Alina Chaudry zu Gast an einer Schule in Islamabad, © A. Chaudry

'Little Globains'

von Alina Chaudry, Pakistan

"Die häufigste Ursache für religiöse und kulturelle Konflikte unserer Zeit ist Unwissenheit". Davon ist Alina Chaudry, CrossCulture Alumna aus Pakistan und Initiatorin des Projektes "Little Globains" überzeugt. "Es ist unglaublich wichtig, dass zukünftige Generationen in Pakistan fremde Kulturen kennen und respektieren lernen", so Alina Chaudry weiter.

Um diese Wissenslücken möglichst früh zu schließen und ein Bewusstsein für kulturelle Vielfalt zu schaffen, brachte Alina über 600 Kinder und Jugendliche in Kontakt mit Beispielen der deutschen Kultur – diese Alltagskultur hatte sie während ihres CrossCulture Stipendiums in Deutschland selbst kennengelernt.

Die Lesungen, Kunstprojekte und Workshops standen nicht nur privilegierten Kindern offen, sondern auch solchen mit erschwertem Zugang zu Bildung. "Einige dieser Kinder haben weder Fernsehen noch Internetzugang", meint Alina Chaudry, "umso wichtiger ist es, diese jungen Menschen mit der Botschaft einer friedlichen Vielfalt vertraut zu machen." Die entstandenen Kunstwerke wurden abschließend in einer Ausstellung präsentiert. Alina Chaudrys größte Hoffnung ist es, dass sich die Kinder später einmal selbst für Harmonie, Verständnis und Frieden einsetzen werden.

Finanziert wurde "Little Globains" durch Mittel des Auswärtigen Amtes, welche durch das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) bereitgestellt wurden. An der erfolgreichen Durchführung waren zudem die Nichtregierungsorganisation "Rastay Arts" aus Islamabad sowie eine Vielzahl freiwilliger Künstler, Studierender und Lehrer beteiligt.

"Little Globains" von Alina Chaudry © A. Chaudry

Schülerinnen und Schüler einer Pakistanischen "Pehli Kiran"-Schule bei Alina Chaudrys Projekt "Little Globains": Die Schulen wurden vom JAQ Trust errichtet, einer Stiftung für benachteiligte Kinder in urbanen Randgebieten und Problemvierteln. Die meisten Schüler kommen aus Familien, die auf der Suche nach Arbeit erfolglos in die Städte zogen.

"Little Globains" von Alina Chaudry © A. Chaudry

"Die Welt sieht sich mit zahlreichen Herausforderungen wie Terrorismus und religiösen Konflikten konfrontiert. Fehlendes Bewusstsein ist eine der Hauptursachen für diese Probleme. Deshalb muss der Respekt gegenüber Religionen, Kulturen, und besonders Menschenrechten, gefördert werden. Das kann nur durch die Förderung von kulturellem Verständnis erreicht werden."

Alina Chaudry, 2016

"Little Globains" von Alina Chaudry © A. Chaudry

Alina Chaudry freut sich über die Mithilfe vieler Freiwilliger, ohne die das Projekt nicht zu bewerkstelligen gewesen wäre. "'Little Globains' war eine großartige Erfahrung für mich und mein Team. Wir haben viel über internationale Standards im Projektmanagement gelernt – von der Planung über Budgetierung und Geldtransfers, bis hin zum notwendigen Verantwortungsbewusstsein", fasst Alina Chaudry die Lernerfahrung zusammen.

"Little Globains" von Alina Chaudry © A. Chaudry

Spielerisch und voller kreativer Energie nähern sich Schülerinnen und Schüler dem Kulturraum Deutschlands. Beispielsweise über die Landesfarben Schwarz, Rot, Gold oder beim Setzen einfacher Wörter in lateinischer Schrift.

"Little Globains" von Alina Chaudry © A. Chaudry

Auch künftig wird sich Alina Chaudry mit eigenen Initiativen und Projekten engagieren. Alina Chaudry: "Nun, da das Projekt 'Little Globains' abgeschlossen ist, arbeite ich im Bereich der Mädchen- und Frauenrechte. Ich entwickle Kampagnen und kulturelle Aktivitäten um das Bewusstsein der Bevölkerung für diese Themen zu stärken. Ich will meine Arbeit im Kontext von Menschenrechten und Kultur fortzusetzen und in Zukunft noch stärker auf internationale Zusammenarbeit setzen."

Alina Chaudry, CCP-Stipendiatin 2010, © A. Chaudry

ifa-Alumna Alina Chaudry

Alina Chaudry lebt und arbeitet in Islamabad, der Hauptstadt Pakistans. Sie graduierte am National College Of Arts in Lahore mit einem Master in Multimedia Arts. Alina Chaudry war u.a. als Konzeptentwicklerin einer Produktionsfirma sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Department of Theatre des National College of Arts in Rawalpindi tätig. Internationale Stationen führten sie u.a. nach England, in die USA und nach Deutschland. Im Rahmen ihres CrossCulture Stipendiums arbeitete sie 2010 für drei Monate im Offenen Kunstverein in Potsdam.

Springe zu: "Tree Climber" auf http://alumni.ifa.de

CrossCulture Programm Alumniprojekt #2 (2016)

Neben 'Little Globains' konnte 2016 noch ein weiteres Alumniprojekt gefördert werden. Geplant und durchgeführt wurde es von Mohamed Emugtaba Aamir im Sudan. Entstanden ist ein hochwertig produziertes Video eines traditionellen Kinderliedes. Mehr über das Projekt 'Tree Climber' erfahren Sie auf unserer Alumniseite.