Teilnehmer des Simulationsspiels in der ifa-Galerie Berlin © ifa/Petker
Teilnehmer des Simulationsspiels in der ifa-Galerie Berlin © ifa/Petker

Premierminister für einen Tag

Wie fühlt es sich an, als Politiker auf der Oppositionsbank zu sitzen? Welche Stimme haben Minderheiten? Und welche Rolle spielt dabei die Zivilgesellschaft? Mit diesen Fragen beschäftigten sich 20 Stipendiatinnen und Stipendiaten des CrossCulture Praktika Programms (CCP) bei einem Simulationsspiel am 31. Oktober 2016  in der ifa-Galerie Berlin.

Man stelle sich vor, die EU und die USA setzten einen gemeinsam Fonds auf, um im fiktiven Land "Transolvia" die junge Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu unterstützen. Wer bekommt das Geld vor Ort? Wie viel? Und welche Interessen werden damit gefördert?

Um diese Konflikte zu verstehen und Lösungen zu finden, schlüpften die Teilnehmenden in unterschiedliche Rollen des Fantasielandes "Transolvia", darunter internationale Akteure, Oppositionelle, Vertreter der Zivilgesellschaft und der Premierminister. Die große diplomatische Fragestellung: Wie kann es gelingen, unterschiedliche Interessen zu hören, zu moderieren und pragmatisch zu einer demokratischen Lösung zu kommen?

Foto: Petker/ifa
Foto: Petker/ifa

Mit anderen Augen

Die Teilnehmenden erfuhren, wie sie Projekte und Strategien für gemeinsame Ziele aufbauen und nötige Koalitionen bilden können. Demgegenüber standen die Ziele einzelner Akteure, die den Wettkampf um Fördergelder eröffneten. Das Planspiel gab den Teilnehmenden somit die Möglichkeit,  unterschiedliche Interessenskonflikte hautnah zu erfahren. Dieser Perspektivwechsel bildete die Grundlage für ein Verständnis unterschiedlicher Parteien.

Initiiert, entwickelt und geleitet wurde das Planspiel von CRISP e.V., einem Berliner Verein, der in diesem Jahr sowohl mit CCP-Stipendiaten zusammenarbeitet als auch Mitarbeiter über das Programm ins Ausland entsendet.

Veronica Cazacov

Veronica Cazacov

"In Moldova we are a multicultural country, but I never dealt with minority problems - for me, that was something really new. At the beginning, I was a little confused and I wasn’t sure about what I need to do. But after the first round it was clear and, without noticing, I was so much in the game that all my actions were about how to help my people and other minorities to keep their culture alive."

Moustapha Laalioui

Moustapha Laalioui

"As a prime minister, I tried intensely to respond to the people’s grievances and take actions based on their demands; however, sometimes I felt that the role I was acting contradicts my values, which made the game so exciting."

Natia Ubilava

Natia Ubilava

"Considering the cultural diversity of the participants, dialogue and communication became a key aspect of the game. Even though it was a simulation, it became so close to the reality. An insight that I gained after the game was that the perception of reality is so diverse and different from country to country.  Everyone perceives the facts and context from their own perspective that is shaped with specific cultural, political and social contexts."