Batmunkh Bataa
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Batmunkh Bataa
19.7.2006 / Berlin Ohne Fleiß keinen Preis Gespräch mit Batmunkh Bataa, Studentin an der Hochschule der Künste Weißensee Batmunkh Bataa (geb. 1977) studiert seit 1999 Modedesign in Berlin. Davor hatte sie bereits an der Hochschule für Kunst und Kultur in Ulaanbaatar ein Studium begonnen. Mich interessiert, warum sie nach Deutschland gekommen ist, um Mode zu studieren. Schließlich bieten sich doch auch andere europäische Metropolen an. Batmunkh Bataa hat sich schon immer für Deutschland und seine Menschen interessiert. Die Sprache lernte sie bereits in der Schule und sie war vor allem von der deutschen Pünktlichkeit, Diszipliniertheit und Ordnungsliebe fasziniert. Enttäuscht ist sie jetzt nach sechs Jahren Aufenthalt in Deutschland und dem näheren Kennenlernen nicht. Im Gegenteil: eigentlich wurden alle Erwartungen erfüllt. Diese von ihr bevorzugten Eigenschaften spiegeln sich ihrer Meinung nach auch in der Mode wider. Das Streben nach Funktionalität kommt ihren eigenen Intentionen entgegen. Ich frage sie nach dem Unterschied zu ihrem Studium in der Mongolei. Das Studium und auch die Hochschulen sind grundsätzlich anders strukturiert, das Lehrniveau ist aber durchaus vergleichbar, sagt sie. Was ihr bei ihrem Studium in Weißensee sehr gefallen hat, war, dass sie im ersten Jahr eine solide Grundausbildung in allen Bereichen bekommen hat und danach die Chance hatte, den Weg, bzw. das Fach zu wählen, das ihr am meisten liegt. Sie ist beim Modedesign geblieben. Es ist auch selbstverständlich, dass die Studenten fachübergreifend zusammen arbeiten, z.B. im Textildesign. Sie fühlt sich durch ihre Ausbildung gut auf den Beruf vorbereitet, der für sie nicht nur in der Kreativität der Designerin besteht, sondern auch in Management und Marketing. Batmunkh Bataa weiß, dass sie keine falsche Entscheidung getroffen hat. Natürlich war es nicht immer einfach in Deutschland zu leben. Dazu sind die kulturellen Unterschiede viel zu groß. Darauf musste sie sich einstellen und vieles neu und anders lernen. Der Umgang der Menschen miteinander ist anders, die Mentalität und die allgemeinen Lebensumstände unterscheiden sich. Das fand und findet sie aber nach wie vor spannend und interessant. Im Oktober 2006 wird Batmunkh Bataa das Studium mit dem Diplom beenden und dann würde sie am liebsten in einer mittelständischen Firma arbeiten, wo sie als Designerin auch noch den Kontakt zur Produktion hat und das Betriebsgeschehen überblicken kann. Ihren eigenen Stil glaubt sie gefunden zu haben. Ihr ist der sparsame Gebrauch des Stoffs wichtig, einfache und funktionale Schnitte, schicke und gut tragbare Kleidung für alle Gelegenheiten. Da sieht sie auch einen großen Unterschied zu dem, was sich in der mongolischen Modeszene tut. Der Trend, das Traditionelle mit dem Modernen zu verbinden, ist dominierend geworden und dauert zu lange an. Sie glaubt, dass eine Gegenbewegung vielleicht wieder etwas mehr Schwung in die Szene bringen würde. Mir schien bei unserem Gespräch, dass es sie nicht so sehr zurück in ihre Heimat zieht, obwohl dort die Modeszene entwickelt ist und Mode auch im täglichen kulturellen Leben der städtischen Bevölkerung eine große Rolle spielt. Am liebsten wäre es ihr, wenn sie ein Verbindungsglied zwischen Deutschland und der Mongolei sein könnte. Sie würde auch gern mit anderen zusammen ein eigenes Label gründen. Doch das sind alles noch Zukunftsträume. Sie sagt sich, immer fleißig weiter machen, Mut, Energie und Zuversicht haben, eben "ohne Fleiß keinen Preis". Bei dem sprühenden Optimismus, den sie ausstrahlt, bin ich sicher, dass sie ihren Weg finden wird, noch sind alle Wege offen... Barbara Barsch
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