Fotograf/innen
Gégamines 4
aus der Serie "Das Gedächtnis", 2006, (Detail)
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Gégamines 1
aus der Serie "Das Gedächtnis", 2006, (Detail)
SAMMY BALOJI Sammy Baloji thematisiert das koloniale Erbe seiner Heimatprovinz Katanga. In großformatigen Fotomontagen kombiniert er historische Fotografien mit aktuellen Aufnahmen – um die Gegenwart zu verstehen, liest er in den Spuren der Vergangenheit. Solche Spuren und Zeichen findet er in der Architektur der staatlichen Bergbaufirma Kongos: die Gégamines waren einst Symbol für den Reichtum der belgischen Kolonie, die Förderung von Kupfer und Kobalt war Rückgrat der kongolesischen Wirtschaft. Unter dem Regime Mobutos jedoch wurde dieser Industriezweig durch fehlende Investitionen heruntergewirtschaftet, die Gewinne beanspruchte der Diktator für sich. Die Bevölkerung Kongos hat zu keiner Zeit von dem Reichtum der Bodenschätze des Kongo profitiert. Die Entwicklung der Gécamines steht beispielhaft für die Geschichte des Landes, die zu weiten Teilen in Vergessenheit zu geraten droht. Sammy Baloji macht diese Geschichte wieder sichtbar, indem er Orte und Architekturen als Zeugen dieser nicht sehr fernen Vergangenheit markiert, als Zeugen von Ausbeutung und Machtstrukturen. Sammy Baloji wurde 1978 in Lubumbashi, Demokratische Republik Kongo geboren, wo er nach wie vor lebt und arbeitet. Nach seinem Studium in Literatur und Geisteswissenschaften an der Universität Lubumbashi dreht er zunächst Trickfilme, bevor er sich der Videokunst und Fotografie zuwendet. Nachdem er sich zunächst thematisch mit der Ausdruckskraft des Körpers und Ethnografie beschäftigt, entwickelt er Interesse an dem kulturellen Erbe der Provinz Katanga und insbesondere an der Kolonial-Architektur. Er war an zahlreichen Projekten beteiligt und seine Filme und Fotos werden auf vielen internationalen Ausstellungen gezeigt.
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