonn präsentiert. Aufgrund des internationalen Interesses konzipierten die beteiligten Institutionen eine tourneegerechte Version der Ausstellung. Bisher wurden 16 Synagogen aus 14 Städten rekonstruiert. Die genaue Zahl der 1938 zerstörten Synagogen ist nicht bekannt; sie wird auf 1400 geschätzt.

Die Ausstellung visualisiert die Geschichte und Architektur der Synagogen an work-stations, als Diashow und 3-D-CAD-Film. Ein Dokumentarfilm über das studentische Projekt, eine Filmdokumentation und historische Fotos ergänzen die Ausstellung. Zusätzliches Informationsmaterial liefern Bücher und Synagogen Internet Archiv der Technischen Universität Darmstadt.

Nach der Prämiere in der Bundeskunsthalle Bonn machte die Tourneeausstellung Synagogen in Deutschland im Jewish Diaspora Museum in Tel Aviv Station (2004) sowie im Holocaust Memorial Center in Farmington Hills (2010 und 2015). Ab 2016 wird sie zusätzlich zusätzlich in zwei bis drei kanadischen Städten zu sehen sein.

Plauen: Synagoge in der Senefelder / Engelstraße, 1930 – 9.11.1938, Architekt: Fritz Landauer (Innenraum); © TU Darmstadt
Plauen: Synagoge in der Senefelder / Engelstraße, 1930 – 9.11.1938 (Außenansicht); © TU Darmstadt
Plauen: Synagoge in der Senefelder / Engelstraße, 1930 – 9.11.1938, (Aron ha-Kodesh); © TU Darmstadt
Plauen: Synagoge in der Senefelder / Engelstraße, 1930 – 9.11.1938 (Westempore); © TU Darmstadt
Plauen: Synagoge in der Senefelder / Engelstraße, 1930 – 9.11.1938 (Symbole); © TU Darmstadt

Plauen: Synagoge in der Senefelder / Engelstraße
1930 – 9.11.1938
Architekt: Fritz Landauer
© TU Darmstadt

Kooperationspartner

Eine Ausstellung der Technischen Universität Darmstadt, Fachgebiet Informations- und Kommunikationstechnologie in der Architektur (IKA), Manfred Koobs und der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, realisiert durch das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) und finanziell unterstützt durch die Kulturstiftung Deutsche Bank und Deutsche Bank Americas Foundation.