Förderung der Reduzierung von bewaffneter Gewalt

2016 | Kenia

Die Menschen im Nordwesten Kenias leiden unter der Verbreitung von illegalen Schusswaffen und Unsicherheit. Hauptursachen für Konflikte zwischen den Gemeinschaften umfassen unter anderem verstärkten Viehdiebstahl, Land- und Grenzstreitigkeiten, Konkurrenz um knappe Ressourcen sowie unzureichende Polizeiarbeit und staatliche Sicherheitsvorkehrungen. Die Nachfrage nach Kleinwaffen innerhalb der Region wird durch ein komplexes Zusammenspiel dieser Faktoren gesteuert. Es hat sich eine Art "Waffenkultur" entwickelt, die Waffenbesitz mit Sicherheit, Existenzsicherung und sozialem Ansehen in Verbindung bringt.

Handicap International ist in den Bereichen humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit seit 1992 in Kenia tätig und hat in der Region Erfahrung mit Projekten zu den Bereichen Konfliktlösung und sexuelle Gewalt. Handicap International führt das Projekt mit zwei erfahrenen kenianischen Partnerorganisationen durch: Justice and Peace Centre und Free Pentecostal Fellowship of Kenya.

Im Anschluss an zwei ifa-finanzierte Projekte in 2014 und 2015 zielt das diesjährige Projekt weiterhin auf die Verbesserung des Sicherheitsempfindens der Gemeinschaften und die Verbesserung des Dialogs zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Interessenvertretern zu Fragen der Kleinwaffenproblematik und der sexuellen Gewalt in den Landkreisen West Pokot, Trans Nzoia und Turkana. Weitere Friedensrepräsentanten der Gemeinschaften erhalten eine Schulung. Ihre Rolle ist es, Gemeinschaften zum Thema Gewaltprävention zu unterrichten sowie bewaffnete Konfliktvorfälle den zuständigen Stellen zu melden. Das Projekt unterstützt regelmäßige Treffen zwischen Mitgliedern der Gemeinschaften und Regierungsstrukturen (insbesondere den neu gegründeten Sicherheitskomitees auf Kreisebene). Zusätzlich werden fünf Gemeindesicherheitspläne in den am stärksten von Unsicherheit betroffenen Gebieten erarbeitet bzw. implementiert. Rund 30 intra- und interethnische Dialogforen finden statt, die unter anderem die Themen Konfliktmediation und Konflikttransformation behandeln. Mit dem Ziel, Einstellungen und Verhaltensweisen der Gemeinschaften und der formellen und informellen Sicherheitsakteure positiv zu beeinflussen, werden Kernaussagen zu Kleinwaffen, sexueller Gewalt und Sicherheit entwickelt und verbreitet. Zudem soll in 2016 ein bereits erprobtes Frühwarn- und Krisenreaktionssystem zum Einsatz kommen, das Echtzeitinformationen liefern und so situationsangemessenere Reaktionen auf Konfliktvorfälle in den drei Landkreisen ermöglichen soll.