01. März 1970: Gruppenbild der ifa-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Generalsekretär Dr. Michael Rehs blickt verwundert auf seine leeren Hosentaschen. Foto: ifa-Archiv

"Die Arbeit hat mir damals unendliche Möglichkeiten eröffnet."

Edeltraud Kiendl war insgesamt 40 Jahre lang für das ifa tätig. Sie begann 1970 im Bereich Öffentlichkeitsarbeit auf Auslandsmessen, von 1983-1999 arbeitete sie in der Beratungsstelle für Auslandstätige und Auswanderer und betreute im Anschluss bis zu ihrer Rente 2010 die Mediendialoge.

Wie sind Sie zum ifa gekommen?

Bevor ich 1970 anfing beim ifa zu arbeiten, war ich beim Amerikanischen Konsulat in Stuttgart tätig. Dieses wurde jedoch damals aufgelöst. Bei einem Empfang der deutschen Verlagsanstalt lernte ich kurz darauf den damaligen Generalsekretär, Michael Rehs, kennen. Er berichtete über den Aufbau einer Abteilung, Öffentlichkeitsarbeit auf Auslandsmessen, und erzählte, dass dort eine neue Stelle zu besetzen sei. So entstand der erste Kontakt zum ifa und schon bald darauf begann mein erster Arbeitstag.

Ich erinnere mich noch ganz genau an diesen Tag. Es war der 1. März 1970. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versammelten sich auf der Treppe zum Eingang auf und der Grafiker Hoch machte dort von uns ein Foto. Anschließend konnte ich noch an einem Fortbildungsseminar in der katholischen Akademie Hohenheim teilnehmen, welches das ifa organisierte. Es war für Fach- und Führungskräfte, die sich auf ihren Aufenthalt in Afrika vorbereiteten. An dieses sehr interessante interkulturelle Training, bei dem auch der Afrika-Verein beteiligt war, denke ich noch heute gerne zurück.

Was ist Ihnen von Ihrer Zeit beim ifa besonders in Erinnerung geblieben?

Die Beratungsstelle für Auslandstätige und Auswanderer ist einer der ältesten Aufgabenbereiche des Instituts gewesen. Mithilfe von Informationsschriften des Bundesverwaltungsamts informierte ich Auslandstätige und Auswanderer. Die Arbeit hat mir damals, als ich ein junges Mädchen war, unendliche Möglichkeiten eröffnet. Ich konnte nach Nairobi oder Sambia reisen, das waren unglaublich schöne Erfahrungen. Ich reiste auch nach Polen, Rumänien und Russland. Ende der 1990er wurde dann die Beratungsstelle aufgelöst. Neue Medien haben den Leuten, die auswandern wollte, andere Möglichkeiten eröffnet, sich zu informieren, so dass man im Haus entschied, den Bereich aufzulösen. Ich wechselte dann in die Abteilung Mediendialoge. Ein Erlebnis ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben. Auf Einladung der Bundestagsverwaltung kamen einmal afghanische Parlamentarierinnen nach Deutschland, die ich eine Woche auf einer Besucherreise in Berlin begleiten durfte. Das waren bewundernswerte, willensstarke Frauen, die ihr Land nach vorne bringen wollten.

Was verbinden Sie mit dem ifa?

Der Umgang im ifa war sehr familiär. Wir haben uns auch außerhalb der Arbeit getroffen und so zum Beispiel gemeinsam die Canstätter Wasen besucht. Wir haben in der Zeit teils freundschaftliche Beziehungen aufgebaut und die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind heute noch miteinander in Kontakt. Ich habe mich im ifa zuhause gefühlt, als Teil einer Gemeinschaft.

Das Gespräch führte Sophia Lahme.