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#DefyHateNow: Mobilisierung von zivilgesellschaftlichem Engagement gegen Hassreden und Anstiftung zu Gewalt in sozialen Medien

2016 | Südsudan

Am 9. Juli 2011 wurde der Südsudan als jüngster Staat in die Weltgemeinschaft aufgenommen. Dies folgte einem Unabhängigkeitsreferendum, das in einem 2005 unterzeichneten Friedensabkommen zwischen zwei der wichtigsten Gewaltakteuren des sudanesischen Bürgerkriegs vorgesehen war. Letzterer hatte 1983 begonnen. Am 15. Dezember 2013 brach ein gewaltsamer Konflikt im Südsudan aus, der zur Bildung einer bewaffneten Opposition führte und der bis heute nicht beendet ist. Zwar kehrte die bewaffnete Opposition auf Grundlage eines im August 2015 unterzeichneten Friedensabkommens im April 2016 als „Friedenspartner“ in die Hauptstadt Dschuba zurück und ist Teil der sogenannten „Übergangsregierung der nationalen Einheit“. Am Vorabend des fünften Unabhängigkeitstages brachen in der Hauptstadt aber erneut gewaltsame Kämpfe aus, die mehrere hundert Opfer forderten.

r0g_agency for open culture and critical transformation gGmbH (r0g) ist eine in Berlin ansässige Nichtregierungsorganisation, deren Arbeitsschwerpunkt die Erarbeitung von nachhaltigen „Open Systems“-Lösungen für Post-Konflikt-Entwicklung ist. r0g führt das Projekt #defyhatenow in Zusammenarbeit mit der südsudanesischen Organisation CEPO (Community Empowerment for Progress Organization) durch, die in den Bereichen Konfliktbearbeitung, Demokratisierung und Stärkung der Rolle der Frau arbeitet.

#defyhatenow ist eine Initiative zu lokaler Friedensschaffung, Trainings und Versöhnung, die darauf abzielt, die Stimmen und Aktivitäten von Bürgern und Bürgerinnen sowie von zivilgesellschaftlichen Organisationen im Südsudan zu unterstützen und zu stärken. Durch ein multidisziplinäres Team unabhängiger sogenannter „Soziale-Medien-Korrespondenten“ identifiziert #defyhatenow Hassreden, (auch unbewusst) konfliktanheizende Sprache und Anstiftung zu Gewalt in online-basierten sozialen Medien, versucht das Bewusstsein bei relevanten Akteuren für diese Problematik zu schärfen und entwickelt Mittel, um sie zu entschärfen. #defyhatenow zielt darauf ab, das Klima für einen konstruktiven Dialog und konstruktive Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Parteien, darunter Binnenflüchtlinge und die Diaspora, zu verbessern und unterstützt Mechanismen, die Vertrauen aufbauen und so diesen Dialog wieder ermöglichen sollen. Hierdurch erhofft sich das Projekt, dass die unterschiedlichen Gemeinschaften des Landes zu „positiven Beeinflussern“ werden und den südsudanesischen Raum der sozialen Medien mit friedensbildenden Bemühungen besetzen zu können, anstatt ihn den Konfliktakteuren zu überlassen.