Neda Pouryekta, Foto: privat

Begegnungen ermöglichen mit Neda Pouryekta

Meine Aufgaben im CrossCulture Programm betreffen die Auswahl  der Stipendiatinnen und Stipendiaten in Kooperation mit den Deutschen Botschaften, das Matching mit einer Gastorganisation, die Vernetzung der Stipendiatinnen und Stipendiaten mit weiteren Organisationen aus ihrem Fachbereich sowie die Ausrichtung von Workshops zur Weiterqualifizierung in den Feldern Interkulturalität und Projektmanagement.

Dieses Förderprogramm zeichnet sich durch die Förderung von gesellschaftlich engagierten Menschen aus bisher nicht die Möglichkeit eines längeren Auslandsaufenthalts in Europa hatten, in der Peripherie eines Landes leben, sich in gegenwärtigen Krisen- und Konfliktländern aufhalten sowie eine länger zurückliegende Ausbildung haben.

Weitere Charakteristika des Programms, die ich schätz, sind seine Interdisziplinarität – von Pädagogen über Kultur und Menschenrechte bis hin zu Wissenschaft und politischem Engagement –, seine ethnische und nationale Diversität sowie die Freiheit der Teilnehmer, selbst zu wählen, was sie als Multiplikatoren aus ihren Arbeits- und Alltagserfahrungen in Deutschland daheim in ihren Heimatländern, dem kulturellen Kontext des Landes entsprechend, anwenden möchten.

Herausforderungen ergeben sich vor allem in der Kooperation mit Konfliktländern. So musste 2016 eine Stipendiatin aus dem Jemen sehr kurzfristig von ihrem Stipendium absagen, da der Flughafen in Sanaa wegen Luftangriffen für eine längere Zeit schließen musste. Auch die Nachricht von einem ehemaligen Stipendiaten aus Libyen, der als Arzt bei einem Schusswechsel getötet wurde, gehört zu den sehr traurigen Momenten der Arbeit.

Wir lernen alle Stipendiatinnen und Stipendiaten auf interkulturellen Workshops, die wir in Stuttgart organisieren, persönlich kennen, was für uns der Höhepunkt des Jahres ist. Hier tauschen die Teilnehmer während dreier intensiver Tage ihre Sichtweisen und Argumente miteinander aus und jeder setzt sich kritisch mit seinen eigenen Perspektiven auseinander.

Zugleich ist es interessant zu beobachten, wie Menschen, die innerhalb einer Nation oder Stadt leben, aber vermutlich aufgrund ethnischer Konflikte oder der Sozialstruktur der Gesellschaft nicht miteinander in Kontakt  kämen, sich auf dem Workshop begegnen und miteinander in Dialog treten.