WIKA-Workshop 2016 © ifa
WIKA Workshop 2016: Diaspora – Netzwerke globaler Gemeinschaften II; Beqë Cufaj "dentitätskonstruktionen in der Diaspora durch Politik, Krieg und Integration am Beispiel der Kosovarischen Diaspora" © ifa
WIKA Workshop 2016: Diaspora – Netzwerke globaler Gemeinschaften II; Gudrun Czekalla (Leiterin ifa-Bibliothek) und Ronald Grätz (ifa-Generalsekretär) © ifa
WIKA Workshop 2016: Diaspora – Netzwerke globaler Gemeinschaften II © ifa
WIKA Workshop 2016: Diaspora – Netzwerke globaler Gemeinschaften II; v.l.n.r.: Ronald Grätz (ifa-Generalsekretär), Caroline Y. Robertson-von Trotha (WIKA-Vorsitzende), Gudrun Czekalla (Leiterin ifa-Bibliothek) © ifa
WIKA Workshop 2016 "Diaspora – Netzwerke globaler Gemeinschaften II" © ifa
WIKA-Kolloquium 2016, Stuttgart: Gregor Arnold, Johannes Gutenberg-Universität Mainz © ifa
WIKA-Kolloquium 2016, Stuttgart: Alexander Raev, Eberhard Karls Universität Tübingen © ifa
WIKA Workshop 2016 "Diaspora – Netzwerke globaler Gemeinschaften II" © ifa
WIKA Workshop 2016: Diaspora – Netzwerke globaler Gemeinschaften II © ifa
WIKA Workshop 2016: Diaspora – Netzwerke globaler Gemeinschaften II © ifa

Wissenschaftlicher Initiativkreis Kultur und Außenpolitik (WIKA)

Diaspora – Netzwerke globaler Gemeinschaften II

WIKA-Workshop 2016

Referenten

Gregor Arnold; © Foto: privat
Foto: privat

Gregor Arnold, geboren 1984, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Nach dem Studium der Geographie, Soziologie, Politikwissenschaft und Anglistik in Mainz arbeitet Arnold in der Stadtplanung in Frankfurt. Zurzeit promoviert er über den strategischen Umgang mit innerstädtischen Leerständen in den Metropolen Deutschlands. Inhaltliche Schwerpunkte sind Migration- und Diasporaforschung und Interkulturalität sowie Siedlungs-, Sozial- und Kulturgeographie, Stadtplanung, Stadtentwicklung und kritische Kartographie. Regionale Schwerpunkte liegen in Deutschland, Nordafrika und dem Nahen Osten.

Abstract: "Die Zukunft ist diasporisch? Eine konzeptionelle Ideenwerkstatt zu global communities"

Abstract: "Die Zukunft ist diasporisch? Eine konzeptionelle Ideenwerkstatt zu global communities"

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts leben Menschen zunehmend in dynamischen, mobilen und weltweit vernetzen Lebenswelten. Globale Verflechtungen ermöglichen es Gemeinschaften, wie transnationale Familiennetzwerke und zerstreute religiöse, kulturelle, ethnische oder politische communities, Kontakte aufrecht zu erhalten und sich auf diese Weise wirtschaftlich zu organisieren. Auf diesen Ausprägungen baut die konzeptionelle Ideenwerkstatt zu global communities auf. Mit den theoretischen Grundbausteinen (trans-)migration, mobility und ICTs wird im Laufe des Vortrags der Begriff diaspora durchleuchtet und an die neuen Gegebenheiten und Möglichkeiten angepasst. Mittels empirischer Untersuchungen der "AG Migration & Diaspora" des Geographischen Instituts in Mainz über palästinensische, libanesische und syrische Gemeinschaften in der Welt (vgl. BATROUNEY, BOOS, ESCHER & TABAR 2014) wird herausgearbeitet, inwiefern es sinnvoll ist, zukünftig von verschiedenen, wechselnden, kontextabhängigen, diasporischen Sphären (ESCHER 2012; BOOS 2015, 2016) zu sprechen und wie die Mitglieder globaler Gemeinschaftsformen in bestimmten lokalen Zusammenhängen (kulturelle) Brückenfunktionen übernehmen können.

Yaşar Aydın; © Foto: Kerim Arpad, DTF Stuttgart
Foto: Kerim Arpad,
DTF Stuttgart

Der Sozialwissenschaftler Dr. Yaşar Aydın ist Lehrbeauftragter an der HafenCity Universität und an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie in Hamburg. Er forscht zu Themen Migration, Integration und zur türkischen Innen- und Außenpolitik. Neben Fachbeiträgen über die Türkei und Migration schreibt er Kommentare für türkische und deutsche Zeitungen, u. a. Hürriyet Daily News, Der Freitag, Vorwärts.de.

    Abstract: "Die neue türkische Diasporapolitik – Transnationalismus oder Fernnationalismus?"

    Abstract: "Die neue türkische Diasporapolitik – Transnationalismus oder Fernnationalismus?"

    Das Interesse und der Einsatz der türkischen Regierung für die Türkeistämmigen in Deutschland ist Teil einer politischen Strategie, die auf die Stärkung der Diasporaorganisationen gerichtet ist. Aus der Sicht Ankaras zwingt die Globalisierung die Türkei dazu, sich im Geflecht der internationalen Beziehungen neu zu positionieren und die Potenziale der weltweit verstreuten Türkeistämmigen für das Land nutzbar zu machen. Aus der Diasporapolitik Ankaras ergeben sich sowohl Herausforderungen für die deutsche Außenpolitik, als auch Chancen für die hiesige Integrationspolitik. Dies zu zeigen, ist das Ziel dieses Vortrages. Resümierend wird auch um eine plausible Antwort auf die Frage bemüht, ob die neue türkische Diasporapolitik als eine transnationale oder doch eine fern-nationalistische zu bezeichnen ist.

    Beqë Cufaj; © Foto: Jürgen Sieckmeyer
    Foto: Jürgen
    Sieckmeyer

    Der Schriftsteller Beqë Cufaj, geb. 1970 im Kosovo, studierte Sprach- und Literaturwissenschaft in Priština. Er schreibt Essays, Reportagen, Erzählungen und Kolumnen Zeitungen auf dem Balkan und in Westeuropa, darunter für die FAZ, die NZZ und für Courier international. Im Herbst 2004 veröffentlichte er seinen ersten Roman, "Shkëlqimi i huaj", der die Geschichte zweier junger Kosovo-Albaner in Deutschland erzählt. Das Buch vom Schriftstellerverband Kosovos als "Buch des Jahres" ausgezeichnet und erschien 2005 auf Deutsch unter dem Titel "Der Glanz der Fremde". Für den Roman "projekt@party" (2011, deutsch 2012) erhielt Cufaj den Preis des Wirtschaftsklubs im Literaturhaus Stuttgart.

    Abstract: "Identitätskonstruktionen in der Diaspora durch Politik, Krieg und Integration am Beispiel der Kosovarischen Diaspora"

    Abstract: "Identitätskonstruktionen in der Diaspora durch Politik, Krieg und Integration am Beispiel der Kosovarischen Diaspora"

    Anfang der 1970er-Jahre, als in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Wirtschaft florierte, empfing man junge "Jugos" – eine Bezeichnung für die Bürger von Titos Jugoslawien: Serben, Kroaten, Albaner, Mazedonier, Slowenen, Bosniaken – mit offenen Armen. Die Integration, von der heute die Sprache ist, fand damals nur auf der Arbeitsebene statt. Diese Strategie ging bis zum Beginn der letzten Balkankriege (1990-1999) auf. Als die Massenflucht der Ex- Jugoslawen und vor allem Kosovaren einsetzte, holten die meisten Gastarbeiter ihre Familien nach. Die Zahl der Menschen, die zwischen 1969 und 2011 aus dem Kosovo ausgewandert sind, wird auf über 500 000 geschätzt und die Gesamtzahl der zur kosovarischen Diaspora gehörenden Personen auf ca. 800 000, von denen sich zwei Drittel in Deutschland und der Schweiz konzentrieren. Die bedeutende Rolle der Diaspora manifestiert sich insbesondere in umfassenden Geldüberweisungen, Ausgaben der Diaspora während der jährlichen Reisen nach Kosovo, Investitionen, Wissenstransfer oder in der Beteiligung der Diaspora in politischen und sozialen Debatten. Wie sieht es aus mit der kosovarischen Diaspora und dem Land Kosovo, das innerhalb von drei Jahrzehnten (1989-1991-2000-2008) in vier Staatsformen organisiert war – Titos Jugoslawien, Milosevics Serbien, UNO-Protektorat sowie eigene Staatlichkeit?

    Dr. Asiem El Difraoui; © Foto: Dominique Willnauer
    Foto: Dominique
    Willnauer

    Dr. Asiem El Difraoui, geboren 1965, ist Politologe, Buchautor und Dokumentarfilmer. Er studierte in Kairo, London und Paris Wirtschafts- und Politikwissenschaften und promovierte am Institut d’Etudes Politiques de Paris (Sciences Po). Er war Chefredakteur von IP Productions in Paris und Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Zurzeit ist er Senior Fellow am Institut für Medien- und Kommunikationspolitik in Berlin. El Difraouis Forschungsschwerpunkte umfassen Islamismus, Jihadismus, Medienpolitik und Islam in Europa, Jugendkultur in der arabischen Welt sowie Ägypten, Saudi-Arabien und den Irak . Als Autor und Produzent erhielt El Difraoui internationale Preise, u. a. 2012 den Enrico-Fulchignoni-Preis der UNESCO.

    Abstract: "Dschihadistische Web 3.0 – Propaganda und Rekrutierung von Nachwuchs"

    Abstract: "Dschihadistische Web 3.0 – Propaganda und Rekrutierung von Nachwuchs"

    Der Vortrag wird zunächst die Entwicklung dschihadistischer Propaganda skizzieren und die verschiedenen Interpretationsebenen über drei Jahrzehnte Propaganda-Dschihad analysieren. Darunter die gefährliche und fragwürdige Heilslehre vom vermeintlichen Märtyrertum der Propaganda, sowie den Diebstahl islamischer Symbolik. Anschließend geht der Vortrag auf neuste Entwicklungen der Propagandamaschine von DAESH ein und diskutiert dessen Auswirkungen.

    Dr. Oliver Hinkelbein, Universität Bremen; © Foto: privat
    Foto: privat

    Dr. Oliver Hinkelbein ist Lektor für "Kultur und Wirtschaft" an der Universität Bremen. In den Studiengängen BA Kulturwissenschaft und MA Transkulturelle Studien vertritt er die Schwerpunkte Medienethnologie, Politik- und Wirtschaftsethnologie sowie interkulturelle Kommunikation. Nach dem Studium der Ethnologie, Soziologie und Rechtswissenschaft an der Universität Heidelberg promovierte er in Bremen über die Praxis von Integrationsstrategien in Deutschland. Im Anschluss arbeitete er drei Jahre für verschiedene Nichtregierungsorganisationen und als Berater an der Schnittstelle zwischen Kultur, Wirtschaft und Erwachsenenbildung. Derzeit habilitiert Oliver Hinkelbein bei Prof. Dr. Dorle Dracklé zum Thema „Erneuerbare Energien, Landschaft und Transformationsprozesse".

    Abstract: "Digitale Integration von Migranten als Partizipationsmöglichkeit in der Diaspora"

    Abstract: "Digitale Integration von Migranten als Partizipationsmöglichkeit in der Diaspora"

    Das Internet, digitale Medien und Technologien durchdringen zunehmend den Alltag von Menschen. Vielerorts ist von der digitalen Revolution die Rede. Digitale Kompetenzen (digital literacy) entscheiden folglich immer mehr über gesellschaftliche, kulturelle, wirtschaftliche und politische Partizipation. Die digitale Spaltung entscheidet demzufolge über die Partizipationsmöglichkeiten eines jeden Einzelnen. Auf der Grundlage ethnologischer Forschungsergebnisse zeigt der Vortrag wichtige Entwicklungen auf und geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen die digitale Integration zu einer größeren Partizipation von Migranten beitragen und wie diese aussehen kann.

    Wiebke Steffen; © Foto: privat
    Foto: privat

    Dr. Wiebke Steffen, M.A., ist Kriminologin. Nach dem Studium der Soziologie war sie zunächst wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht. Von 1978 bis 2006 arbeitete sie beim Bayerischen Landeskriminalamt in München, zuletzt als Leiterin des Dezernates "Forschung, Statistik, Prävention". Wiebke Steffen ist Vorsitzende des Fachbeirats Kriminalprävention und Mitglied im Bundesvorstand des "Weißen Rings". Seit 1997 ist sie Mitglied im Kongressmanagement und Programmbeirat des Deutschen Präventionstages mit der Funktion "Wissenschaftliche Beratung und Gutachtenerstellung".

    Abstract: "Radikalisierungsprävention in der Diaspora am Beispiel des Salafismus"

    Abstract: "Radikalisierungsprävention in der Diaspora am Beispiel des Salafismus"

    Die islamistisch motivierte Radikalisierung hat in Deutschland eher wenig mit dem Leben in lokalen Diasporagemeinschaften zu tun, etwa mit auch für die 3. oder sogar 4. Generation der Zugewanderten noch bestehenden Verbindungen zum Herkunftsland. Sie hängt vielmehr davon ab, inwieweit es gelingt – oder eben misslingt – Jugendlichen und jungen Erwachsenen gesellschaftliche Teilhabe und Akzeptanz zu ermöglichen und ihnen erstrebenswerte Lebensperspektiven aufzuzeigen. Der Salafismus ist insoweit eine Jugendkultur, der es scheinbar zu gelingen scheint, die "Sinnfrage" zu beantworten. Die Prävention, also die Verhinderung dieser Radikalisierung bzw. die De-Radikalisierung muss an diesen Ursachen ansetzen und umfasst folglich eine Vielzahl sozialer, pädagogischer oder therapeutischer Ansätze. Allerdings stehen sowohl die wissenschaftliche als auch die praktische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten, aber auch mit den Grenzen und riskanten Aspekten der Radikalisierungsprävention noch weitgehend am Anfang.

    Das Institut für Auslandsbeziehungen gründete im Jahr 2004 den wissenschaftlichen Initiativkreis Kultur und Außenpolitik mit dem Ziel, Hochschullehrer, Forscher und Praktiker zusammenzubringen, das Thema Außenkulturpolitik in Forschung und Lehre zu fördern und mehr Studenten an dieses Thema heranzuführen.
    Der WIKA wird aus Mitteln der Rave-Stiftung gefördert.

    Geschäftsführung / Kontakt

    Gudrun Czekalla

    Gudrun Czekalla
    Tel. +49.711.2225.147
    wika(at)ifa.de

    Geschäftsordnung

    Geschäftsordnung

    Vorsitzende

    Vorsitzende

    seit November 2013
    Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha, ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
    Grußwort

    2007 – 2013
    Prof. Dr. Bernd Thum, Institut für Germanistik, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

    2004 – 2007
    Prof. Dr. Volker Rittberger, Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen

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    WIKA-Report

    ifa-Bibliothek: Außenkulturpolitik in Stuttgart

    ifa | Die ifa-Bibliothek stellt sich und den WIKA (Wissenschaftlichen Initiativkreis Kultur und Außenpolitik) vor.